Von Suura 36 "Jaasiin" Aja 26  –

Suura 39 "Die Scharen" Aja 31

 

 28. Und nach seinem Abschied59 haben Wir keine Heerschar auf sein Volk vom Himmel herabgesandt60 und Wir hatten es auch nicht nötig, irgendetwas auf sie herabzusenden.

59. Als Vergeltung für seinen Tod. (Darjabaadi)

60. Ein Heer von Engeln. (Darjabaadi)

 

29. Es war nur ein einziger Schrei61 und schon waren sie ausgelöscht62.

61. Allahs Gerechtigkeit oder Strafe kommt nicht unbedingt auffällig oder umständlich. Auch ist menschliche Bosheit nicht so mächtig, dass sie einen Aufwand starker geistiger Kräfte braucht, sie zu unterwerfen. Ein einziger mächtiger Stoß - ein Erdbeben oder ein plötzlicher Sturm - genügte in diesem Falle. Vergleiche auch Suura 11:67 und 29:40 sowie die entsprechenden Fußnoten. (Juusuf `Allii)

62. Zu ihrer Zeit hatten sie viel Lärm verursacht, aber nun waren sie zum Schweigen gebracht worden wie ausgeglühte Asche. Vergleiche auch Suura 21:15. (Juusuf `Allii)

In ihrer Arroganz und in ihrem Stolz auf ihre Macht hatten sie geglaubt, sie könnten die drei Propheten und ihre Gefährten vernichten. Aber ganz im Gegenteil, sie wurden selbst vernichtet. (Mauduudi)

 

30. Oh wehe meinen Dienern63! Kein Gesandter kam zu ihnen, ohne dass sie ihn verspotteten64.uiukzmnbngl-ööäbztrbjrrrt

63. Den Kaafirs unter ihnen. (Darjabaadi)

Alle Menschen sind Allahs "Diener". Dieser Satz bezieht sich auf den Tag des Gerichts, der in Suura 19:19 als "Tag der grauenvollen Reue" bezeichnet wird, sowie auf die im Qur`an oft betonte Tatsache, dass die meisten Menschen sich der Stimme der Wahrheit gegenüber taub stellen und damit ihren eigenen geistigen Tod verursachen. (Asad)

64. Vergleiche Suura 6:10 und andere Abschnitte von ähnlicher Bedeutung. Unvernünftige spotten über Allahs Gesandte oder über Menschen, die ihre Religion ernst nehmen. Sie denken jedoch nicht darüber nach, dass ein solches Verhalten auf sie selbst zurückschlägt. Wenn sie ihre eigene Geschichte studieren, werden sie feststellen, dass zahllose Generationen vor ihnen untergingen, weil sie die Wahrheit nicht ernstnahmen und damit die Basis ihrer individuellen und kollektiven Existenz untergruben. (Juusuf `Allii)

 

31. Sahen sie65 denn nicht, wie viele Generationen Wir vor ihnen vernichtet haben66? Welche nicht zu ihnen zurückkehren67.

65. Die Kaafirs späterer Zeiten. (Darjabaadi)

66. Die die Wahrheit ablehnten und darüber spotteten. (Darjabaadi)

67. Der Untergang der früheren Völker und der Kulturen, soll eine Mahnung sein für diejenigen, die noch am Leben sind. Die elenden Menschen aber achten gar nicht darauf, und wollen nicht an dieses unweigerliche Ende denken. Sie gehen ihren Irrweg mit Sturheit weiter, verblendet durch ihre Arroganz und Hochmut. (Qutb)

Wie an vielen anderen Stellen im Qur`an hat auch hier das Wort "qarn", das wörtlich "Generation" oder "Menschen, die zu einer bestimmten Zeit leben bedeutet, die weiter gefasste Bedeutung von "Gesellschaft' oder "Zivilisation" im historischen Sinne dieser Begriffe. Auf diese Weise wird der Niedergang und das Verschwinden vergangener Gesellschaften und Zivilisationen hier mit deren geistigem Verfall und damit sittlichem Niedergang in Verbindung gebracht. Eine weitere Lehre aus diesem Gleichnis ist die, dass die Mehrheit der Menschen in jeder Gesellschaft sich weigert, sich von ethischen Überlegungen leiten zu lassen, die sie als ihrer üblichen Lebensweise entgegengesetzt und ihrem Streben nach materialistischen Werten widersprechend empfingen - mit dem Ergebnis, dass nie ein Gesandter zu ihnen gekommen ist, ohne dass sie ihn verspottet hätten. (Asad)

 

32. Und alle werden unweigerlich vor Uns gebracht werden68.

68. Zum Gericht. (Juusuf `Allii)

 

Abschnitt 3

33. Und ein Zeichen69 für sie ist die Erde, die tot war. Dann haben Wir sie belebt70 und brachten Korn aus ihr hervor, von dem sie essen.

69. Sie leugnen die Propheten und erkennen nicht die Konsequenzen für die Leugner. Sie begreifen auch nicht die Hinweise und Zeichen in der Umwelt, in der sie sich bewegen. Die Propheten rufen sie zu Allah auf, und alles in dieser Existenz legt Zeugnis von Allah ab und weist auf Ihn hin. (Qutb)

Zeichen für Allahs Erhabenheit und Fürsorge für die Menschheit. (Darjabaadi)

Bisher wurden die makkanischen Götzendiener dafür getadelt, dass sie die Wahrheit leugneten und dem Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, gegenüber eine ablehnende Haltung einnahmen. Hier wendet sich die Thematik jetzt den grundlegenden Dingen zu, die den wahren Grund des Konflikts zwischen ihnen und dem Propheten bildeten, nämlich die Lehre von Allahs Einheit und dem zukünftigen Leben, die der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, vertrat und die die Kaafirs nicht annehmen wollten. In diesem Zusammenhang werden nacheinander Argumente angeführt, die die Menschen zum Nachdenken veranlassen sollen. (Mauduudi)

70. Für diejenigen, die sagen: "Wie sollen sie vor den Richterstuhl geführt werden, wenn sie vernichtet sind?" wird hier auf ein Symbol hingewiesen. Im Winter, beziehungsweise in der trockenen Zeit, ist die Erde allem Anschein nach tot, aber Allah belebt sie im Frühling, beziehungsweise durch den herabfallenden Regen. Vergleiche auch Suura 2:164; 30:19 und weitere Abschnitte mit derselben Aussage. (Juusuf `Allii)

 

34. Und Wir legten Gärten auf ihr an mit Dattelpalmen und Weinreben

und Wir ließen auf ihr Quellen hervorsprudeln71;

71. Dattelpalmen und Trauben stehen symbolisch für Fruchtbäume aller Art, denn sie sind die charakteristischen Früchte Arabiens. Getreide wurde im letzten Aja erwähnt. All dies ist notwendig als Nahrung, und selbst der feinste Geschmack wird von dem befriedigt, was wie tote Erde aussieht, die von Regen und Quellwasser befruchtet wird. Dies ist ein wunderbares Zeichen für Allahs Kunstfertigkeit und Fürsorge. (Juusuf `Allii)

 

35. Damit sie von ihren Früchten und der Arbeit72 ihrer Hände essen73. Wollen sie denn nicht dankbar sein74?

72. Oder: Ihre Hände haben (all) dies nicht gemacht. (Anm. d. Übers.)

Der Mensch mag den Boden bestellen und die Saat säen, aber die produktiven Kräfte der Natur sind nicht von Menschenhand gemacht. Sie sind Gottes Werk und Zeichen für Gottes Fürsorge für Seine Geschöpfe. Vergleiche auch oben Fußnote 71. (Juusuf `Allii)

Eine mögliche Übersetzung dieses Satzes wäre: "... so dass sie Früchte davon essen und das, was ihre eigenen Hände herstellen." Damit wären dann verarbeitete Nahrungsmittel gemeint Wie beispielsweise Brot, Marmelade, eingelegtes Gemüse und zahllose andere Dinge. (Mauduudi)

73. Wörtlich: "Essen". Vergleiche Suura 7:19 und 5:66 sowie die entsprechenden Fußnoten. Die weiter gefasste Bedeutung "genießt", "nutzt" kann sowohl hier als auch oben in Aja 33 gebraucht werden. (Juusuf `Allii)

74. In diesem kurzen Satz wird das Pflanzenleben dieser Erde als Argument angeführt. Der Mensch isst die Produkte der Erde jeden Tag und sieht dies als selbstverständlich an. Wenn er jedoch gründlich darüber nachdenkt, stellt er fest, dass das Wachstum, die reichliche Ernte aus trockener Erde und der Wasserreichtum aus Quellen und Flüssen keine einfachen. Dinge sind, die von selbst geschehen, sondern dass eine große Weisheit und Fürsorglichkeit dahinter wirksam ist. Die Stoffe, aus denen die Erde besteht, enthalten keine eigene Kraft, Wachstum hervorzubringen. Wer genau hinschaut, wird sehen, wie viele verschiedene Faktoren dazu notwendig sind. Zunächst muss auf der Erdoberfläche eine Schicht aus Substanzen entstehen, die ein Pflanzenleben ernähren kann. Sie muss so weich sein, dass Wurzeln in sie eindringen können. Danach ist ein System zur Bewässerung notwendig, so dass die Nahrungsstoffe im Wasser gelöst und von den Wurzeln aufgenommen werden können. Drittens ist eine Atmosphäre notwendig, die zerstörerische Einflüsse aus dem Weltall fernhält, Regenfälle ermöglicht und die für das Leben notwendigen Gase enthält. Viertens müssen Sonne und Erde in einem solchen Verhältnis zueinander stehen, dass angemessene Temperaturen und ein Wechsel der Jahreszeiten entstehen. Erst wenn alle diese Bedingungen erfüllt sind, ist Pflanzenleben überhaupt möglich. Wer vorurteilslos über diese wunderbare Anordnung nachdenkt, wird feststellen, dass dies alles nicht durch sich selbst entstanden sein kann. Ein weiser Plan liegt diesem allen zugrunde, nach dem die Harmonie dieser Faktoren festgelegt wurde. Dies kann nur das Werk des Einzigen Gottes sein. Nach diesem Argument für die Einheit Allahs spricht Allah: "Wollen sie nicht dankbar dafür sein?" (Mauduudi)

 

36. Gepriesen sei Der75, Der alle Arten und Geschlechter erschaffen hat76, von dem, was die Erde sprießen lässt, von euch selbst77, und von dem wovon sie kein Wissen besitzen78.

75. Er ist frei von allen Mängeln und Fehlern, Irrtümern und Schwächen sowie davon, dass irgendein anderer an seinem Werk teilhaben könnte. Polytheismus bedeutet eigentlich, Allah eine Schwäche oder Bedürftigkeit zu unterstellen, so dass Er gezwungen ist, einen Partner oder Teilhaber zu haben, oder anderen Wesen die Fähigkeit zuzuschreiben, sich in Allahs Wirken einzumischen, oder gar ein Vergleich Allahs mit irdischen Königen, die von einem Heer von Ministern, Prinzen und Prinzessinnen und Höflingen umgeben sind, die ihnen schmeicheln. Allah ist erhaben über all dies. (Mauduudi)

76. Das Geheimnis der Geschlechtlichkeit läuft durch die gesamte Schöpfung, den Menschen ebenso wie das Tier- und Pflanzenreich und möglicherweise auch andere Dinge, die wir nicht kennen. In der Natur gibt es Paare entgegengesetzter Kräfte, wie den positiven und negativen Pol in der Elektrizität und so weiter. Das Atom selbst besteht aus einem positiv geladenen Kern, der von negativ geladenen Elektronen umgeben ist. Die Materie besteht also aus Paaren entgegengesetzter Energieformen. (Juusuf `Allii)

77. Nämlich Männer und Frauen. (Darjabaadi)

78. Damit ist die Polarität in allem Geschaffenen ausgedrückt, sowohl im Belebten als auch im Unbelebten, die sich in der Existenz entgegengesetzter und doch einander ergänzender Kräfte ausdrückt wie der Sexualität bei Menschen, Tieren und Pflanzen, Licht und Dunkelheit, Wärme und Kälte, positiver und negativer Magnetismus und elektrischer Strom, positive und negative Ladungen der Elementarteilchen und so weiter. Zu dem Begriff "saudsch" زْوَاج vergleiche auch Suura 13:3 und die entsprechenden Fußnoten. "Das, wovon sie keine Kenntnis haben", bezieht sich offensichtlich auf Dinge oder Phänomene, die noch nicht erforscht sind, aber potentiell im Rahmen der wahrnehmbaren Dinge liegen. (Asad)

 

37. Und ein Zeichen für sie ist die Nacht, der Wir das Tageslicht entziehen79, und siehe, sie befinden sich in Finsternis80.

79. "Den Tag von der Nacht zurückziehen" ist ein passender Ausdruck. Der Tag oder das Licht ist das Positive. Die Nacht oder die Dunkelheit ist das Negative. Das Negative kann nicht weggezogen werden. Wenn jedoch das Positive, Wahre weggezogen wird, bleibt nichts als Leere, die zuvor von dem Positiven erfüllt war. Dieser ganze Abschnitt handelt von symbolischen Dingen oder Zeichen - Dingen in der materiellen Welt um uns herum, aus denen wir geistige Wahrheiten ablesen können, wenn wir uns ernsthaft damit beschäftigen. (Juusuf `Allii)

80. Auch der Wechsel von Tag und Nacht gehört zu den Phänomenen, die der Mensch für selbstverständlich halt. Wenn er jedoch gründlich darüber nachdenkt, wird er die Weisheit erfassen, die dahinterliegt und nur von einem einzigen Schöpfer ausgehen kann. Die Regelmäßigkeit, mit der Tag und Nacht einander abwechseln, ist nur dadurch möglich, dass Sonne und Erde an eine bestimmte Bahn gebunden sind. Auch die Beziehung des Wechsels von Tag und Nacht zur Existenz der Lebewesen ist ein Hinweis auf ein Wesen voller Weisheit. Wenn der Mensch nicht absichtlich die Augen vor den Tatsachen verschließt, kann er deutlich das ganze System als Allahs Werk erkennen. (Mauduudi)

Der Ausdruck im Qur’an über den Wechsel von Tag und Nacht ist einzigartig, besonders wenn wir die kosmischen Gegebenheiten kennen. Denn von der Erde aus gesehen ist der ganze Himmel dunkel, bis auf die halbe Erdkugel, die vor der Sonne steht. Sobald aber ein Erdbereich durch die ständige Erdumdrehung aus diesem Lichtbereich austritt, ist es als ob der lichte Tag von ihm abgezogen wird, und sie sinkt wieder in die Dunkelheit des umgebenden Himmels. (Qutb)

 

38. Und die Sonne eilt dem ihr gesetzten Ziel zu81. Dies alles ist die Planung des Allmächtigen, des Allwissenden82.

81. Es ist jetzt eine bekannte kosmische Tatsache, dass die Sonne nicht an ihrem Platz steht, sondern, dass sie sich wie jeder andere Stern in der Milchstraße mit großer Geschwindigkeit auf einer bestimmten Bahn fortbewegt, wobei die Milchstraße selbst samt ihren Millionen Sternen mit einer riesigen Geschwindigkeit im Universum hineilt. (Qutb)

Sowohl in ihrem täglichen Lauf als auch in ihrer jährlichen Umdrehung. (Darjabaadi)

`Abdullah ibn Mas'ud soll diesen Satz wie folgt verstanden haben: "sie läuft (in ihrer Bahn) ohne einen Ruheort", das heißt unaufhörlich. (Asad)

Das Wissen des Menschen verändert sich in jedem Zeitalter, so dass das, was er heute weiß, morgen schon wieder ungültig sein kann. In alten Zeiten glaubten die Menschen aufgrund ihrer Beobachtungen die Sonne drehe sich um die Erde. Nach weiteren Forschungen und Beobachtungen kamen sie zu dem Schluss, die Sonne stehe fest, und die Erde und Planeten sowie sämtliche Gestirne drehten sich um sie. Aber auch diese Theorie hielt sich nicht lange. Spätere Beobachtungen führten zu der Erkenntnis, dass sich sowohl die Sonne als auch die Gestirne auf verschiedenen Umlaufbahnen bewegen. Moderne Astronomen schätzen die Geschwindigkeit der Sonne auf etwa 20 km in der Sekunde. Mustaqarr kann entweder der Ort sein, wo sie dereinst zur Ruhe kommt, oder der Zeitpunkt, an dem ihr Lauf beendet ist. (Mauduudi)

82. Alle diese Zeichen weisen darauf hin, dass Allah, Der alles in diesem Universum leitet über außerordentlich große Macht und über umfassendes Wissen verfügt. (Qutb)

Der selbst über die größten Himmelskörper Macht hat, und dessen Entscheidungen alle von Seinem Wissen und Seiner Weisheit bestimmt sind. (Darjabaadi)

 

39. Und für den Mond haben Wir (je nach seiner Lage) Lichtgestalten bestimmt83, bis er84 wieder die Gestalt einer alten Dattelrispe annimmt85.

83. Die Stationen des Mondes entsprechen den 28 Teilen des Zodiac, die den täglichen Lauf des Mondes vom Erscheinen des Neumondes bis zum Verschwinden der Mondsichel markieren. (Juusuf `Allii)

Wie wir jetzt durch die Astronomie mit Gewissheit wissen, kommen die verschiedenen Lichtgestalten des Mondes dadurch zustande, dass seine der Sonne zugewandte Hälfte leuchtet, wahrend die andere Hälfte dunkel bleibt, und dass er in jedem Mondmonat die Erde einmal umläuft. Bei diesem Umlauf ändert sich seine Lichtgestalt je nach seiner Lage zwischen Erde und Sonne vom sichelförmigen Neumond, wenn er fast zwischen Sonne und Erde liegt, über Vollmond, wenn er auf der anderen Seite der Erde steht, zur Sichel, wenn er sich am Ende des Monats der Ausgangslage zwischen Sonne und Erde nähert. (Anm. d. Übers.)

84. Am Ende eines jeden Mondmonats. (Darjabaadi)

85. `Urdschun: eine Rispe von Datteln, oder der untere Teil einer Rispe. Wenn sie alt wird, wird sie gelb, trocken und verwelkt und krümmt sich wie eine Sichel. Daher wird hier die sichelförmige Erscheinung des Mondes damit verglichen. Der Mond durchläuft alle seine Phasen, bis er am Ende des Monats wieder als kleine, dünne Sichel sichtbar wird. (Juusuf `Allii)

Dies geschieht seit Jahrmillionen, und keine Veränderung der Mondphasen ist jemals eingetreten. Deswegen kann man immer genau berechnen, in welcher Phase sich der Mond an einem bestimmten Tag befindet. (Mauduudi)

 

40. Weder darf die Sonne den Mond einholen86, noch darf die Nacht dem Tag zuvorkommen87. Und jeder Himmelskörper hat eine bestimmte Laufbahn88.

86. Da sich Sonne und Mond auf verschiedenen Bahnen befinden und ihre Bewegungen unterschiedlich sind, können sie einander nicht "einholen". Wenn sich Sonne und Mond auf derselben Seite der Erde befinden, gibt es eine Sonnenfinsternis, und wenn sie sich auf genau entgegengesetzten Seiten befinden, gibt es eine Mondfinsternis. Sie können jedoch nicht kollidieren. Ihre Gesetzmäßigkeiten sind von Allah festgelegt und bilden die Grundlage der Astronomie. Ebenso folgen Tag und Nacht aufeinander, können jedoch nicht zusammentreffen, weil sie einander ausschließen: ein passendes Symbol für Gut und Böse, Wahrheit und Trug. Vergleiche auch oben Fußnote 79. (Juusuf `Allii)

Dieser Satz kann zwei Bedeutungen haben, die beide richtig sind:

1. Die Sonne hat nicht die Kraft, den Mond an sich zu ziehen, in seine Bahn einzudringen oder mit ihm zu kollidieren.

2. Die Sonne kann nicht zu den Zeiten erscheinen, die für den Aufgang des Mondes bestimmt sind. (Mauduudi)

87. Es kann auch nicht geschehen, dass die Nacht plötzlich hereinbricht, wenn der Tag noch nicht zu Ende ist. (Mauduudi)

88. Vergleiche auch Suura 21:33 und die entsprechenden Fußnoten. Sehr schön werden hier die Planeten und Himmelskörper beschrieben, wie sie mit geschmeidigen Bewegungen durch das Weltall "schwimmen". (Juusuf `Allii)

Für jedes Gestirn gibt es eine bestimmte Bahn und eine bestimmte Umlaufzeit, und es ist ihm nicht erlaubt, davon abzuweichen. (Qutb)

 

41. Und ein Zeichen für sie ist89, dass Wir ihre Nachkommenschaft in das vollbeladenen Schiff(Nuuchs) dahingetragen haben90.

89. Das arabische Wort "Falak" فَلَك wird hier für die Umlaufbahn der Planeten benutzt und hat eine andere Bedeutung als das Wort "Sama"  ("Himmel"). Dieser Satz weist auf vier Tatsachen hin:

1. Nicht nur Sonne und Mond, sondern alle Himmelskörper bewegen sich;

2. jeder hat seine eigene Umlaufbahn;

3. die Sphären bewegen sich nicht mit den Himmelskörpern darin, sondern die Himmelskörper bewegen sich in den Sphären; und

4. die Bewegung der Himmelskörper gleicht dem Schwimmen eines Gegenstandes in einer Flüssigkeit. Diese Ajas sollen jedoch keine astronomischen Tatsachen schildern, sondern dem Menschen begreiflich machen, dass er, wenn er mit offenen Augen und Vernunft seine Umgebung beobachtet, zahllose Zeichen für Allahs Existenz und Einheit findet. (Mauduudi)

Ein Zeichen für Allahs Herrlichkeit und Fürsorge. (Darjabaadi)

90. Wörtlich: "im beladenen Schiff': ein generischer Singular mit der Bedeutung des Plurals. Der Begriff "Nachkommenschaft" bezeichnet hier die Menschheit an sich. Vergleiche auch den immer wieder auftretenden Begriff "Kinder Adams". (Asad)

Das Schiff des Propheten Nuuch, Allahs Segen und Frieden auf ihm,. Alle späteren Menschen sind seine Nachkommen. (Mauduudi)

 

42. Und Wir haben für sie Gleichartiges geschaffen, mit dem sie sich fortbewegen können91.

91. Neben der Schönheit der Nacht mit ihren Sternen und Planeten, die auf ihren Umlaufbahnen "schwimmen" und vollkommenen Gesetzen folgen, die auf Symmetrie und Harmonie hinweisen, gibt es weitere Zeichen, die sich näher auf das Leben des Menschen beziehen, und zwar in der Geschichte und in seiner eigenen persönlichen Erfahrung. Die Geschichte unserer Art bringt uns zu der Geschichte von der Flut, die symbolisch für die Befreiung des Menschen von den Naturgewalten steht. Das Schiff Nuuchs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, ist das Symbol dieser Befreiung. Insofern war sie ein "Zeichen für alle Völker" (Suura 29:15). Die persönliche Erfahrung des Menschen wird angesprochen, wenn von einem Schiff auf hoher See die Rede ist. Es trägt den Menschen und seine Waren sicher und schnell über das Meer. Eingeschlossen sind auch moderne Flugzeuge, die durch die Luft statt durch das Wasser "schwimmen". (Juusuf `Allii)

Vergleiche auch Suura 16:8 und die entsprechende Fußnote. An beiden Stellen wird der Erfindungsreichtum des Menschen als direkte Manifestation der Schöpferkraft Allahs geschildert. (Asad)

 

43. Und wenn Wir wollen, lassen Wir sie ertrinken, dann wird niemand ihren Hilferufen folgen, noch werden sie gerettet92,

92 Ein Schiff mitten im großen Meer ist wie eine Feder in einem Windstrom, und sei es auch so mächtig und groß gebaut. Das wissen alle, die eine große Seereise unternommen haben. Bei Seenot hilft nur die Barmherzigkeit Allahs, dann dürfen sie noch eine Weile weiterleben, bis zu der jedem von ihnen vorgeschriebenen Stunde. (Qutb)

 

44. Außer durch Unsere Barmherzigkeit und damit sie das Leben noch eine Weile genießen93.

93. Vergleiche Suura 16:80. Allah hat alle diese wunderbaren Dinge dem Menschen gegeben, ebenso das, was er mit Hilfe der Intelligenz und des Geschicks, das Allah ihm gewährt hat, selbst herstellt. Ohne diese Gaben wäre der Mensch nicht in der Lage, sich auf dem Wasser oder in der Luft aufzuhalten, und selbst auf dem Land wäre sein Leben gefährdet. Allein Allahs Barmherzigkeit bewahrt den Menschen davor, dass er aufgrund seiner Unvernunft Schaden nimmt. Auch sollte er das Nutzungsrecht für alle diese Dinge nicht als selbstverständlich oder gar ewig betrachten: sie wurden ihm nur auf eine bestimmte Zeit gegeben, für dieses Leben, in dem er sich bewähren soll. (Juusuf `Allii)

Die vielfältigen Naturkräfte wurden dem Menschen durch Allah dienstbar gemacht, nicht durch seine eigenen Errungenschaften. Welche Methode er auch immer ausfindig macht, diese Kräfte zu entdecken und zu nutzen, es geschieht durch Allahs Rechtleitung. Und er behält die Kontrolle darüber auch nur so lange, wie Allah sie ihm zur Verfügung stellt. Dieselben Kräfte, die dem Menschen dienen, können sich plötzlich, wenn Allah es so will, gegen den Menschen wenden, so dass dieser sich ihnen hilflos ausgeliefert sieht. Um diese Wahrheit zu verdeutlichen, hat Allah hier das Beispiel einer Seereise angeführt. Die gesamte Menschheit wäre untergegangen, wenn Allah nicht dereinst Nuuch, Allahs Segen und Frieden auf ihm, gelehrt hätte, das Schiff zu bauen. Und ohne Schiffe wäre es nicht möglich gewesen, die Meere zu überqueren und fremde Erdteile zu besiedeln. Aber selbst wenn der Mensch heute riesige Schiffe mit aller technischen Vollkommenheit baut, kann er nicht behaupten, Flüsse und Meere völlig unter seine Gewalt gebracht zu haben. bis heute hat Allah allein Macht über Seine Gewässer, und Er kann durchaus Menschen mitsamt ihren Schiffen untergehen lassen. (Mauduudi)

 

45. Und wenn ihnen gesagt wird: "Nehmt euch in Acht vor den Folgen dessen, was schon eingesetzt hat, und was noch kommen wird, auf dass ihr Erbarmen findet!" (schlagen sie die Warnung in den Wind)94.

94. Der Mensch sollte nachdenken und sich vor den Folgen seiner Vergangenheit hüten, ebenso aber auch vor den zukünftigen Konsequenzen seines Verhaltens. Die Gegenwart ist nur ein flüchtiger Augenblick zwischen Vergangenheit und Zukunft und schon vorbei, bevor man sich dessen wirklich bewusst wird. Der Mensch sollte sein ganzes Leben überdenken und sich auf das zukünftige Leben vorbereiten. Wenn er dies tut, dann ist Allah barmherzig: Er wird vergeben und für ein besseres Leben in der Zukunft Kraft geben. Eine Lehre dieser Art missfällt jedoch denen, die sich in diesem vergänglichen Leben verfangen haben. Zu ihrem eigenen Nachteil wenden sie sich gelangweilt davon ab. (Juusuf `Allii)

Die Strafe in dieser Welt, und die Strafe im zukünftigen Leben. (Darjabaadi)  thgüöüöü 

Dies bezieht sich sowohl auf die absichtlichen Handlungen als auch auf die verborgenen Absichten. (Asad)

 

46. Und es kommt kein Zeichen von den Zeichen ihres Herrn zu ihnen95, ohne dass sie sich davon abwenden96.

95. Die Zeichen Allahs sind zahlreich - in der Natur, in den Menschenherzen, und auch in den Offenbarungen, die durch die Gesandten übermittelt worden sind. Sie wenden sich von diesem allem ab, so wie jemand, dessen Augen beschädigt sind, sich vom Licht abwendet. (Juusuf `Allii)

Wörtlich: "kein Zeichen von den Zeichen ihres Herrn"; da das Wort "Aja", das im vorliegenden Abschnitt öfter vorkommt, auch "Botschaft" bedeutet, kann man übersetzen: "keine von den Botschaften ihres Herrn". (Asad)

96. Sowohl die Ajas heiliger Schriften als auch die Zeichen im Universum und im Inneren des Menschen dienen als Lehren für den Menschen, vorausgesetzt, dass er bereit ist, daraus zu lernen. (Mauduudi)

 

47. Und wenn ihnen gesagt wird: "Spendet von dem, was Allah euch an Gut beschert hat97," sagen diejenigen, die die Botschaft ablehnten, zu denen, die sie akzeptierten: "Sollen wir jemandem zu essen geben, den Allah, wenn Er gewollt hätte, direkt mit Essen versorgt hätte98? Ihr befindet euch wahrhaftig in offenkundigem Irrtum99."

97. Alle Mittel zum Unterhalt auf der Erde kommen von Allah, Der uns erschaffen hat; nichts davon hat der Mensch erschaffen, und über nichts kann er eigentlich wirklich verfügen. Allah hat uns durch Sein Gebot alle diese Dinge nutzbar gemacht und verteilt sie Seinem Willen entsprechend, indem Er sie den einzelnen Menschen mal viel, mal wenig zuteilt. Durch dieses Gebot, Allahs Gaben weiterzugeben, soll das Innere sowohl der Reichen, wie auch der Armen geläutert und in der Gesellschaft eine gegenseitige Liebe und Barmherzigkeit hergestellt werden. (Qutb)

Vielleicht fordern gute Menschen die Selbstsüchtigen auf: "Allah hat euch Reichtum, Einfluss, Wissen oder Fähigkeiten gegeben. Warum verwendet ihr dies nicht zum Nutzen eurer Mitgeschöpfe?" Die Selbstsüchtigen denken jedoch nur an ihren eigenen Vorteil und spotten über solche Ermahnungen. (Juusuf `Allii)

Die ethische Bedeutung des Gebens wird im Qur`an immer wieder betont und liegt der Institution von Sakaa, der Armensteuer, zugrunde. (Asad)

98. Sie sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um in ihrem Herzen Platz für andere zu haben, und sagen: „Warum sollen wir ihnen etwas geben, wenn Allah ihnen nichts gegeben hat?" Darin liegt sowohl Arroganz als auch Gotteslästerung; Arroganz insofern, als sie ihre Privilegien auf ihre eigenen Verdienste zurückführen, und Gotteslästerung, da sie Allah die Schuld für irdische Missstände zuschieben. Darüber hinaus werfen sie den Mu'mins vor, sich auf dem falschen Weg zu befinden. Dabei vergessen sie, dass sich alle Menschen zur Bewährung auf dieser Erde befinden: alle Gaben Allahs sind anvertrautes Gut, und wer weniger bevorzugt zu sein scheint, weil er weniger irdische Güter besitzt, ist vielleicht glücklicher dran, indem er Geduld und Bescheidenheit lernt. (Juusuf `Allii)

99. In Wirklichkeit befinden sich diejenigen eindeutig im Irrtum, die Allahs Gesetzmäßigkeiten, die Bewegungen res Lebens und die Bedeutung dieser Bewegungen nicht begreifen. Der Islam bietet ein System an, in dem optimale Gerechtigkeit zwischen den einzelnen Individuen hergestellt wird, so dass der Mensch seiner Aufgabe als Statthalter Allahs auf dieser Erde gerecht werden kann. (Qutb)

Der Kufr hat nicht nur ihren Intellekt getrübt, sondern auch ihr ethisches Gespür zerstört. Sie haben weder die richtige Haltung Allah gegenüber noch die richtige Einstellung zu ihren Mitmenschen. Sie reagieren ablehnend auf jede Ermahnung und verschanzen sich hinter einer Lebensanschauung, die diesem Verhalten entspricht. (Mauduudi)

 

48. Und sie sagen: "Wann wird diese Verheißung in Erfüllung gehen100, wenn ihr die Wahrheit redet101?"

100. Als spöttische Herausforderung den Muslimen gegenüber. (Darjabaadi)

In der Auseinandersetzung zwischen dem Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm,- und den Kaafirs ging es außer um die Einheit Allahs auch um das zukünftige Leben. Am Ende dieses Abschnittes werden rationale Argumente angeführt. Hier wird jedoch zunächst ras zukünftige Leben anschaulich geschildert. (Mauduudi)

101. Der Mensch kann die Erfüllung der Verheißung Allahs weder beschleunigen noch verzögern, ebenso wenig kann er sie herausfordern. Allah ist es, der alle Dinge beschließt und eintreten lässt, sobald Seiner Weisheit entsprechend die Zeit dafür reif ist. (Qutb)

Zusätzlich zu Arroganz und Gotteslästerung, wie sie im letzten Aja dargestellt wurden, weisen sie nicht nur den Islam ab, sondern verspotten mu’min Menschen, als ob diese einen Irrtum verbreiten wollten: "Wenn es ein zukünftiges Leben gibt, dann sagt uns doch, wann das sein wird!" Die Antwort darauf lautet: "Es wird eher kommen als ihr erwartet. Ihr debattiert vielleicht gerade über den Islam und versäumt die Gelegenheiten in eurem Leben, wenn die Stunde anbricht und ihr keine Möglichkeit mehr habt, Vorkehrungen zu treffen. Ihr werdet dann von allen getrennt, die euch lieb und wert waren oder euch helfen konnten." (Juusuf `Allii)

 

49. Das, worauf sie warten, ist ein einziger Schrei, der sie ergreifen wird, während sie noch miteinander streiten102.

102. Wörtlich: "Sie warten auf nichts als auf einen einzigen Stoss." (Asad)

 

50. Dann werden sie weder ein Vermächtnis hinterlassen noch zu ihren Angehörigen zurückkehren können103.

103. Die Auferstehung kommt plötzlich, während die Menschen ihren alltäglichen Beschäftigungen nachgehen und nicht damit rechnen, dass die Stunde des Gerichts hereinbricht. Der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, schilderte dies ausführlich wie folgt: "die Leute gehen wie gewöhnlich auf den Strassen einher, kaufen und verkaufen auf den Märkten und diskutieren ihre Angelegenheiten in ihren Versammlungen, wenn plötzlich die Posaune erschallt. Derjenige, der gerade Stoff kauft, fällt nieder, ohne Zeit zu haben, den Stoff aus der Hand zu legen. Derjenige, der gerade den Trog füllt, um seine Tiere zu tränken, hat keine Zeit mehr, sie zu tränken. Derjenige, der gerade beim Essen sitzt, hat keine Zeit mehr, den Bissen zum Mund zu führen. Dann findet die Auferstehung statt." (Mauduudi)

 

Abschnitt 4

51. Dann wird in die Posaune gestoßen104 und sogleich kommen sie aus den Gräbern zu ihrem Herrn herbeigeeilt105.

104. Zum zweiten Mal. (Alousi)

Nach der Überlieferung ist Israafiil der Engel, der die Posaune bläst, aber der Name wird im Qur`an nicht genannt. Die Posaune wird an verschiedenen Stellen erwähnt, beispielsweise in Suura 6:73 und 78:18. (Juusuf `Allii)

105. Die Erde wird völlig verwandelt. Dann werden die Toten wiederbelebt, jeder an der Stelle, wo er gestorben ist. (Mauduudi)

 

52. Sie werden sagen: "Wehe uns106! Wer hat uns erweckt aus unserem Todesschlaf107?" Dies ist, was der Allbarmherzige versprochen hat und die Gesandten haben die Wahrheit gesagt108.

106. Erschreckt von der Furchtbarkeit des Gerichtstages. (Darjabaadi)

107. Die Toten stehen auf, als ob sie benommen wären, und sind in der neuen Situation verwirrt. Allmählich kehrt ihre Erinnerung und ihre Persönlichkeit zurück. Sie werden daran erinnert, dass Allah in Seiner Gnade und Barmherzigkeit den Gerichtstag bereits in ihrem vergänglichen Erdenleben angekündigt hatte. Das Wort der Gesandten Allahs das dereinst so fremdartig und entfernt klang war wahr und ging nun in Erfüllung. (Juusuf `Allii)

Sie erkennen nicht, dass sie tot waren und erst nach einer langen Zeitspanne wieder zum Leben auferweckt wurden, sondern es erscheint ihnen so, als ob sie eingeschlafen wären und plötzlich durch eine furchtbare Katastrophe erweckt worden wären. (Mauduudi)

108. Es ist nicht ganz eindeutig, wer diese Antwort gibt. Vielleicht kommen sie selbst nach einiger Zeit zu ihrem Entsetzen zu der Erkenntnis, dass hier genau das passiert, wovor sie der Gesandte Allahs seinerzeit gewarnt hatte, während sie seine Mahnungen in den Wind schlugen. Vielleicht klären auch die Mu'mins ihr Missverständnis auf und teilen ihnen mit, dass sie nicht aus dem Schlaf erwacht, sondern vom Tod auferstanden sind. Möglicherweise verstehen sie dies auch aus dem Zusammenhang der Ereignisse, oder die Engel teilen es ihnen mit. (Darjabaadi)

 

53. Und es war nichts anderes als ein einziger Schrei109 dann wurden sie allesamt gleich vor Uns gebracht110.

109. Zeit und Raum, wie wir sie hier kennen, existieren nicht mehr, alle Menschen werden in einem Augeblick versammelt. Vergleiche auch oben Aja 49. (Juusuf `Allii)

110. So dass kein Verdienst ohne Lohn und kein Vergehen ohne Strafe bleibt. (Darjabaadi)

 

54. Heute soll keiner Seele das geringste Unrecht geschehen111 und euch wird nur das vergolten, was ihr (in eurem Erdenleben) gewirkt habt112.

111. Dies teilt Allah den Kaafirs und Ungerechten mit, wenn sie vor Seinem Richterstuhl stehen. (Mauduudi)

112. Das Gericht erfolgt nach den höchsten Grundsätzen der Gerechtigkeit und Gnade. Nicht der geringste Verdienst bleibt ohne Lohn, obgleich er für die Rechtschaffenen ihren Verdienst um vieles übersteigt. Keine Strafe wird vollstreckt außer der, die der Ungerechte durch seine vergangenen Handlungen selbst über sich gebracht hat. Vergleiche auch Suura 28:84. (Juusuf `Allii)

 

55. Wahrlich, die Erben des Paradieses113 werden an diesem Tag Freude haben an dem, was sie tun114.

113. Die Bewohner des Paradieses befinden sich in bester Stimmung. Sie unterhalten sich mit ihresgleichen in vorzüglicher Art. Ibn Abi Haatim und ibn Maadscha berichten: Einmal sagte der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, zu seinen Gefährten: "Wer ist bereit, sich anzustrengen für das Paradies? Das Paradies ist in seiner Schönheit gar nicht zu ahnen. Beim Herrn der Kaaba - es ist ein vollkommenes Licht, das glitzert, und ein angenehm duftender Baumgarten, ein schön erbautes Schloss mit einem nie versiegendem Fluss, reifes schmackhaftes Obst, eine wunderschöne Ehefrau, viele schöne Kleider, und ein ewiger Aufenthalt am Ort des Friedens, und frische Früchte, und Wohlsein und dauernde Geschenke an einem erhabenen, glanzvollen Aufenthaltsort." Sie antworteten: "Ja, oh Gesandter Allahs. Wir wollen uns anstrengen dafür." Der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte: "Sagt, wenn Allah will!" Und sie sagten: "Wenn Allah will." (ibn Kasir)

114. Die aufrichtigen Mu'mins werden nicht auf der Ebene der Auferstehung zurückgehalten, sondern gelangen gleich ohne jede Rechenschaft oder mit nur geringfügiger Befragung ins Paradies, denn da sind keine Fehler oder Vergehen, die vergolten werden müssten. (Mauduudi)

 

56. Sie und ihre Ehegatten werden im Schatten behaglich auf Ehrensitzen lehnen115

115. Aswaadsch أَزْوَاجُ : Gatten und Gattinnen. (Anm. d. Übers.)

Offensichtlich sind hier ihre mu’min rechtschaffenen Ehefrauen im irdischen Leben gemeint. Es können aber auch die für sie neugeschaffenen Paradiesfrauen sein oder die rechtschaffenen Frauen, die starben ohne zu heiraten, oder deren Frauen, die starben ohne zu heiraten, oder deren Ehemänner kaafir waren und die Botschaft Allahs zurückwiesen, wie die Frau des Pharao, von der gesagt wird, dass sie im Paradies die Frau des Propheten Muhammads sein wird. (Alousi)

 

57. Schmackhaftes Obst ist für sie dort bereit, und alles, was sie sich wünschen116,

116. Außer den äußeren Gegebenheiten der Glückseligkeit hat die Glückseligkeit im zukünftigen Leben eine innere Qualität, die mit dem Wort "faakihatun" فَاكِهَةٌ ("Früchte") zum Ausdruck gebracht wird. Die Wurzel "Fakir" bedeutet "voller Freude sein", "sich sehr freuen". Die gewöhnliche Übersetzung "Früchte" ist von dem Gedanken abgeleitet, dass der Geschmack erlesener reifer Früchte das Herz eines Menschen erfreut. So wie "akala" (wörtlich: "essen" auch im Sinne von "genießen" gebraucht wird (vergleiche Suura 5:69 und 13:35 und die entsprechenden Fußnoten), so steht "Früchte" hier für eine Glückseligkeit, die mit einem besonders verfeindeten Geschmack verbunden ist. Mit anderen Worten, es handelt sich um jene höchste Art der Freude, die mehr auf der inneren Empfindung als auf den äußerlichen Umständen beruht. Dies wird im zweiten Satz noch stärker betont: "sie bekommen, was immer sie sich wünschen". (Juusuf `Allii)

 

58. Frieden! - wird ihnen entboten von einem allbarmherzigen Herrn117.

117. Viertens erreichen wir schließlich die höchste Stufe der Glückseligkeit, den mystischen Gruß "Frieden!" von Allah, dem Allerbarmer. Vergleiche auch Suura 10:10. Dies Wort fasst das höchste Ziel zusammen, denn es erklärt das Wesen Allahs, des Allerhöchsten: Er ist nicht nur ein Herr und Erhalter, sondern ein Herr, dessen höchste Herrlichkeit Barmherzigkeit, und Frieden ist. (Juusuf `Allii)

Vergleiche auch Suura 5:16 und die entsprechenden Fußnoten, wo das Wort "Salaam" سَلَام näher erläutert wird. (Asad)

 

59. "So sondert euch heute ab, O ihr Sünder118!

118 Beachte, wie dieser fein abgewogene Abschnitt, nachdem er den Gipfel des Subtilen in der Darstellung der Glückseligen erreicht hat, uns wieder herunterholt, um den Zustand der Ungerechten allmählich absteigend zu betrachten. Dieser Aja bezieht sich zunächst auf ihren negativen Zustand der Isolation. Von diesem Tag des Gerichts an werden sie keine Gelegenheit mehr haben, sich in der Gesellschaft der Glückseligen aufzuhalten oder vielleicht sogar geistig von dieser Nähe zu profitieren. Der Tag des Gerichts ist ein Tag der Trennung, der Entscheidung. Jede Seele findet ihr wirkliches Niveau, denn die Zeit der Bewährung ist vorbei. (Juusuf `Allii)

Dies kann zwei Bedeutungen haben:

1. Trennt euch von den rechtschaffenen Mu'mins, denn selbst wenn ihr in der Welt zur selben Gemeinschaft oder Nation gehört habt, bleibt euch jetzt keinerlei Verbindung mehr mit ihnen.

2. Trennt euch voneinander denn jetzt könnt ihr nicht länger eine Gruppe bleiben. Alle eure Parteien sind aufgelöst, und alle eure Verbindungen sind zerrissen. Jeder von euch wird für seine eigenen Vergehen zur Rechenschaft gezogen. (Mauduudi)

Während bei den rechtschaffenen Dienern Allahs die Rechenschaft am Gerichtstag hier gar nicht erwähnt wird, wird sie zu einen Alptraum für die Verbrecher und Übeltäter. Sie werden öffentlich getadelt und gerügt. (Qutb)

 

60. O ihr Kinder Adams! Habe Ich euch nicht dringend geraten nicht dem Schaytan zu dienen119. Wahrlich, er ist euch ein offenkundiger Feind120!

119. Dies ist ein Tadel, der sich an die Ungerechten richtet, eher traurig als im Zorn. Sie werden als "Kinder Adams" angesprochen, womit zweierlei betont werden soll:

1. dass sie ihre Vorfahren verraten haben, denn Adam bereute nach seinem Fall und erlangte Vergebung, und das hohe Ziel der Menschheit stand allen seinen Nachkommen offen; und

2. dass Allah der Barmherzige in allen Zeitaltern immer wieder die Menschheit vor Schaytans Fallstricken gewarnt hat und stets darüber wachte, dass die Menschen die Möglichkeit hatten, sich von diesen wieder zu befreien. (Juusuf `Allii)

120. Der Ausdruck "Kinder Adams" soll noch einmal besonders betonen, dass Schaytan die Ureltern der Menschen aus dem Paradies vertrieben hat. Damit soll hervorgehoben werden, wie absurd es ist, ihm zu dienen, da er doch ihr offenkundiger Feind ist. (Qutb)

Zur Bedeutung dessen was der Qur`an als "dem Schaytan dienen" bezeichnet, vergleiche auch Suura 19:44 und die entsprechenden Fußnoten. (Asad)

 

61. Und dass ihr Mir dienen sollt121; das ist ein gerader Weg122.

121. Außer der negativen Warnung wurde ihnen ein positiver Weg aufgezeigt, der gerade Weg derer, die Allahs Gnade annehmen und Glückseligkeit erlangen, das Seil, das sie vor dem Schiffbruch bewahrt, der Schild, der sie vor Angriffen schützt, der Schlüssel zu Allahs Nähe. (Juusuf `Allii)

122. "Dienen" wird hier im Sinne von "gehorsam sein" benutzt. Das Thema wurde bereits in den Fußnoten zu Suura 2:172; 4:117; 9:31; 18:52; 19:42 und an anderen Stellen ausführlich erläutert. (Mauduudi)

 

62. Und doch hat er eine große Zahl von euch irregeführt. Wollt ihr denn nicht verstehen123

123. Hier wird darauf hingewiesen, dass ihnen Vernunft gegeben worden war, so dass sie mittels ihrer eigenen Fähigkeiten ihre eigenen besten Interessen hätten beurteilen können. Sie aber missbrauchten diese Fähigkeiten und vergeudeten absichtlich ihre Möglichkeiten. Und nicht nur wenige, sondern so viele! Trotz der individuellen Fürsorge ihres Schöpfers liefen sie in ihr Unheil. (Juusuf `Allii)

 

63. Dies ist die Hölle, die euch angedroht worden ist124!

124. Schließlich werden sie mit den nackten Tatsachen konfrontiert - der Hölle - dem Zustand der Verdammnis, den sie so leicht hätten vermeiden können. (Juusuf `Allii)

Der Satz: "Dies ist die Hölle" weist auf die Tatsache hin, dass die Erkenntnis der Ungerechten, vom rechten Wege abgewichen zu sein, obwohl die Propheten sie immer wieder gewarnt haben, in sich selbst bereits im zukünftigen Leben Leiden verursacht. (Asad)

 

64. Heute sollt ihr darin brennen dafür, dass, was ihr an Kufr zu betreiben pfleget125!"

125. Da sie absichtlich und hartnäckig alle Lehren, Rechtleitung und Warnungen zurückgewiesen haben, werden sie jetzt aufgefordert, das Feuer der Strafe zu erfahren, denn es ist die Folge ihrer eigenen Handlungen. (Juusuf `Allii)

 

65. Heute werden Wir ihnen den Mund versiegeln126, und ihre Hände werden stattdessen zu Uns sprechen und ihre Füße werden über alles Zeugnis ablegen, was sie (in ihrem Erdenleben) begangen haben127.

126. Die Kaafirs verstummen. Sie sind unfähig zu sprechen oder sich zu verteidigen (die Folgen aller Handlungen, die aufgrund der Gesetzmäßigkeiten Allahs eintreffen, werden (in der Sprache des Qur’ans Allah zugeschrieben). Aber ihr Schweigen ändert nichts. Ihre eigenen Hände und Füße legen Zeugnis gegen sie ab. Hände und Füße stehen in diesem Fall symbolisch für alle die Handlungsmöglichkeiten, die ihnen in diesem Leben gegeben worden sind, einschließlich ihrer Fähigkeiten. Dieselbe erweiterte Bedeutung gilt für das Wort "Augen" im folgenden Aja. Vergleiche auch Suura 12:20-21, wo davon die Rede ist, dass Augen, Ohren und Haut Zeugnis gegen den ablegen, der sie missbraucht. (Juusuf `Allii)

127. Gerade auch dieses Zeugnis der Hände und Füße lässt die Ungerechten um so mehr verstummen. (Darjabaadi)

 

66. Und wenn Wir wollten128, könnten Wir ihr Augenlicht plötzlich auslöschen129, dann würden sie sich (auf der Suche) nach dem Pfad gegenseitig stoßen, doch wie sollten sie ihn sehen?

128. "Wenn es Unser Wille gewesen wäre": wenn es mit Allahs Willen und Plan übereingestimmt hätte. Wenn Allah nicht die Absicht gehabt hätte, dem Menschen in einem gewissen Rahmen Willensfreiheit oder Entscheidungsmöglichkeiten zu geben, dann hätte sich die Sache anders verhalten. Es gäbe keine ethische Verantwortlichkeit und keine Rechenschaft. Menschen hätten keine Einsicht oder Intelligenz und könnten nicht für Unvernunft und Unverständnis getadelt werden. So verhält es sich jedoch nicht. (Juusuf `Allii)

129. Es wird veranschaulicht, wie die Übeltäter und Verbrecher klein und hilflos sind, und wie es ganz leicht für Allah ist, sie der gerechten Strafe zuzuführen, die sie verdienen. Sie waren undankbar, und wollten ihre Augen nicht dazu verwenden, um die Zeichen in Seiner Schöpfung zu sehen. Heute hätten sie es verdient, blind herumzuirren. Sie waren auf der Erde fähig, sich überall zu bewegen und Allahs Gaben zu genießen, wollten Ihm aber weder gebührend danken, noch Ihm allein dienen. Heute hätten sie es verdient, zu Stein verwandelt zu werden, so dass sie sich weder nach vorn noch nach hinten bewegen können. (Alousi)

 

67. Und wenn Wir wollten, so könnten wir sie auf der Stelle zu Stein verwandeln130, dann könnten sie weder vorwärts noch rückwärts gehen131.

130. Wäre es Allahs Plan gewesen, dem Menschen keine Willensfreiheit zu gewähren, dann hätte Er ihn ganz anders erschaffen oder zu einem bewegungsunfähigen Wesen machen können wie beispielsweise einen Baum. Oder Er hätte ihm moralische und geistige Eigenschaften geben können, die weder Fortschritt noch Degenerierung zulassen. Der Mensch wäre dann nicht in der Lage, die Höhen zu erreichen, die ihm jetzt offen stehen, durch Umkehr Gnade und Vergebung zu erlangen und weiterhin auf seinem Weg fortzuschreiten. Es war Allahs Wille, dem Menschen alle diese Privilegien zu geben, und der Mensch muss die Verantwortung dafür auf sich nehmen. (Juusuf `Allii)

131. Solange eure von Allah gegebenen Fähigkeiten und Kräfte voll funktionsfähig sind, bleibt ihr eurer Arroganz verhaftet, aber sobald euch eine von ihnen ihren Dienst versagt, fühlt ihr euch völlig hilflos. (Mauduudi)

 

Abschnitt 5

68. Und wem Wir ein langes Leben gewähren, dessen Körperkraft lassen Wir wieder abnehmen132. Wollen sie denn nicht begreifen133?

132. Der Mensch soll vernünftig sein und sich von seiner vorübergehenden geistigen und körperlichen Stärke nicht verblenden lassen. Wie er an alten Menschen feststellen kann, lassen diese Stärken mit dem Alter allmählich wieder nach. Er soll Allah für die ihm geliehenen Kräfte dankbar sein und sie zur Unterstützung schwacher und hilfsbedürftiger Menschen benutzen und zur Erlangung von Allahs Zufriedenheit indem er gute Taten verrichtet. Er hat nicht viel Zeit zu verlieren. (Alousi)

Er wird im hohen Alter ebenso schwach wie er als Kind war. (Mauduudi)

133. Der Mensch sollte niemals seine moralischen Entscheidungen aufschieben - denn Menschen sind insofern privilegierte Geschöpfe, als sie über Entscheidungsfähigkeit und einen gewissen freien Willen verfügen, sollten jedoch auch bedenken, dass "der Mensch schwach erschaffen wurde" (vergleiche Suura 4:28) und im hohen Alter noch schwächer wird, so dass ihm wenig Zeit zur Verfügung steht. (Asad)

 

69. Und Wir haben ihn nicht die Dichtkunst gelehrt134, noch steht ihm dies an135. Es ist nichts anderes als eine Ermahnung136 und ein klarer und deutlicher Qur`an137;

134. Dies knüpft an die ersten Ajas dieser Suura an, wo vom Ursprung des Qur'an die Rede ist. Hier wird der Vorwurf gegen den Propheten zurückgewiesen, er sei ein Dichter, und der Qur`an sei ein von ihm verfasstes Werk. Die mächtigen Herren der Quraisch - dem mächtigen Stamme Mekkas - wussten wohl, dass der Qur`an keine Fiktion war. So dumm und unerfahren waren sie nicht. Sie bangten aber um ihren Einfluss, und versuchten mit allen Mitteln das makkanische Volk davon zurückzuhalten, dem Propheten und seiner monotheistischen Religion zu folgen. Sie behaupteten unter anderem, er sei ein Dichter, und hätte den Qur'an selber erdichtet. Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, war vierzig Jahre alt, als er zum Gesandten Allahs berufen wurde. Er stammte von der edelsten Familie der Quraisch und war den Makkaner als ehrlich und zuverlässig wohl bekannt. Vor seiner Berufung hatte er keinen einzigen Aja gedichtet. Es stand ihm nicht an, Dichter zu sein. Er sollte Prophet werden, das heißt sein Herz sollte stets mit Allah verbunden sein, um die Offenbarung von Ihm zu empfangen, und Seine Diener aufzufordern, sich Ihm zuzuwenden. Die Dichtung ist in ihrer besten Form Ausdruck menschlicher Sehnsucht nach Schönheit und Vollkommenheit, und wird gekennzeichnet durch die Beschränktheit und Unvollkommenheit des Menschen, seiner Kenntnisse und seiner Vorstellungen. Das ist das höchste Niveau der Dichtung. Auf niedrigerem Niveau ist sie Ausdruck von Erregungen und Aufwallungen, und Geschrei von niedrigen Instinkten, während die Offenbarung Allahs an die Propheten eine Rechtleitung ist für die Menschen, eine Rechtleitung von bleibender Ernsthaftigkeit, Wahrhaftigkeit und Hoheit. (Qutb)

Vergleiche auch Suura 26:224 und die entsprechenden Fußnoten. "Dichtung" ist hier im Sinne von Fiktion, imaginären Erzählungen und Unwahrheit gebraucht, während der Qur`an eine praktische Führung ist, wahr und eindeutig. (Juusuf `Allii)

135. Es wäre seiner prophetischen Würde nicht angemessen. Ein altarabischer Dichter stand oft in dem Ruf, magische Kräfte zu besitzen oder von Dämonen inspiriert zu sein. (Darjabaadi)

Vergleiche auch Suura 26:224 und die entsprechenden Fußnoten. Sowohl die zeitgenössischen Gegner als auch spätere Kritiker des Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, unterstellten ihm, die Offenbarung sei in Wirklichkeit das Produkt seiner poetischen Fähigkeiten. Der Qur'an weist dies zurück, indem er auf den fundamentalen Unterschied zwischen Dichtung und Offenbarung - speziell der qur`anischen hinweist. In ersterer geht es um Reim und Rhythmus, während dies im Qur'an der Bedeutung untergeordnet sind. Vergleiche auch Suura 26:225 und die entsprechenden Fußnoten. (Asad)

136. Eine Erinnerung oder Botschaft von Allah, die die Menschen zu Taqwa und Gehorsam aufruft und nicht zulässt, dass sie irrealen Wunschträumen und Aberglauben zum Opfer fallen. (Darjabaadi)

137. Das Wort "mubiin" مُّبِين wird in den Fußnoten zu Suura 12:2 ausführlich erläutert. Der Qur'an ist in sich selbst klar und eindeutig und zeigt deutlich die Wahrheit. (Asad)

 

 

70. Damit er diejenigen warnt, die noch am Leben sind138, und damit sich das Wort bewahrheitet gegen die139, die kaafir sind140.

138. "Lebendig" bedeutet im Deutschen ebenso wie im Arabischen nicht nur "physisch lebendig", sondern mit all den aktiven Eigenschaften ausgestattet, die wir dem Leben zuordnen. In religiöser Sprache werden diejenigen, die nicht auf die Wahrheiten des geistigen Lebens reagieren, als tot bezeichnet. Die Botschaft Allahs durchdringt im geistigen Sinne die Herzen derer, die lebendig sind. (Juusuf `Allii)

Denjenigen, deren Gewissen lebendig ist. (Darjabaadi)

Jeder, der in der Lage ist, zu denken und zu verstehen; der nicht wie ein Stein regungslos und ungerührt bleibt, wie freundlich und vernünftig man ihm auch den Unterschied zwischen Wahrheit und Trug erklären mag. (Mauduudi)

139. Vergleiche auch Suura 28:63. Wenn Menschen die Wahrheit den Islam selbst dann ablehnen, wenn sie ermahnt und gewarnt worden sind, ist der Vorwurf der absichtlichen Auflehnung berechtigt. Sie können sich nicht mehr auf Unwissenheit oder Unkenntnis berufen. (Juusuf `Allii)

Vergleiche auch oben Aja 7. (Asad)

140. "Kufr" und "Leben" werden hier einander gegenübergestellt, wobei Kufr dem Tod gleichgesetzt wird und die Bewegung des Herzens durch den Imaan dem Leben. Die Aufgabe des Propheten besteht darin, durch diesen Qur`an diejenigen zu ermahnen, in deren Herzen noch ein Lebensfunke ist. Die ewig Undankbaren, die schon seelisch tot sind, wollen gar nicht auf den Warner hören und ziehen somit die Strafe auf sich, denn Allah straft niemanden, ohne dass ihm zuvor eine deutliche Warnung zugekommen wäre und er diese ohne triftigen Grund zurückgewiesen hat. (Qutb)

 

71. Haben sie denn nicht gesehen141, dass Wir ihnen142 aus Unserer Hände Werk143 (auch das Vieh) schufen, über das sie gebieten? -144

141. "Sehen sie denn nicht?" Denn die hier erwähnten Zeichen Allahs sind alle für sie eindeutig wahrnehmbar. Nichts ist verborgen oder unverständlich, und nichts hindert sie daran, darüber nachzudenken und zu begreifen. (Qutb)

142. Für die Menschen. (Darjabaadi)

143. Das Wort "Hände" wird hier in bezug auf Allah im übertragenen Sinn gebraucht und bedeutet, dass Er diese Dinge selbst erschaffen hat. (Mauduudi)

144. Wenn sie anderen Zeichen Allahs gegenüber blind sind, dann können sie doch wenigstens die einfachen, bekannten Dinge betrachten, durch die sie so viel Nutzen aus Allahs Gnade haben. Wie ist es möglich, dass wilde Tiere gezähmt werden und Menschen so viel Nutzen bringen? Der Mensch kann sie zum Reiten oder als Zugtiere benutzen; er kann ihr Fleisch essen oder ihre Milch trinken, er kann ihre Haare oder ihre Wolle verwenden. Vergleiche auch Suura 16:66; 16:80 und 23:21-22. (Juusuf `Allii)

 

72. Und Wir haben es ihnen gefügig gemacht145, so dass sie einige zum Reiten nehmen von einigen essen können, -

145. Dies bedeutet auch, dass der Mensch verantwortlich ist für die Art und Weise, wie er diese Tiere nutzt oder missbraucht. (Asad)

 

73. Und sie haben Nutzen146 und Trank von ihnen147. Wollen sie also nicht dankbar sein148?

146. Wie beispielsweise Häute als Leder, Felle zum Wärmen, Wolle für Decken oder Gewebe, Moschus als Parfüm und so weiter. (Juusuf `Allii)

147. Von ihrer Milch. (Darjabaadi)

148. Die gesamte Argumentation läuft auf folgendes hinaus: unsere Lehre ist zu eurem eigenen Nutzen. Wir segnen euch, und dennoch wendet ihr euch vom Geber aller Gaben ab und lauft euren eigenen Phantastereien nach. (Juusuf `Allii)

Es ist Undankbarkeit, einem anderen als dem Geber Dankbarkeit für eine Gabe zu erweisen oder sie nicht im Sinne des Gebers zu verwenden. (Mauduudi)

Dieses Vieh, das Allah erschuf und dann dem Menschen als Besitz gab und ihm gefügig machte, so dass er es als Reittier verwenden, von seinem Fleisch und von seiner Milch trinken kann, und an dem er noch weiteren Nutzen hat. Wer sich das alles überlegt, sieht die großen Gaben und Geschenke Allahs, und ist Ihm dankbar, und zwar jedesmal, wenn er darauf reitet, Fleisch oder Milch genießt, ein Kleid aus seinem Haar oder seiner Wolle trägt usw. Er empfindet die Existenz Allahs und Seine Barmherzigkeit in allem was ihn umgibt, und in allem, was er berührt und was er benutzt. (Qutb)

 

74. Und doch nehmen sie sich Götter neben Allah149 (und hoffen,) dass ihnen damit geholfen würde150.

149. Dies bezieht sich sowohl auf wahrnehmbare Anbetungsobjekte wie beispielsweise Götzen oder vergötterte Personen als auch auf abstrakte Begriffe wie Macht, Reichtum oder "Glück", die nicht bewusst verehrt, aber oft in götzendienerischer Weise hoch geschätzt werden. Das Verb "ittahasuu" اتَّخَذُو ("sie nehmen sich"), das im Qur`an in diesem Zusammenhang und an anderen Stellen gebraucht wird, ist aufgrund seines weiten Bedeutungsspektums besonders passend, denn es bedeutet auch "annehmen" im konkreten wie im abstrakten Sinne, in diesem Fall "etwas für sich als Verehrungsobjekt annehmen". (Asad)

150. Durch diese "Götter". (Darjabaadi)

 

75. Sie vermögen ihnen151 nicht zu helfen, sondern sie müssen sie selbst als Heerschar schützen152.

151. "Ihnen": nämlich ihren Verehrern. (Asad)

152. Die Kommentatoren sind über die genaue Bedeutung dieses Abschnittes unterschiedlicher Ansicht. Folgendes ist die Bedeutung nach meinem Verständnis: Der Mensch neigt dazu, Allah zu vergessen oder sich von Ihm abzuwenden, vom Ursprung alles Guten, das er genießt, und sich an imaginären Mächten in der Form von Göttern, Helden, Menschen oder abstrakten Dingen wie beispielsweise der Wissenschaft oder der Philosophie zu orientieren oder gar an Magie oder Verkörperungen des eigenen Wunschdenkens. Er glaubt, diese könnten ihm in diesem Leben oder im zukünftigen Leben helfen (soweit er an ein zukünftiges Leben glaubt). Dies können sie jedoch nicht. Im Gegenteil, alles Falsche und Trügerische wird vor Allahs Richterstuhl gestellt und verurteilt, und ihre Verehrer werden als ihre Parteigänger betrachtet. Statt ihnen zu helfen, schaden sie ihnen auf diese Weise. (Juusuf `Allii)

Die falschen Gottheiten sind selbst von ihren Verehrern abhängig, sowohl bezüglich ihrer Existenz als auch ihrer Sicherheit und Bedürfnisse. Jene Menschen verhalten sich jedoch, als ob sie ihre Diener wären. Sie propagieren sie und streiten und kämpfen ihretwegen miteinander. Nur dann haben jene Wesen die Funktion von Gottheiten. Sie sind nicht mit dem wahren Gott zu vergleichen, Der - ob jemand Ihn verehrt oder nicht - unbeeinflusst das Universum lenkt. (Mauduudi)

Das stellte eine niedrige Stufe der Denk- und Vorstellungskraft dar. Viele Menschen verhalten sich heute aber im Grunde ähnlich, nämlich wenn sie ihre tyrannischen Herrscher verehren, und große Furcht vor ihnen haben, und ihrem Befehl mehr als dem Befehl Allahs gehorchen, obwohl in Wirklichkeit sie diejenigen sind, die die Tyrannen schützen und ihnen zu ihrer Tyrannei verhelfen. (Qutb)

 

76. Darum lass ihre Worte dich nicht traurig machen153. Wir wissen sehr wohl, was sie verbergen und was sie kundtun154.

153. Wenn Menschen so unvernünftig sind, Allah abzulehnen, sollten mutaqi Menschen darüber nicht traurig sein. Sie sollten ihre Pflicht erfüllen und alles andere Allah überlassen. Allah kennt alle offensichtlichen und verborgenen Absichten, die die Bösen bewegen und Sein Plan wird letztendlich verwirklicht, wie sehr auch der Anschein diesem widersprechen mag. (Juusuf `Allii)

154. Damit ist in erster Linie der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, angesprochen. Er war einer Verleumdungskampagne durch die kaafir Makkaner ausgesetzt, die Misstrauen gegen ihn verbreiten wollten, während sie selbst genau wussten, dass alle ihre Vorwürfe grundlos waren. (Mauduudi)

 

77. Sieht der Mensch denn nicht155, dass Wir ihn aus einem Samentropfen erschaffen haben156, doch dann wird er zu einem offenkundigen Widersacher157,

155. Damit sind diejenigen angesprochen, die die Auferstehung leugnen. (Darjabaadi)

Dies bezieht sich auf die herausfordernde Frage oben in Aja 48 nach dem Zeitpunkt der Auferstehung, die hier mit einem vernünftigen Gegenargument zurückgewiesen wird. Sie war von vornherein nicht gestellt worden, weil den Fragenden an der Information lag, sondern weil sie die Auferstehung an sich für unmöglich hielten. (Mauduudi)

156. Der Ungehorsam und die Unvernunft des Menschen sind um so überraschender, wenn wir sehen, dass - abgesehen von Allahs Größe und Barmherzigkeit - der Mensch selbst ein so unbedeutendes Geschöpf ist, entstanden aus etwas, das weniger ist als ein Tropfen im weiten Meer der Existenz. Dennoch ist er unverfroren genug, mit seinem Schöpfer diskutieren zu wollen und sinnlose Vergleiche aufzustellen, wie sie im nächsten Aja erwähnt werden. (Juusuf 'Allii)

157. Gegen Allah selbst, indem er seinen niedrigen Ursprung vergisst. (Darjabaadi) Vergleiche auch Suura 16:4 und die entsprechenden Fußnoten. (Asad)

Wie kann sich der Mensch also Allah feindlich gegenüberstellen? (Mauduudi)

Dieser Samentropfen enthält tausende von Zellen, und aus einer dieser Zellen erschafft Allah den Menschen, der dann so selbstbewusst wird und so hartnäckig streitet. Ist es etwa unvorstellbar, dass dieser allmächtige Gott den Menschen nach seinem Tod auferstehen lässt? (Qutb)

 

78. Und er macht Uns ein Gleichnis158 und vergisst seine eigene Schöpfung159. Er sagt: "Wer wird die Gebeine wieder beleben, nachdem sie zerfallen sind?"

158. Das heißt, der Mensch hält Allah für Seinen Geschöpfen ähnlich, die höchstens begrenzte Macht oder Kraft haben, oder der Mensch zieht sinnlose Parallelen wie die, die am Ende dieses Ajas erwähnt wird: "Wer wird die Knochen, die vermodert sind, wieder beleben?" Das kann der Mensch sicherlich nicht, und ebenso wenig irgendeine andere Kraft in der Natur. Warum sollten wir aber die Kräfte und Fähigkeiten eines Geschöpfes mit denen dieses Schöpfers vergleichen? Die erste Schöpfung ist für uns viel schwieriger vorzustellen als jeder zweite oder folgende Prozess, für den bereits eine Grundlage vorhanden ist. Und Allah hat Macht über alle Dinge. (Juusuf `Allii)

Eine elliptische Anspielung auf die fehlende Bereitschaft derer, "die die Wahrheit leugnen", sich ein transzendentes Wesen vorzustellen, das sich grundlegend von allem unterscheidet, das der Mensch sinnlich wahrnehmen oder denken kann (siehe Suura 42:11 und 112:4). Da sie in eine materialistische Lebensanschauung verstrickt sind, leugnen diese Menschen - wie aus dem folgenden hervorgeht - jede Möglichkeit einer Auferstehung, und das ist gleichbedeutend mit einer Leugnung von Allahs Existenz. (Asad)

159. "Er vergisst seine eigene Schöpfung": er vergisst, dass Allah ihn aus toter Materie erschaffen hat, aus der der Lebenskeim stammt, den Er zu einer solchen Entwicklung veranlasste, dass er jetzt als ein Gegner vor Ihm steht. (Mauduudi)

 

79. Sprich: "Der wird sie wieder beleben, der sie zum ersten Mal geschaffen hat160 und Er weiß sehr wohl um alles, was die Schöpfung (betrifft)161

160. Allahs Schöpferkraft ist in jeder Phase der Natur sichtbar und wirkt in jedem einzelnen Augenblick. Je mehr der Mensch sich selbst und die Dinge in seiner unmittelbaren Umgebung versteht, um so mehr erkennt er dies. Wie unsinnig ist es dann, Allahs Macht imaginäre Grenzen zu setzen! Es gibt mehr Wege der Schöpfung als sich der Mensch träumen lässt. (Juusuf `Allii)

161. Ob es sich um eine ursprüngliche Schöpfung oder um eine Wiederherstellung handelt. (Darjabaadi)

 

80. Der für euch aus dem grünen Baum Feuer hervorbringt162, und siehe, dann zündet ihr damit (euer eigenes Feuer) an163.

162. Noch älter als der Gebrauch von Feuerstein und Stahl ist die Methode, Feuer durch Aneinanderreiben von Zweigen eines Baumes anzuzünden. Im alten Arabien wurde ein hölzernes Instrument namens "Sinaad" benutzt, das aus zwei Teilen bestand, die aneinander gerieben wurden. (Juusuf `Allii)

163. Ein altes arabisches Sprichwort sagt: "In jedem Baum ist ein Feuer". Dies spielt offensichtlich auf die Umwandlung grüner Pflanzen in Brennstoff an, sei es durch Trocknen oder durch Verarbeitung zu Holzkohle, oder auch durch den jahrtausendelangen unterirdischen Prozess der Umwandlung in Erdöl oder Kohle. Im geistigen Sinne scheint dieses "Feuer" auch die  von Allah gegebenen Wärme und das Licht der Vernunft zu symbolisieren, von dem oben in Aja 77 die Rede ist. (Asad)

 

81. Sollte Er, Der den Himmel und die Erde erschuf, nicht imstande sein, ihresgleichen zu schaffen164. Doch Er ist der Schöpfer, der Allwissende,

164. Vergleiche auch Suura 79:27. Was ist schwieriger zu erschaffen, der Mensch oder Himmel und Erde mit allen Geschöpfen? Allah hat Himmel und Erde erschaffen, mit allen Geschöpfen darin, und Er kann andere Welten wie diese hervorbringen. Für Ihn ist es eine Kleinigkeit, Menschen zu einem zukünftigen Leben zu erwecken. (Juusuf `Allii)

 

82. Wenn Er etwas will165, ist nur, dass er sagt: "Sei!"166 , und es ist.

165. Seine Schöpfung hängt nicht von Zeit, Mitteln oder Voraussetzungen ab. Die Existenz dient Seinem Willen, Seinem Plan und Seiner Absicht. Sobald Er eine Sache will, wird dies Sein Wort oder Gebot, und die Sache kommt ins Dasein. Vergleiche auch Suura 2:117; 16:40 und andere Stellen sowie die entsprechenden Fußnoten. (Juusuf `Allii)

166. Durch einen einzigen Willensakt. (Darjabaadi)

Allah erschafft alles ohne Mühe. Es ist gleich, ob das, was er schafft Himmel ist oder Erde, eine Ameise oder eine Fliege oder etwas Größeres oder Kleineres, das ist bei Ihm dasselbe. Er braucht nur zu sprechen: "Sei" und es ist. (Qutb)

 

83. Preis sei Dem, in Dessen Hand die Herrschaft über alle Dinge liegt und zu Ihm werdet ihr zurückgebracht167.

167. Alle Dinge wurden von Allah erschaffen; Er erhält sie; und zu Ihm kehren sie zurück. Aber der Punkt, der für den Menschen von besonderem Interesse ist, ist der, dass auch er zu Allah zurückgebracht wird und vor Ihm allein Rechenschaft ablegen muss. Diese Botschaft ist das Herzstück aller Offenbarung: Es erklärt die Bedeutung des zukünftigen Lebens und ist ein angemessener Abschluss für eine Suura, die besonders mit dem Schwur bei dem weisen Qur'an anfing. (Juusuf `Allii)

Das Wort "malakut" drück einerseits die unendliche Größe des Reiches, und andererseits die absolute und unteilbare Herrschaft Allahs darüber aus. (Qutb)

 

 Einführung zu Suura 37

 Wie bereits in der Einführung zu Suura 34 erklärt wurde, ist dies die vierte Suura aus einer Serie von Suuras, in der sich die Geheimnisse der geistigen Welt auf verschiedene Weise manifestieren, mit der Zielsetzung, das Böse abzuwehren und schließlich zu vernichten. Der Sieg über das Böse ist immer mit der Offenbarung verbunden, und hier wird der disziplinierte Kampf mit einer Bezugnahme auf die Engel im Himmel und auf die früheren Propheten in der menschlichen Geschichte veranschaulicht, von Nuuch bis zu Juunus. Chronologisch gehört diese Suura an den Anfang der mittleren makkanischen Zeit.

Diese makkanische Suura ist der ihr vorausgehenden Suura in soweit ähnlich, dass sie aus kurzen Ajas besteht, und schnell in ihrem Rhythmus, zahlreich und verschiedenartig an Szenen, Bildern und Schatten und tief und gewaltig in ihrer Wirkung ist. Wie alle anderen makkanischen Suuras bezweckt sie die Verankerung des Imaans im Herzen der Muslime.

Sie will den kaafir Aberglauben und allgemein falsche Vorstellungen ausräumen, wie hier insbesondere die, dass die Dschinn in irgendeiner Weise mit Allah verwandt oder verschwägert sind, und dass die Engel als Töchter aus einer Ehe zwischen Allah und den Dschinn hervorgehen. Die Suura zeigt, wie unsinnig und zerbrechlich sowohl diese als auch die anderen Vorstellungen der Götzendiener über Allah sind.

Zusammenfassung:

Die Suura beweist die Einheit Allahs anhand seiner Zeichen im Universum, zeigt Szenen des Gerichtstages bei denen die falschen Behauptungen der Götzendiener zurückgewiesen werden, und die ihnen angedrohte Strafe für ihre Götzendienerei sie voll trifft.

Sie spricht über die Offenbarung Allahs an seinen Gesandten Muchammad, und beschreibt dabei, wie die Offenbarung an die früheren Propheten stattgefunden haben. Die Geschichten von Nuuch, Ibraahiim und seinen Söhnen, Muusa und Haruun, Darjabaadi, Luut und Juunus werden gestreift, und es wird gezeigt, wie immer das unweigerliche Ende kommt, wobei die Gesandten Allahs mit ihren treuen Anhängern gerettet und die Frevler vernichtet werden.

Die Geschichte der Prüfung, der Ibraahiim, Allahs Segen und Frieden auf ihm, ausgesetzt wurde, und wie er sie bestand, wird als Beispiel für die aufrichtige Treue und den absoluten Gehorsam des Dieners Allahs erzählt.

Die Suura beginnt mit einem Schwur Allahs bei den mächtigen Engeln, die Ihn unablässig lobpreisen, dann werden die gewaltigen Schaytane erwähnt, die vergebens versuchen, über die Geschehnisse im Himmel Bescheid zu bekommen.

Sie schließt mit der Betonung der Erhabenheit Allahs und mit dem Bittgebet für alle seine Gesandten und mit dem Lobgesang auf ihn. (Qutb)

Durch alle Geheimnisse des Himmels und der Erde hindurch verläuft eine Unterscheidung zwischen Gut und Böse: ihr jeweiliges Ziel wird gegenübergestellt. (Ajas 1-74)

 

Friede und Sieg errangen Nuuch, Ibraahiim, Muusa und Haruun, Darjabaadi und Luut, Allahs Segen und Frieden auf ihnen allen, in ihrer Auseinandersetzung mit dem Bösen. (Ajas 75-138)

 Ebenso verhielt es sich mit Juunus, Allahs Segen und Frieden auf ihm, als er Allah verherrlichte. Die Menschen werden jedoch Gott Seiner unwürdige Dinge zuschreiben. Allahs Gesandte setzen sich für seine Verherrlichung ein und tragen schließlich den Sieg davon. (Ajas 139 - 182)

(Juusuf `Allii)


 

Jene eingereiht in Rängen

 Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen.

 1. Bei1 den in geraden, lückenlosen Reihen Bereitstehenden,2

 1. Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir uns allgemein mit der Bedeutung der Schwurformeln im Qur`an beschäftigen, die mit dem Partikel "wa" وَ eingeleitet werden. Hier können wir uns auf die Feststellung beschränken, dass die vorige Suura (Jaa-Siin) mit dem Schwur "Bei dem Qur'an voll der Weisheit" eingeleitet wurde. Dadurch wird die Tatsache betont, dass die Offenbarung das Zeugnis ist, aus dem wir die höchsten Weisheiten der geistigen Welt verfahren können. Hier wird unsere Aufmerksamkeit in drei Ajas oder Sätzen auf drei bestimmte Haltungen gelenkt, die den Sieg des Guten und die Niederlage des Bösen veranschaulichen. Siehe auch die nächste Fußnote. (Juusuf `Allii)

 2. Dies sind Truppen von Engeln, die hier mit ihren spezifischen Handlungen erwähnt werden. Es ist möglich, das sie sich zum Gebet in Reihen aufgestellt haben, oder dass sie ihre Flügel ausbreitend bereitstehen, um Gottes Befehl auszuführen. (Qutb)

Hier stellen sich zwei Fragen:

1. Sind diejenigen, die das in den Ajas 1 - 3 erwähnte tun, dieselben Wesen, der Handlungen und Eigenschaften verschieden beschrieben werden oder handelt es sich um drei verschiedene Gruppen von Geschöpfen?

2. In jedem der beiden Fälle: um wen handelt es sich? Die zuverlässigste Ansicht zu

1. ist die, dass die drei Sätze dieselbe Gruppe von Geschöpfen unter verschiedenen Gesichtspunkten beschreiben.

Zu 2. gibt es einmal die Ansicht, es handle sich um Engel, und zum anderen die, es handle sich um gute Menschen, die Allah dienen und sich für Seine Sache einsetzen. Die Worte sind vollkommen allgemeingültig gehalten, und meinem Verständnis nach beziehen sie sich auf beides. Die Femininform wird im Arabischen grammatisch für den unbestimmten Plural benutzt. Unten in Vers 165 wird das Wort "saaffuun" im bestimmten Plural benutzt und scheint von diesen Wesen, seien es nun Engel oder Menschen oder beides, in ihrer Rede von sich selbst benutzt worden zu sein. (Juusuf `Allii)

2. Im Sahiich-Muslim wird berichtet, dass der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte: „Allah gab uns drei Vorzüge über andere Menschen: Unsere Reihen im Gebet sehen aus wie die Reihen der Engel, und die ganze Erde dient uns als Gebetsraum, und ihr Staub als Reinigung vor dem Gebet, wenn wir kein Wasser haben". In einem anderen Hadiis bei Muslim, Abu Da'uud und Nasa'i sagt er: „Wollt ihr euch nicht so reihen, wie die Engel sich reihen?" Die Gefährten fragten: ,,Und wie reihen sich die Engel?" Der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte „Sie machen die vorderen Reihen voll, und stehen in der Reihe nebeneinander ohne Zwischenräume" (ibn Kasir)

 

2. Dann den energisch Zurechtweisenden3

3.