Von Suura 51 "Die aufwirbelnden Winde"  Aja 31 -

Suura 57 "Das Eisen" Aja 29

 

31. (Ibraahiim) fragte: „Was ist denn euer Auftrag43, ihr Gesandten?"

43. Da Engel nur bei äußerst wichtigen Anlässen in Menschengestalt auftreten, fragt Ibraahiim, Allahs Segen und Frieden auf ihm, hier mit diesem Ausdruck "hatb" خَطْب nach dem Grund ihres Besuches. (Mauduudi)

 

32. Sie sprachen: „Wir wurden zu einem verbrecherischen Volk entsandt44,

44. Nämlich zu Luuts Volk. (Darjabaadi)

Vergleiche auch Suura 7:80-84; 11:74-83; 15:58-79 und andere Stellen sowie die entsprechenden Fußnoten. (Mauduudi)

 

33. Um Steine aus Ton auf sie niedergehen zu lassen45,

45. Vergleiche Suura 11:82 und 7:84 sowie die entsprechenden Fußnoten. Das Anliegen der Barmherzigkeit Ibraahiim, Allahs Segen und Frieden auf ihm, gegen über (die Verheißung prophetischer Nachkommen) war mit dem Anliegen der Gerechtigkeit und Strafe gegenüber Luuts Volk gekoppelt, dem Volk von Sodom und Gomorrha, das sich tief in widernatürliche und abscheuliche Vergehen verstrickt hatte. So gehen Barmherzigkeit und Gerechtigkeit in allen menschlichen Angelegenheiten Hand in Hand. Der Muslim hat nichts zu fürchten, und die Bosheit braucht nur umzukehren und zu bereuen, um Barmherzigkeit zu erlangen. (Juusuf `Allii)

 

34. Gekennzeichnet46 von deinem Herrn für die maßlosen Übertreter47.“

46. Vergleiche Suura 11:83 und die entsprechenden Fußnoten. Jedes Verbrechen wird eines Tages von der verdienten Strafe eingeholt, wie es Allah beschlossen hat. (Juusuf `Allii)

47. Vergleiche auch Suura 10:12 und die entsprechenden Fußnoten, wo der Begriff "musrif" ausführlich erklärt wird. (Asad)

 

35. Darauf48 ließen Wir alle Mu’miniin, die dort waren, fortgehen49,

48. Wörtlich: "Dann", nämlich nach den in Suura 11:77 ff und 15:61 ff geschilderten Ereignissen. (Asad)

49. Die einzigen gerechten oder rechtschaffenen Menschen in Sodom und Gomorrha (den Städten in der Ebene am Toten Meer) befanden sich in Luuts, Allahs Segen und Frieden auf ihm, Haus, der Gesandte seiner Zeit war und sie zur Umkehr mahnen sollte. Er und seine Familienmitglieder und einige andere wurden gerettet. (Juusuf `Allii)

 

36. Aber Wir fanden dort nur ein einziges Haus der Muslime50,

50. Das war Luuts Haus, und sogar dort befand sich Luuts Frau, die keinen Imaan hatte. Sie hielt sich nicht an Allahs Gebot und kam um. Vergleiche auch Suura 11:81 und die entsprechenden Fußnoten. (Juusuf `Allii)

Der Begriff Muslim bezieht sich nicht allein auf die Anhänger des Propheten Muchammad - Friede sei mit ihm - sondern auf alle früheren Propheten und ihre Anhänger. Ihre Lehren schließen. sich nicht gegenseitig aus, so dass man von einen "Religion Ibraahiims" und einer "Religion Muusa" und eine "Religion 'Isa" sprechen könnte, sondern alle waren Muslime (Allahergebene) und ihr Diin war Islam (Hingabe an Allah). Diese Wahrheit wird im Qur’an an verschiedenen Stillen erklärt, und es bleibt kein Raum für irgendwelche Zweideutigkeiten. Vergleiche beispielsweise auch Suura 2:128; Suura 2:131-132; Suura 3:67 oder Suura 5:44 und die entsprechenden Fußnoten. (Mauduudi)

 

37. Und Wir hinterließen dort51 ein Warnzeichen für diejenigen, die die schmerzliche Strafe fürchteten52.

51. In der völligen Zerstörung von Sodom und Gomorrha. (Asad)

52. Die furchtbare Strafe ist das endgültige Gericht. Die Vernichtung von Sodom und Gomorrha in diesem Leben ist als Symbol dafür zu verstehen. Die Anzeichen davon sind als Zeichen und Warnungen in der Ebene am Toten Meer sind bis heute zu sehen. Vergleiche auch Suura 15:79. (Juusuf `Allii)

Nur diejenigen, deren Herzen noch nicht versiegelt und vollkommen verschlossen sind, ziehen die Lehre aus den Warnzeichen in den Ruinen der früheren Völker, die von Allah bestraft und vernichtet wurden. Nur ein noch gesundes Herz reagiert auf die klaren Zeichen Allahs im Himmel, auf der Erde und in sich selbst. (Qutb)

 

38. Ein weiteres (Zeichen war) in Muusa, als Wir ihn zu Pharao sandten53 mit offenkundiger Ermächtigung54.

53. Vergleiche Suura 44:17-31 und die entsprechenden Fußnoten. Die Geschichte von Muusa, Allahs Segen und Frieden auf ihm, und dem Pharao wird hier nur angedeutet. Die hier betonten Punkte sind folgende:

1. dass Muusa eine deutliche Ermächtigung besaß, der Pharao diese jedoch Frage stellte;

2. dass der Pharao sich auf seine Mächtigen und seine Streitkräfte verließ, diese ihm aber gegen Strafgericht nicht helfen konnten; und

3. dass auf völlig außerordentliche und unvorstellbare Weise (nach gewöhnlichen menschlichen Maßstäben zu urteilen) seine Arroganz und sein Verlass auf seine Macht seinen Untergang herbeiführten. (Juusuf `Allii)

54. Nämlich mit überzeugenden Beweisen und Zeichen, einleuchtenden Argumenten und einem respektgebietenden Auftrete. (Qutb)

 

39. Dieser aber wandte sich ab55 in Hochmut und sprach: „Ein Zauberer oder ein Besessener56."

55. Er wandte sich hochmütig vom Islam ab. (Darjabaadi)
 

56. Das heißt, sie nannten ihn manchmal einen Zauberer und manchmal einen Besessenen. (Mauduudi)

 

40. Da erfassten Wir ihn und seine Heerscharen und warfen sie ins Meer, und ihn trifft der Vorwurf57.

57. Die kaafir Ägypter wurden alle vernichtet, aber die Hauptschuld lag beim Pharao, der sie verführt hatte und seine gerechte Strafe erhielt. Er konnte seine Schuld auf niemanden abwälzen. Und sicherlich kann niemand Allah Seine Gerechtigkeit vorwerfen, denn Er war langmütig und gab ihm alle möglichen Gelegenheiten zur Umkehr. (Juusuf `Allii)

Dies ist eine weitere Veranschaulichung der Lehre des Qur’ans, dass das Unheil, das einen Menschen in diesem Leben und im zukünftigen oder in beiden befällt, nur die Folge seiner eigenen Handlungen ist. (Asad)

 

41. Und ein weiteres (Zeichen war) in den Ad58, als Wir einen verwüstenden Wind gegen sie schickten.59

58. Vergleiche auch Suura 46:21-26 und die entsprechende Fußnoten. Hier geht es darum, dass die Ad ein mächtiges Volk waren: Allah hatte ihnen Fähigkeiten und materiellen Reichtum verliehen. Als sie sich jedoch widersetzten, wurde all ihr Eigentum in einer einzigen Nacht durch einen Sturm zerstört, von dem sie glaubten, er würde den Regen bringen, den sie erhofften. So wunderbar wirkt Allahs Vorsehung, um den Guten zu helfen und die Bösen zu bestrafen. (Juusuf `Allii)

59. Ein vernichtender Orkan. (Darjabaadi)

 

42. Er ließ nichts übrig von all dem, was er heimsuchte60, ohne es zerfallen zu lassen.

60. Vergleiche auch Suura 69:6-8 und 7:65 sowie die entsprechenden Fußnoten. (Asad)

 

43. Und ein weiteres (Zeichen war) in den Samuud61, als zu ihnen gesprochen wurde62: „Genießt (das Leben) noch eine Weile63!"

61. Vergleiche auch Suura 7:73-79 und die entsprechenden Fußnoten. In der Geschichte von den Samuud geht es hier vor allem um die Plötzlichkeit der Strafe und ihr unerwartetes Hereinbrechen. (Juusuf `Allii)

62. Dies sagte ihr Prophet zu ihnen, als sie Allahs Gebote und alle Warnungen in den Wind schlugen. (Darjabaadi)

63. Saalich, Allahs Segen und Frieden auf ihm, gab ihnen drei Tage im voraus eine klare Warnung und forderte sie zur Umkehr auf (vergleiche Suura 11:65). Sie schenkten ihm jedoch keine Beachtung, sondern verspotteten ihn sogar noch und fuhren in ihrer schlimmen Lebensweise fort. (Juusuf `Allii)

 

44. Sie setzten sich über den Befehl ihres Herrn hinweg64. Da ereilte sie der Donnerschlag65, während sie zu schauten,

64. Sie hatten bereits dem Gebot nicht gehorcht, die Kamelstute zu schützen, die symbolisch für die Weiderechte des gewöhnlichen Volkes stand; vergleiche Suura 11:64-65 und die entsprechenden Fußnoten. Sie widersetzten sich weiterhin den Warnungen ihres Propheten, bis sie das Erdbeben überraschte. (Juusuf `Allii)

65. "As-Saa’iqa" الصَّاعِقَة : ein betäubender Lärm wie der des Donners; ein solcher Lärm begleitet oft ein Erdbeben (vergleiche auch Suura 41:17 und 7:78 sowie die entsprechenden Fußnoten). (Juusuf `Allii)

 

45. Da konnten sie nicht wieder aufstehen66, und sie fanden auch keine Hilfe67.

66. Sie wurden alle vom Erdbeben umgerissen. (Juusuf `Allii)

67. Gegen das göttliche Urteil der Zerstörung. (Darjabaadi)

 

46. Und zuvor vernichteten Wir das Volk Nuuchs68, denn sie waren ein frevelhaftes Volk.

68. Die Generation Nuuchs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, wurde für ihre Vergehen durch eine große Flut vernichtet; vergleiche auch Suura 7:59-64 und die entsprechenden Fußnoten. Die Betonung liegt darin, dass sie eine solche Flut für so unwahrscheinlich hielten, dass sie Nuuch, Allahs Segen und Frieden auf ihm, für verrückt erklärten, als er Allahs Botschaft übermittelte. (Juusuf `Allii)

 

Abschnitt 3

47. Mit (Unserer) Kraft haben Wir den Himmel erbaut69, und sind wohl imstande ihn auszudehnen70.

69. Wenn man nicht auf die wunderbaren Ereignisse in der Vergangenheit zurückgehen will, die Allahs Macht und Güte zeigen und Seine Gerechtigkeit gegenüber allem Unrecht, dann sollten wir doch die wunderbaren Dinge betrachten, die sich unmittelbar vor unseren Augen entfalten.

1. Den Weltraum über uns. Wer kann ihn erfassen außer Dem, Der ihn erschaffen hat und erhält?

2. Die Erde unter unseren Füssen. Wie weit scheint sie sich über Land und Meer zu erstrecken, wie ein wunderbarer Teppich oder ein Ruhebett.

3. Alle Geschöpfe existieren paarweise: die Geschlechtlichkeit in Pflanzen und Tieren, durch die ein Individuum das andere ergänzt, und die anderen Naturphänomene wie beispielsweise Tag und Nacht, positive und negative elektrische Ladungen, Kräfte der Anziehung und Abstoßung und viele andere Gegensätze, die alle ihren Zweck erfüllen und zur Funktion des von erschaffenen Universums beitragen, aber auch in der ethischen und geistigen Welt, beispielsweise Liebe und Hass, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, Streben und Ruhe und vieles mehr.

Alles hat sein entsprechendes Gegenstück oder seine Ergänzung. Allein Allah ist Einer, Der nicht Seinesgleichen hat oder braucht. Dies sind wichtige Dinge, über die wir nachdenken sollten. Sie führen uns zu einem wahren Verständnis von Allahs Ziel und Seiner Botschaft. (Juusuf `Allii)

"Himmel" hat im Qur’an oft die Bedeutung von "Universum" oder, im Plural, "kosmische Systeme". (Asad)

70. Vergleiche Suura 21:30 und die entsprechenden Fußnoten. "Wir dehnen ihn ständig aus" gibt uns eine Vorausschau auf die moderne Vorstellung eines sich ständig ausdehnenden Universums. (Asad)

Es kann auch bedeuten, dass die Schöpfung dieses Universums nicht abgeschlossen ist, sondern ständig Neues hinzukommt. (Mauduudi)

 

48. Und die Erde haben Wir ausgebreitet71, und wie segensreich war (Unsere) Vorsorge!

71. Entsprechend den Bedürfnissen der lebenden Organismen, die sich darauf entwickeln sollten. (Asad)

 

49. Und von jedem Ding haben Wir Paare erschaffen72, auf dass ihr euch besinnen möget73.

72. Das Geheimnis der Geschlechtlichkeit läuft durch die gesamte Schöpfung, den Menschen ebenso wie das Tier- und Pflanzenreich und möglicherweise auch andere Dinge, die wir nicht kennen. In der Natur gibt es Paare entgegengesetzter Kräfte, wie den positiven und negativen Pol in der Elektrizität und so weiter. Das Atom selbst besteht aus einem positiv geladenen Kern, der von negativ geladenen Elektronen umgeben ist. Die Materie besteht also aus Paaren entgegengesetzter Energieformen. (Juusuf `Allii)

73. Damit ihr euch erinnert, dass Allah allein der Eine ist. (Asad)

So wie alle anderen Geschöpfe ihr ergänzendes Gegenstück haben, so muß auch dieses Leben sein Gegenstück in einem zukünftigen Leben haben, sonst wäre es völlig fruchtlos. (Mauduudi)

 

50. Darum flieht zu Allah. Ich bin zu euch als offenkundiger Warner74 von Ihm (gesandt)75

74. Allahs Gesandter. (Darjabaadi)

75. Nach diesem kurzen aber tiefen Einblick in die weiten Himmel, auf die ausgebreitete Erde und in die Vielfalt der Geschöpfe, werden die Menschen ganz dringend aufgefordert, so schnell wie möglich Zuflucht bei Allah zu suchen, denn es gibt keinen Schutz vor Seiner Strafe, wenn Er jemandem zürnt. (Qutb)

 

51. Und setzt Allah keinen anderen Gott zur Seite76. Ich bin zu euch als offenkundiger Warner77 von Ihm (gesandt).

76. Schreibt keinem anderen Wesen Eigenschaften Allahs oder Fähigkeiten zu. (Asad)

77. Der Auftrag des Propheten imstand und besteht darin:

1. uns die Notwendigkeit zur Umkehr vor Augen zu führen; und

2. uns von falscher Verehrung und Dienst an falschen Wesen abzubringen.

Das eine überzeugt uns von der Wertlosigkeit unserer falschen Handlungen und öffnet den Zugang zu Allahs Barmherzigkeit, das andere heilt uns von der Unvernunft, leeren und sinnlosen Objekten unseres Wunschdenkens unsere Reverenz zu erweisen, denn in der Verehrung des einen wahren Gottes liegt der beste Dienst an uns selbst und unseren Mitgeschöpfen. Wenn wir dies vollkommen verstehen, faßt dies die ganze Pflicht des Menschen zusammen. Es führt uns zum rechten Weg der Liebe zu Allah, unseren Mitmenschen und allen Mitgeschöpfen. (Juusuf `Allii)

 

52. So ist auch schon zu denen, die vor ihnen lebten78, kein Gesandter gekommen, ohne dass sie sprachen: „Er ist ein Zauberer oder ein Besessener79."

78. Vor der Zeit der gegenwärtigen Götzendiener. (Darjabaadi)

79. Dies sagten sie von Muusa (vergleiche Suura 51:39) und auch vom Propheten Muchammad - Friede sei mit ihm, (vergleiche Suura 38:4 und 44:14 sowie die entsprechenden Fußnoten. (Juusuf `Allii)

Die ganze Geschichte des Prophetentums legt Zeugnis für dieses unvernünftige Verhalten der Menschen ab. Jeder Gesandte Allahs, der kam, um die Menschen darauf hinzuweisen, dass sie nicht geschaffen worden sind, um verantwortungs und sinnlos vor sich hinzuleben, wurde mit denselben Vorwürfen bedacht. (Mauduudi)

 

53. Haben sie dies einander vermacht80? Nein, sie sind ein tyrannisches Volk81.

80. Ebenso wie es eine Tradition des Guten gibt, gibt es auch eine Tradition des Bösen. Die Verhaltensformen des Bösen gegenüber den Lehrern des Guten sind in allen Zeitaltern dieselben. Aber solche bösen Traditionen würden wirkungslos bleiben, wenn nicht die folgende Generation selbst kaafir wäre und "alle Grenzen überschritte." (Juusuf `Allii)

81. Dies ist der währe Grund für ihre Feindschaft gegenüber unseren Prophet Muchammad, Allaahs Segen und Frieden auf ihm. (Darjabaadi)

 

54. Wende dich also von ihnen ab82, denn dich trifft kein Vorwurf83.

82. Wenn unser Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, frei seine Botschaft verkündet, ist es nicht seine Schuld, wenn hartnäckige Bosheit sich weigert zuzuhören. Er kann die Menschen sich selbst überlassen, aber er sollte seine Lehren fortsetzen zum Nutzen derer, die den Imaan verinnerlichen. (Juusuf `AlIii)

83. Diese Ajas gelten für alle, die die Religion lehren. Wenn jemand seine Botschaft deutlich dargelegt hat, hat er seine Pflicht erfüllt. Die Verantwortung für die Entscheidung der anderen liegt nicht mehr bei ihm. (Mauduudi)

 

55. Und ermahne (weiterhin), denn die Ermahnung nützt denen, die (vielleicht doch noch) den Imaan verinnerlichen84.

84. Das Ziel der Einladung zur Wahrheit ist es, den rechtschaffenen Seelen den Segen des Islams zu vermitteln, die dieses schätzen und sogar suchen. Dies kann der Verkünder der Wahrheit selbst nicht einschätzen, darum ist es seine Pflicht, seine Einladung so zu verkünden, dass seine Stimme alle erreicht. (Mauduudi)

Die Verleumdung und Beleidigung von seiten der aufsässigen Götzendienern darf den Gesandten Allahs nicht davon abhalten, die Botschaft weiter zu verkünden und zu ermahnen. Die Ermahnung wird zweifellos denjenigen nützen, die bereit sind, die Wahrheit zu akzeptieren. (Qutb)

 

56. Und Ich habe die Dschinn und die Menschen zu keinem anderen Zweck erschaffen, als dass sie Mir dienen85.

85. Das höchste Gebot für Dschinn und Menschen besteht darin, dass sie Allah allein anbeten. Sie sollen Seiner häufig gedenken, Seine Zeichen in der Welt aufmerksam betrachten, Seine Gesandten verehren und Seine Botschaft genau studieren, mit der Absicht, sie zu verwirklichen. Wir dürfen Ihm nichts und niemanden zur Seite stellen. Wir sollen alles vermeiden, was Er verboten hat, und möglichst das tun, was Er geboten hat. Das tägliche Brot gewährt Er uns. Er nimmt uns diese Sorge ab, damit wir uns der eigentlichen Aufgabe unseres Lebens, die alle Wohltaten an uns, an unseren Nächsten und an allen Mitmenschen einschließt, widmen können. (Qutb)

 

57. Ich will keinen Unterhalt86 von ihnen und Ich will nicht, dass sie Mich mit Nahrung versorgen87.

86. Versorgung: sowohl im buchstäblichen als auch im übertragenen Sinne." 'ist von allen Bedürfnissen unabhängig. Es wäre daher absurd anzunehmen, Er brauchte Versorgung. Alle Gaben, also auch unsere Versorgung, kommen von Ihm. (Juusuf `Allii)

Im Unterschied zum Dienst an Königen und Herrschern auf der Erde, die sich oft zu Göttern erheben. (Alousi)

87. Ich brauche keinerlei Hilfe von Dschinn und Menschen, sondern ihre eigene Natur erfordert es, dass sie Mir dienen. (Mauduudi)

 

58. Wahrlich, Allah ist es, Der Lebensunterhalt gewährt. Er allein besitzt die Kraft und die Stärke88!

88. Allah gebietet über alle Macht, und alle Kraft, die wir erbitten, muß deshalb von Ihm kommen. Seine Macht ist dauerhaft, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft. Darum ist uns Seine Hilfe immer sicher. (Juusuf `Allii)

 

59. Für diejenigen, die Unrecht taten89, ist ein Los bestimmt gleich dem Los, das ihresgleichen (früher traf90). So sollen sie Mich also nicht bitten, (die Strafe) zu beschleunigen91.

89. Diejenigen, die gegen die Wahrheit ihrer eigenen Natur verstoßen haben, indem sie anderen als dem Herrn des Universums dienen, nicht an ein zukünftiges Leben den Imaan verinnerlichen und sich in diesem Leben dementsprechend verantwortungslos verhalten, sowie die Propheten abweisen, die sie auf die Wahrheit aufmerksam machen. (Mauduudi)

90. Jede Generation, die ihre Vorfahren imitiert, erleidet auch dasselbe Schicksal. Wenn die Bösen in der Vergangenheit ein böses Ende fanden, dann geschieht dasselbe auch in der Gegenwart und in der Zukunft. Die Strafe kommt plötzlich genug; sie sollten nicht versuchen, sie spöttisch herauszufordern. (Juusuf `Allii)

91. Das Strafgericht zu beschleunigen. (Darjabaadi)

 

60. Wehe denen, die leugneten, wegen ihres Tages, der ihnen angedroht ist92!

92. Das heißt wegen ihrer Strafe im zukünftigen Leben ebenso wie eventuelle Strafen in diesem Leben. (Juusuf `Allii)

 

Einführung zu Suura 52

Dies ist die dritte aus einer Gruppe von sieben makkanischen Suuras, die in der Einführung zu Suura 50 näher erläutert wird.

Sie gehört wie die vorige Suura zu den frühen makkanischen Suuras. Besonders betont wird hier, dass sich Offenbarung, auch frühere Offenbarungsschriften, immer im Einklang mit allen Zeichen Allahs befindet, und dass das zukünftige Leben unausweichlich ist und wir uns darauf vorbereiten müssen.

Es geht im Qur’an um sehr ernste Dinge, denen jeder Mensch höchste Wachsamkeit und Aufmerksamkeit widmen sollte, wenn er nicht am Jüngsten Tage böse überrascht werden will. Auf die Mutaqis aber warten die schönsten Überraschungen und die schönsten Erlebnisse. Unser Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, soll unbeirrt seiner Aufgabe nachgehen und warnen und mahnen, ohne die absurden Vorwürfe der Leugner im geringsten zu beachten. Allah wird ihn schützen und stützen. (Qutb)

Zusammenfassung:

Alle Zeichen Allahs einschließlich der früheren Offenbarungsschriften, weisen auf die unvermeidlichen Folgen böser Handlungen und guter Handlungen hin: wie können also Menschen die Botschaft der Offenbarung ignorieren oder leugnen? (Ajas 1 - 49) (Juusuf `Allii)


 

Der Berg 

Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen

1. Bei dem Berg (der Offenbarung)1

1. Hier wird bei fünf Dingen geschworen, die im folgenden erläutert werden sollen. Die Ajas 1 - 6 appellieren an diese fünf Dinge, und die Ajas 7 - 28 bestätigen nachdrücklich zukünftige Ereignisse, nämlich das Eintreffen des Gerichtstages und die Vergänglichkeit dieser phänomenalen Welt (Ajas 7 - 10), die zukünftigen bösen Folgen böser Handlungen (Ajas 11-16) und die zukünftige Verwirklichung der Glückseligkeit und der Liebe und Barmherzigkeit Allahs (Ajas 17 - 28). (Juusuf `Allii)

Hierbei handelt es sich um den Berg, auf dem Muusa, Allahs Segen und Frieden auf ihm, die Gesetzestafeln empfing. (Qutb)

In diesem Zusammenhang steht der Berg symbolisch für die Offenbarung an sich, wie auch im nächsten Aja gezeigt wird. (Asad)

 

2. Und einem Gesetzbuch2, geschrieben

2. Vergleiche auch die letzte Fußnote. Die fünf Zeichen, auf die hier Bezug genommen wird, sind folgende:

1. Der Berg der Offenbarung in Aja 1; 2. die geschriebene Entscheidung Allahs den Ajas 2 - 3;

3. das oft besuchte Haus in Aja 4;

4. das hoch erhobene Zelt in Aja 5; und

5. der brausende Ozean in Aja 6.

Wir wollen diese hier detailliert untersuchen. Jedes Zeichen hat eine buchstäbliche und eine mystische Bedeutung. 1. Der Berg ist die erhabene Welt der Offenbarung. Bei Muusa, Allahs Segen und Frieden auf ihm, war er im Berg Sinai typifiziert. Vergleich auch Suura 95:2, wo er in der Gegenüberstellung zum heiligen Gebiet von Makka (Suura 95:3) erwähnt wird. Bei ’Isa, Allahs Segen und Frieden auf ihm, ist es der Ölberg; vergleiche hierzu Suura 95:1 und Matthäus 24:3-51, wo die Menschen vor kommenden Gericht Allahs warnt:

"Jesu Rede über die Endzeit

Und Jesus ging aus dem Tempel fort, und seine Jünger traten zu ihm und zeigten ihm die Gebäude des Tempels. Er aber sprach zu ihnen: Seht ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch: Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde.

Der Anfang der Wehen

Und als er auf dem Ölberg saß, traten seine Jünger zu ihm und sprachen, als sie allein waren: Sage uns, wann wird das geschehen? Und was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt? Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, dass euch nicht jemand verführe. Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen. Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. Das alles aber ist der Anfang der Wehen. Dann werden sie euch der Bedrängnis preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen von allen Völkern. Dann werden viele abfallen und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen. Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden. Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für halle Völker, und dann wird das Ende kommen.

Die große Bedrängnis

Wenn ihr nun sehen werdet das Greuelbild der Verwüstung stehen an der heiligen Stätte, wovon gesagt ist durch den Propheten Daniel (Daniel 9,27; 11,31) - wer das liest, der merke auf! -, alsdann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist; und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinunter, etwas aus seinem Hause zu holen; und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen. Weh aber den Schwangeren und den Stillenden zu jener Zeit! Bittet aber, dass eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat. Denn es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird. Und wenn diese Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch selig werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt. Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus! oder: Da!, so sollt ihr's nicht glauben. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, so dass sie, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführten. Siehe, ich habe es euch vorausgesagt. Wenn sie also zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste!, so geht nicht hinaus; siehe, er ist drinnen im Haus!, so glaubt es nicht. Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen, so wird auch das Kommen des Menschensohns sein. Wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier.

Das Kommen des Menschensohns

Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Zeit wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und dann werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern.

Mahnung zur Wachsamkeit

An dem Feigenbaum lernt ein Gleichnis: wenn seine Zweige jetzt saftig werden und Blätter treiben, so wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Ebenso auch: wenn ihr das alles seht, so wisst, dass er nahe vor der Tür ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen. Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater. Denn wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch sein das Kommen des Menschensohns. Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut - sie aßen, sie tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten bis an den Tag, an dem Noah in die Arche hineinging; und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam und raffte sie alle dahin -, so wird es auch sein beim Kommen des Menschensohns. Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben. Zwei Frauen werden mahlen mit der Mühle; die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben. Darum wachet; denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, so würde er ja wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr's nicht meint.

Vom treuen und vom bösen Knecht

Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr über seine Leute gesetzt hat, damit er ihnen zur rechten Zeit zu essen gebe? Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, das tun sieht. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen. Wenn aber jener als ein böser Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr kommt noch lange nicht, und fängt an, seine Mitknechte zu schlagen, isst und trinkt mit den Betrunkenen: dann wird der Herr dieses Knechts kommen an einem Tage, an dem er's nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und er wird ihn in Stücke hauen lassen und ihm sein Teil geben bei den Heuchlern; da wird sein Heulen und Zähneklappern."

Bei Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, ist der Berg des Lichts, wo ihn die Offenbarung mit Allahs der geistigen Welt vereinte;

2. Die geschriebene Entscheidung ist ewiger Beschluss. Wenn dieser dem Menschen offenbart wird, schlägt sich dies schriftlich nieder und wird der Intelligenz des Menschen zugänglich gemacht. Die Offenbarung wird ferner auch als "entfaltete Schriftrolle" bezeichnet, das heißt, sie ist vor jedem ausgebreitet, der bereit ist, sich davon leiten zu lassen. (Juusuf `Allii)

Darjabaadi versteht unter diesem geschriebenen Beschluss Allahs das Buch der menschlichen Handlungen, in dem die Taten der Menschen aufgezeichnet sind. (Anm. d. Übers.)

 

3. Auf weit verbreiteten Blättern3,

3. Dies bezeichnet wahrscheinlich die Schrift, die Muusa, Allahs Segen und Frieden auf ihm, offenbart wurde, indem sie für ihn auf Tafeln niedergeschrieben wurde. (Qutb)

Die stets dem Verständnis des Menschen zugänglich sind. (Asad)

In alter. Zeiten wurden Schriftstücke, die lange Zeit erhalten bleiben sollten, auf Tierhäute geschrieben statt auf Papier. Die Häute wurden zu diesem Zweck besonders präpariert. Juden und Christen schrieben in der Regel die Thora, die Psalmen, die Evangelien und die Prophetenbücher auf solches Pergament. Mit "offenen Blättern" ist hier diese Sammlung von heiligen Schriften gemeint, die die Anhänger früherer Schriftreligionen besaßen; "offen" insofern, als sie nicht in Vergessenheit geraten, sondern jedem zugänglich waren. (Mauduudi)

Es kann gleichzeitig eine Prophezeiung darüber sein, dass der Qur’an, die letzte Offenbarung      als Buch aus dünnen Blättern, die den gesamten Qur’an enthalten, über die ganze Welt verbreitet wird. (Anm. d. Übers.)

 

4. Bei dem viel besuchten heiligen Haus4,

4. Vergleiche oben Fußnote 1., 2. und 3. "Das viel besuchte Haus" wird gewöhnlich als die Kaaba verstanden, aber angesichts der Parallelen in den vorigen Ajas können wir davon ausgehen, dass damit jedes Haus gemeint ist, das der Verehrung des Einen Gottes geweiht ist. Damit wäre die Stiftshütte der Kinder Israels in der Wüste eingeschlossen, der Tempel Suleymaans, der Tempel in dem 'Isa betete und schließlich die Kaaba, die unser Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihnen allen, reinigte und wieder für den ’Ibaada zugänglich machte. Aber auch diese sind nur Veranschaulichungen. Auch andere konkrete Andachtsorte wären damit eingeschlossen, und im übertragenen Sinne das Herz des Menschen mit seiner Sehnsucht, Allahs zu finden und Ihm zu dienen. Das Haus ist "viel besucht", so wie im Herzen des Menschen stets der Wunsch vorhanden ist, Allah zu dienen, und so wie die ihm geweihten Andachtsstätten große Menschenmengen anziehen. (Juusuf `Allii)

Die irdische Kaaba und darüber die himmlische Kaaba, die täglich von Tausenden von Engeln besucht wird. (Darjabaadi)

Dies ist ein Gleichnis für die Tatsache, ja dass Menschen seit dem Heraufdämmern menschlichen Bewusstseins immer - wenn auch oft nur undeutlich - die Existenz Allahs erkannt und, angespornt durch die immer wiederkehrenden, direkten Offenbarungen an Seine Gesandten, versucht haben, Ihm durch ’Ibaada näher zu kommen. (Juusuf `Allii)

 

5. Und dem hohen (Himmels-)Zelt5,

5. Vergleiche oben die Fußnoten 2. und 4.

4. Das "erhöhte Dach" oder das "hoch erhobene Zelt" ist das Himmelszelt, dessen Höhe und Erhabenheit kein Mensch jemals schätzen kann. Es ist der Tempel der Natur, in dem alle Schöpfung dient - das Symbol, in dem sich das Materielle und Sichtbare mit dem Geistigen und Intuitiven vermischt. (Juusuf `Allii)

Dieser Ausdruck wird hier für das ganze Universum benutzt. (Mauduudi)

 

6. Und dem brennenden6 Ozean7:

6. Dass die Meere in Brand geraten, war früher schwer vorstellbar. Seit der Entdeckung der Wasserstoffbombe, kann man sich ein Bild davon machen, wie furchtbar das sein wird. Man hat zudem auch entdeckt, dass die gewaltigsten und aktivsten Vulkane auf dem Grund der Ozeane liegen, und zwar in einer gewaltigen geographischen Linie in der Mitte der Ozeane. (Anm. d. Übers.)

7. Es wurde überliefert, dass die Meere am jüngsten Tag in Brand gesteckt werden, in einer Weise, dass die versammelten Menschen von ihnen eingeschlossen werden. (ibn Kasir)

 

7. Die Strafe deines Herrn wird bestimmt hereinbrechen8,

8. Nämlich für die Kufar. (Darjabaadi)

 

8. Dann vermag niemand sie abzuwenden9.

9. Dies ist die Wahrheit, die bei den vorhergenannten fünf Dingen beschworen wird. "Die Strafe deines Herrn" bezieht sich auf das zukünftige Leben, denn sie trifft in erster Linie diejenigen, die sie leugneten. Deswegen ist hier auch von der "Strafe deines Herrn" die Rede und nicht von "Auferstehung", dem "zukünftigen Leben" oder dem "Tag der Vergeltung". (Mauduudi)

 

9. Am Tag, da der Himmel ins heftiges Schwanken gerät10

10. Der Tag des Gerichts wird mit zwei Bildern dargestellt.

1. Der Himmel befindet sich in einer furchtbaren Bewegung. Gewöhnlich erscheint uns der Himmel als ein Bild des Friedens, der Ruhe und der Macht der Gesetzmäßigkeiten, denen alle Himmelskörper gehorchen. Dies alles wird durch den Aufstieg der neuen geistigen Welt erschüttert. Siehe auch die nächste Fußnote. (Juusuf `Allii)

 

10. Und die Berge sich vom Platz bewegen11.

11. Vergleiche auch oben Fußnote 10. 2. Die Berge gelten als Symbol der Festigkeit und Stabilität. Aber Dinge, die wir in diesem materiellen Leben für fest und stabil halten, werden zerschmettert und behalten nicht mehr Substanz als eine Fata Morgana in der Wüste. Vergleiche auch Suura 78:20 und die entsprechenden Fußnoten. (Juusuf `Allii)

 

11. Wehe also an jenem Tag denen, die die Wahrheit verleugnen12,

12. Dieser Tag wird ein Tag des Wehklagens für die Ungerechten sein, die in den folgenden Ajas unter zwei Gesichtspunkten beschrieben werden, ebenso wie es für die Gerechten ein Tag der Freunde und der Dankbarkeit werden wird, die in den Ajas 17-28 beschrieben werden. Als Aufrührer werden hier diejenigen bezeichnet, die offen der Wahrheit trotzten und sich in Unrecht verstrickten, oder die die Wahrheit verspotteten und ernste Dinge nicht ernstnahmen, und die zwar nicht den Mut hatten, sich offen in Unrecht zu verwickeln, aber insgeheim davon profitierten und ihr Leben mit Zweifeln und kleinlichen Streitereien vergeudeten. Es ist schwierig zu sagen, ob diese Haltung ihnen selbst oder anderen mehr Schaden brachte. Beides sind Aspekte tief verwurzelter Auflehnung und Ungerechtigkeit. Aber die Barmherzigkeit Allahs war offen für alle, die umkehren und ihr Leben neuorientieren wollten. (Juusuf `Allii)

Nachdem uns die furchtbaren Szenen jenes fürchterlichen Tages vor Augen geführt und gezeigt wurde, was mit dem mächtigen Himmel über unseren Köpfen und mit den felsenfesten, riesigen Bergen um uns herum geschehen wird, kann man schon ahnen, welches finstere Schicksal an jenem Tag auf die trotzigen, hochmütigen Menschen wartet. Es ist die unausweichliche, gerechte und sehr peinliche Strafe. (Qutb)

 

12. Die achtlos und mit Arroganz ihr Spiel treiben13.

13. Die sich mit unnützen Streitereien und Haarspaltereien beschäftigen. (Darjabaadi)

Diejenigen, die fern vom Imaan an Allah leben, verbringen ihr Leben mit Kleinigkeiten und Spielereien. Ihnen fehlt die Waage, mit der sie die Werte richtig einschätzen und Prioritäten setzen können. Sie vergeuden ihre Zeit mit Sachen, die ihnen momentan kurzfristige Freude bringen, ihre Seelen aber verderben und verunreinigen. Damit verdienen sie am Gerichtstag die verächtliche, rüde Behandlung. (Qutb)

 

13. An dem Tag werden sie erbarmungslos ins Höllenfeuer gestoßen
 

14. „Das ist das Feuer, das ihr geleugnet hattet14.

14. In Anbetracht der Wirklichkeit wird ihnen deutlich, wie falsch es war, in diesem Leben zu vergessen oder zu leugnen, dass jeder böse Gedanke und jede böse Tat mit ihrer eigenen Kette böser Folgen verbunden ist. (Juusuf `Allii)

 

15. Ist das nun Zauberei, oder seht ihr es nicht15?

15. Wahrscheinlich hatten sie behauptet, das zukünftige Leben sei eine Erfindung oder ein Ammenmärchen. Hätten sie über eichen ernsthaft nachgedacht, dann wären sie von dieser folgeschweren geistigen Blindheit bewahrt geblieben. Dort müssen sie nun sehen, dass der Fehler bei ihnen lag, und die Warnungen der Gesandten nichts als die reine Wahrheit waren. (Juusuf `Allii)

Ist das jetzt Magie oder Illusion, wie ihr in eurem irdischen Leben behauptet habt, oder ist es Wirklichkeit? (Mauduudi)

 

16. Schmort darin, ob ihr es nun ertragt oder nicht, es ist gleich für euch16. Euch wird nur das vergolten, was ihr getan habt17."

16. Zu diesem Zeitpunkt gibt es keine Rechtfertigung für Zorn oder Ungeduld, denn ihre Lage ist nichts anderes als die Folge ihres eigenen Verhaltens und ihrer Ablehnung gegenüber Allahs Gnade. Es bleibt ihnen auch keine Zeit mehr für Reue oder Geduld, denn ihre Prüfungszeit ist vorbei. (Juusuf `Allii)

17. Dies ist die Folge eures eigenen Verhaltens: eine Anspielung auf die Tatsache, dass "Strafe" und "Lohn" im zukünftigen Leben Gleichnisse für die logischen Folgen der Verhaltensweisen im irdischen Leben sind. (Asad)

Es schmerzt die Leugner noch mehr, wenn sie erkennen, dass ihre Strafe durch ihr Verhalten nicht abgeändert und nicht gemildert werden kann, und wenn sie außerdem erkennen, die sie auf der Erde verspottet hatten, in schönen Gärten leben und von ihrem Barmherzigen mit allen erdenklichen und nicht erdenklichen herrlichen Dingen bewirtet werden. (Qutb)

 

17. Die Mutaqiin indes werden sich in Gärten und in Glückseligkeit befinden18

18. Hier folgt nun das genaue Gegenstück zur Strafe des Feuers, wie sie in den vorherigen Ajas geschildert wurde. (Qutb)

Die Gerechten erfahren Glückseligkeit weit über ihre Verdienste hinaus: ihre Fehler und Schwächen werden ihnen durch "Allahs Gnade" vergeben, und sie werden vor den bewahrt, die menschliche Irrtümer ihnen hätten einbringen können. Es ist jedoch ihr eigenes Streben, das ihnen Allahs Gnade eröffnet hat; vergleiche auch unten Aja 19. Die Früchte übersteigen jedoch bei weitem das, was sie verdient haben. (Juusuf `Allii)

Die Gerechten: nämlich diejenigen, die in ihrem irdischen Leben an die Botschaft der Propheten den Imaan verinnerlicht und sich der Gedanken und Handlungen enthalten haben, die Strafe nach sich zogen. (Mauduudi)

 

18. (Und die Segnungen) genießen, die ihr Herr ihnen gegeben hat, und ihr Herr hat sie vor der Strafe des Höllenfeuers bewahrt19.

19. Es scheint unnötig zu sein, noch von der Errettung vor dem Feuer zu sprechen, nachdem bereits die Rede davon war, dass jemand das Paradies erlangt hat, aber an vielen Stellen im Qur’an werden beide Dinge nebeneinander erwähnt, weil es an sich schon ein großer Segen ist, vor der Hölle errettet worden zu sein. Auch wenn der Zugang zum Paradies ein großes Geschenk Allahs ist, so ist doch die Errettung vor der Hölle eine ebenso große Gnade. (Mauduudi)

 

19. Esst und trinkt und lasst es euch wohlbekommen20. (Das ist die Belohnung) für das was ihr auf der Erde tatet21.

20. Die Glückseligkeit der Gerechten wird unter drei Gesichtspunkten geschildert:

1. ihre individuelle Glückseligkeit in den Ajas 17-20;

2. ihre gemeinschaftliche Glückseligkeit in den Aja 21-24; und

3. ihre Zufriedenheit, das Dahinschwinden vergangener Schatten und ihre volle Erkenntnis der Güte Allahs in den Ajas 25-28. (Juusuf `Allii)

21. Individuelle Zufriedenheit wird mit drei Sprachbildern zum Ausdruck gebracht:

1. Essen und Trinken;

2. Throne der Würde; und

3. die Freude an individuellen Gefährten:

Essen und Trinken ist jedoch nicht den physischen Handlungen gleich, die mit Nachteilen wie Übertreibung, Nachwirkungen oder Übersättigung verbunden sind sondern hier sind sie mit Gesundheit, Nutzen und Freude verbunden. Ähnlich verhält es sich auch mit den anderen Freuden; vergleiche auch die folgenden Fußnoten. Vergleiche auch die symbolische Schilderung des Paradieses in Suura 37:40-49: während die allgemeine Schilderung dieselbe ist, werden in den beiden Abschnitten entsprechend dem jeweiligen Zusammenhang einige Aspekte besonders betont. (Juusuf `Allii)

 

20. Gelehnt sind sie auf schön geordnete Ruhekissen22 im Überfluss, und vermählt haben Wir sie mit wunderschönen großäugigen Jungfrauen23.

22. Jeder bekommt einen Thron der Würde, aber das bedeutet nicht, dass die Würde dieselbe ist. Die Persönlichkeit eines jeden wird geläutert, aber sie wird nicht einer allgemeinen Gleichmacherei unterzogen. (Juusuf `Allii)

Vergleiche auch Suura 18:31 und 55:54 sowie die entsprechenden Fußnoten. Die "Throne" oder "Polster" oder "Teppiche" des Paradieses sind ein Symbol innerer Zufriedenheit und Seelenruhe, wie auch bereits aus dem Wort "sarir" ("Sofa" oder "Thron") hervorgeht, das von der Wurzel "sana" (er war glücklich) herstammt und mit dem Wort "surur" سُرُر (Glück) verwandt ist. (Asad)

23. Vergleiche Suura 44:54 und die entsprechenden Fußnoten, wo der Begriff "hur" حُور erläutert wird. Hier teilen die die individuelle Glückseligkeit miteinander. Der nächste Aja bezieht sich auf die allgemeine gemeinschaftliche Zufriedenheit, die mit allen geteilt wird, die wir in unserem irdischen Leben geliebt haben. (Juusuf `Allii)

Am schönsten sind die Gefährtinnen, die Allah von neuem erschuf und sie zu ewigen Jungfrauen machte, die für ihre gleichaltrigen Gatten die schönste Unterhaltung sind. Sie waren die rechtschaffenen Ehefrauen der rechtschaffenen Männer auf der Erde. (Anm. d. Übers.)

 

21. Und diejenigen, die den Imaan verinnerlichen24 und deren Nachkommen25 ihrem (Beispiel) im Imaan folgen, mit denen werden Wir ihre Nachkommen vereinen26, und Wir werden ihre Werke nicht im geringsten schmälern27. Jeder ist verantwortlich für das, was er getan hat28.

24. Die ihren Imaan vervollkommnet und in Handlungen ausgedrückt haben. (Darjabaadi)

25. "Surrijat" ذُرِّيَّتُ : eigentlich "Nachkommen", "Familienangehörige". Der Begriff wird im erweiterten Sinne jedoch auf alle Nahestehenden angewandt, ob sie verwandt sind oder nicht, auf Vorfahren und Nachkommen, Freunde, einen Kreis oder eine Gruppe, ob es sich um Zeitgenossen handelt oder nicht. (Juusuf `Allii)

ibn Abbas sagte: „Allah erhöht die Rangstufe der mu’min Nachkommen eines Mutaqi, damit sie mit ihm im Paradies auf seine höhere Rangstufe kommen, und er noch glücklicher wird, ohne dass er von seiner Rangstufe etwas einbüßt.“ (ibn Kasir)

26. Im Rang, auch wenn ihre Verdienste nicht eines solchen Ranges würdig sind. (Juusuf `Allii)

27. Dies besagt, dass die Rechtschaffenheit der Kinder die Verdienste der Eltern erhöht. (Asad)

Dies bezieht sich auf Kinder, die nach ihrem Heranwachsen ihren Eltern im Imaan und guten Handlungen aus eigener Initiative und aus freiem Willen gefolgt sind. Was diejenige Kinder betrifft die vor ihrem Reifealter gestorben sind, so dass sie nicht in der Lage waren, Entscheidungen bezüglich Islam und Kufr, Gehorsam oder Ungehorsam zu treffen, so werden diese automatisch ins Paradies gebracht, wo sie ihre Eltern dereinst trösten können. (Mauduudi)

28. Also nur diejenigen, die den Imaan verinnerlichen und Gutes taten, werden zu ihren mutaqi Eltern im Paradies befördert, und nicht die Frevler, deren Frevel das Eintreten ins Paradies unmöglich machten. (Qutb)

Auch rechtschaffene Eltern können ihren Kindern nicht die individuelle Verantwortlichkeit abnehmen. (Asad)

 

22. Und Wir werden ihnen Früchte und Fleisch in Fülle geben, was sie nur wünschen29.

29. Hier wird die Szene der glücklichen Gottesdiener im Paradies noch weiter beleuchtet. Sie bekommen vorzügliche Früchte und delikates Fleisch nach Herzenslust. Dann trinken sie fröhlich mit den engsten Verwandten aber auch mit ihren schönen, unterhaltsamen Gattinnen den köstlichen paradiesischen Wein, der nicht betrunken mach. Sie sind also gefeit vor sinnlosem Gerede und vor sündhaftem Verhalten, womit der Weingenuß auf der Erde behaftet ist. Alles im Paradies ist unvorstellbar schön. Selbst die Jungen, die das Essen servieren und den Wein ausschenken, sind so hübsch wie die Perlen, die gerade aus den sie wohlhütenden Muscheln kommen. (Qutb)

 

23. Darin werden sie einander einen Becher reichen, der weder zu Geschwätz noch zu Sünde (verleitet)30.

30. Solche Getränke werden in unserem irdischen Leben. gewöhnlich auf zweierlei Weise missbraucht:

1. sie können Anlass zu Frivolität und Zeitverschwendung sein;

2. sie können zu bösen Gedanken, Worten und Handlungen führen.

Um das Gleichnis vor solchen Assoziationen zu bewahren, wird hier gesagt, dass der Becher in der endgültigen Glückseligkeit frei von allen solchen Einflüssen ist. (Juusuf `Allii)

Vergleiche auch Suura 37:47 und 56:19 sowie die entsprechenden Fußnoten. (Asad)

Sie werden davon weder berauscht noch reden sie Unsinn noch verhalten sie sich wie Betrunkene. (Mauduudi)

 

24. Unter ihnen werden Jünglinge die Runde machen und sie bedienen (die aussehen) wie wohl behütete Perlen31.

31. Das Gleichnis wird weiter fortgesetzt. Im Paradies geht es nicht um Geschlechtlichkeit. Aber das Symbol der Schönheit und Sanftheit der Frauen und der wohlgeformten Kraft der Männer wird hier im Gleichnis von den Perlen dargestellt, die aus der Tiefe des reinsten Wassers stammen und von allen Schäden und Entstellungen geschützt sind. Ihr Dienst ist der selbstlose Dienst der begeisterten Jugend. (Juusuf `Allii)

Vergleiche auch Suura 56:17-18 und die entsprechenden Fußnoten. Rasi erklärt das Pronomen "lahum" (wörtlich "für sie" oder "ihre eigenen") so, dass sie ihnen mit der selbstlosen Liebe dienen, die Kinder ihren Eltern entgegenbringen. (Asad)

 

25. Und sie werden sich einander zuwenden und sich gegenseitig befragen32

32. Die dritte und höchste Stufe der Glückseligkeit - nach der individuellen und gemeinschaftlichen Zufriedenheit - besteht darin, dass die in die Vergangenheit zurückblicken können, ohne irgendwelche Schatten darin wahrnehmen zu müssen, und nur das Wirken von Allahs Güte darin sehen. Auch dies können sie in gegenseitigen Vertrauen miteinander teilen. (Juusuf `Allii)

Damit soll die im Qur’an oft betonte Tatsache hervorgehoben werden, dass das individuelle Bewusstsein des Menschen seinen leiblichen Tod ausnahmslos überlebt und sich im zukünftigen Leben fortsetzt. (Asad)

 

26. Und sprechen: „Früher als wir in unserem Familien waren, hatten wir große Angst und Sorge33;

33. Ein Mensch ist vielleicht gut gewesen und hat Gutes in seinem eigenen geistigen Leben gefunden, sich aber um seine Familie und Freunde Sorgen gemacht. Im Paradies werden alle solche Schatten durch Allahs Gnade hinweggeräumt, und er kann frei und vertrauensvoll mit anderen darüber sprechen, denen es ähnlich ergangen ist. (Juusuf `Allii)

Wir waren voller Sorge bei dem Gedanken, Allah könnte mit uns nicht zufrieden sein. So verstehen die meisten klassischen Kommentatoren diesen Aja. (Asad)

 

27. Doch nun hat Allah uns Gnade erwiesen und uns vor der durchdringenden Qual des Feuers bewahrt34.
 

34. Hier zeigt Allah uns einen Teil ihrer Gespräche untereinander, in denen sie sich gegenseitig Erinnerungen aus ihrem irdischen Leben erzählen, und dabei die Gründe für ihre Glückseligkeit im Paradies darlegen. Sie hatten immer an das letzte Gericht gedacht und waren voller Sorge gewesen, dass ihre Werke von Allah nicht akzeptiert werden könnten, und dass sie für ihre Sünden bestraft würden. Selbst das Leben unter ihren Familien, wo der Mensch normalerweise fröhlich gestimmt ist und sich sicher hatte ihnen diese Sorge nicht genommen und von dem Ernst der Stunde nicht abgelenkt. Doch da kam die Gnade Allahs über sie und Er schützte sie vor dem peinlichen Feuer, dessen unerträgliche Hitze wie ein Glutwind (Samum) den Körper durchdringt. Er schützte sie, weil sie mutaqi und weil sie überzeugt waren, dass nicht ihre Werke, sondern die Barmherzigkeit Allahs und Seine Gnade schützen und ins Paradies bringen würde. (Qutb)

 

28. Ihn hatten wir früher in unseren Bittgebeten angefleht35. Er ist wahrlich der Allgütige, der Barmherzige.

35. Früher riefen wir Ihn an, im Imaan daran, dass Er gut ist. Jetzt wissen wir in unserem tiefsten Inneren, dass Er wirklich gut ist - der Erbarmer, der Barmherzige. Dies ist der Höhepunkt dieser Schilderung des Paradieses. (Juusuf `Allii)

Nun wissen wir dies durch unsere eigene Erfahrung. (Asad)

 

Abschnitt 2

29. Darum ermahne (die Menschen)36. Du bist ja dank der Gnade deines Herrn kein Wahrsager und kein Besessener37.

36. Damit ist in erster Linie unser Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, angesprochen, dass er trotz aller ihrer Anschuldigungen, ein Wahrsager oder ein Besessener zu sein, unermüdlich seine Ermahnungen fortsetze. Da die makkanischen Götzendiener aus Neid oder irdischen Interessen oder Hochmut nicht zugeben wollten, dass Muchammad von Allah gesandt ist, suchten sie nach plausiblen Gründen, die ihre Ablehnung rechtfertigen könnten. Keiner ihre Gründe aber war plausibel. (Qutb)

Nachdem das Wesen des geistigen Reiches mit seinem Höhepunkt be Allah selbst im letzten Abschnitt geschildert wurde, wird der Gesandte nun aufgefordert, weiterhin Botschaft zu verkünden, trotzt allem, was unvernünftige, unwissende oder böse Menschen vielleicht sagen. Dem größten Propheten wurde vorgeworfen, ein Wahrsager zu sein, der die Zukunft voraussagt, oder ein von bösen Geistern Besessener, oder ein Dichter. Noch mehr werden geringere Menschen solche Vorwürfe hören, weil sie die Wahrheit verkünden. Trotzdem sollten sie nicht aufgeben. (Juusuf `Allii)

37. So bezeichneten die makkanischen Götzendiener unseren Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm,. (Darjabaadi)

Das Wort "kaahin" كَاهِن wird im Arabischen für Astrologen und Wahrsager verwendet. In der vorislamischen Zeit war es ein verbreiteter regulärer Beruf. Solche Leute behaupteten - und das einfache Volk glaubte es ihnen - sie könnten die Zukunft der Menschen erfahren oder hätten eine besondere Verbindung mit Geistern und Dämonen, durch die sie Zugang zum Unbekannten hätten. Die Leute kamen zu ihnen und ließen sich gegen eine Gebühr oder ein Geschenk die Zukunft voraussagen. Durch den Vorwurf gegen unseren Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, dein Wahrsager zu sein, wollten die Quraisch ihn in den Augen der Menschen herabsetzen und unglaubwürdig machen. Aber niemand, der diese Berufssparte kannte, konnte durch diese falsche Anschuldigung getäuscht werden. (Mauduudi)

 

30. Oder sagen sie etwa38: „Er ist ein Dichter. Wir wollen das Unheil abwarten, das das Schicksal für ihn bereit hat39?"

38. Diese Frage ist rhetorisch gemeint, und es ist ein Tadel für die Absurdität dieser Behauptung darin enthalten. (Qutb)

39. Lasst uns abwarten, was die Zeit ihm zufügt. In diesem Zusammenhang beschreibt dieser Satz offensichtlich die Erwartungen der Feinde unseres Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, dass sich im Laufe der Zeit seine Lehren als falsch oder als eine Illusion erweisen würden. (Asad)

Wir erwarten, dass ihn ein Unheil trifft, so dass wir ihn loswerden. Wahrscheinlich glaubten die kaafir Araber, unser Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, würde sich im Laufe der Zeit durch seine Verkündigung den Zorn ihrer Götter zuziehen, die er leugnete, oder ein Anhänger dieser Gottheiten würde sich an ihm vergehen. (Mauduudi)

Vergleiche auch Suura 14:9 und die entsprechenden Fußnoten. (Juusuf `Allii)

 

31. Sprich: „Wartet nur. Auch ich warte mit euch40."

40. Vergleiche auch Suura 9:52. Wenn die Bösen nach einem Unheil Ausschau halten, das den Verkünder der Wahrheit treffen soll, so kann der Verkünder selbst mit um so mehr Recht die Entscheidung zwischen sich und seinen Verfolgern abwarten. Er setzt sich nämlich für das Rechte ein, und Allah unterstützt das Rechte. (Juusuf `Allii)

 

32. Ist es etwa ihr Verstand, der ihnen solches befiehlt41, oder sind sie einfach ein aufsässiges Volk42?

41. Es ist möglich, dass die Verfolger der Wahrheit unwissend sind und durch ihr fehlendes Verständnis verführt wurden, aber meist ist es eher der Fall, dass sie sich gegen Allahs Gesetz auflehnen und nur ihre eigennützigen Interessen vertreten und diejenigen, die in ihrer Macht sind, daran hindern, Gerechtigkeit zu erlangen. (Juusuf `Allii)

42. Vergleiche Suura 51:53. (Juusuf `Allii)

Haben sie einen vernünftigen Einwand gegen den Inhalt dieser Botschaft, oder lehnen sie nur aus falschem Stolz die Wahrheit von der Verantwortlichkeit des Menschen vor Allah ab? (Asad)

 

33. Oder sagen sie etwa: „Er hat ihn selber erfunden43?" Doch nein, sie wollen nicht den Imaan verinnerlichen44.

43. Alternativ zu den Vorwürfen, ein Wahrsager oder Besessener oder Dichter zu sein, wurde die Behauptung aufgestellt, der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, habe die Botschaft gefälscht. Dies bedeutet letztendlich, dass es keine Offenbarung Allahs oder Inspiration geben kann. Eine solche Haltung negiert den Imaan an sich. Wenn es aber an dem ist, können diese Leute dann ein Menschenwerk hervorbringen, das mit Allahs inspiriertem Wort vergleichbar wäre? Dazu sind sie nicht in der Lage. Vergleiche auch Suura 10:37-39 und 17:88 sowie die entsprechenden Fußnoten. (Juusuf `Allii)

44. In ihren Herzen fehlt jede Neigung zum Imaan, und sie können die Wahrheit des Qur’an nicht begreifen. Wenn sie ihm wirklich auf den Grund gingen, würden sie erfahren, dass er nicht Menschenwerk sein kann und nichts außer sicherer Wahrheit enthält. (Qutb)

 

34. So sollen sie doch eine Verkündigung wie diese hervorbringen, wenn sie die Wahrheit sprechen45,

45. Die Quraisch, die behaupten, unser Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, selbst habe den Qur’an verfasst; obwohl sie im tiefsten Inneren wissen, dass dies nicht der Fall sein kann, sollen doch einmal selbst versuchen, etwas ähnliches hervorzubringen. Der Qur’an ist nicht nur nicht das Produkt unseres Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sondern es ist überhaupt nicht menschenmöglich, ihn zu imitieren. Diese Herausforderung richtet sich nicht nur an die Quraisch, sondern an alle aber so wie damals niemand wagte, die Herausforderung anzunehmen, so konnte es auch in späteren Zeiten niemand tun. Manche Menschen verstehen diese Herausforderung falsch und wenden ein, es sei ohnehin unmöglich, den Stil von Homer, Rumi, Goethe, Shakespeare, Tagore oder Iqbal nachzuahmen. Es geht hier jedoch nicht allein um stilistische Ähnlichkeit, sondern um alle die Eigenschaften, in denen der Qur’an ein Wunder ist:

1. Er ist das höchste und vollkommenste Modell der Literatur in der Sprache in der er offenbart wurde:

2. Er ist das einzige Buch, das die Gedanken, Ethik und Kultur der Menschheit so nachhaltig beeinflusst hat.

3. Die in diesem Buch behandelte Thematik ist allumfassend und beschäftigt sich mit diesem Universum und seinem Schöpfer, mit den Gesetzmäßigkeiten, auf deren Grundlage Er dieses Dasein aufgebaut hat, der Stellung des Menschen, seiner Lebensweise, seiner Läuterung und allen zwischenmenschlichen Beziehungen.

4. Diese Schrift wurde nicht verfasst und fertig der Welt vorgestellt, sondern sie kam allmählich und löste eine Reformbewegung aus, deren Führer selbst von sich sagte, er habe diese Schrift nicht verfasst.

5. Der Führer dieser Bewegung tauchte nicht plötzlich aus dem Nichts auf, um anschließend wieder zu verschwinden, sondern hatte unter seinem Volk gelebt und war diesem sehr wohl bekannt, unter anderem als ehrlicher, vertrauenswürdiger Mensch.

6. Das in diesem Buch enthaltene Wissen ist nicht einmal den gebildeten Menschen des 20. Jahrhunderts zugänglich, geschweige denn den Arabern oder auch den Römern oder Persern der damaligen Zeit.

Auch unter vielen anderen Gesichtspunkten ist der Qur’an ein Wunder. (Mauduudi)

 

35. Oder Sind sie46 aus nichts erschaffen worden47, oder sind sie etwa selbst die Schöpfer48?

46. Leugnen sie etwa Allahs Existenz, und zwar indirekt, indem sie Seine Offenbarung leugnen? (Asad)

47. Je nachdem wie das arabische Wort min ("von" oder "aus") verstanden wird, gibt es verschiedene Interpretationsmöglichkeiten für diesen Satz:

1. Wurden sie von nichts oder niemandem erschaffen? Sind sie von selbst entstanden? Sind sie zufällig entstanden?

2. Sind sie als Menschen aus dem Nichts erschaffen worden? Gab es da nicht eine wunderbare Samenzelle, durch die ihr materielles Wachstum ausgelöst wurde, das Werk eines weisen Schöpfers? Müssen sie deswegen nicht nach Seinem Willen fragen?

3. Sind sie für nichts erschaffen worden, ohne jeden Sinn'? Wenn sie zu einem Zweck erschaffen wurden, sollten sie dann nicht versuchen, diesen Sinn zu erfahren, indem sie. Offenbarung verstehen? (Juusuf `Allii)

48. Glauben sie etwa, sie hätten sich selbst erschaffen? (Darjabaadi)

 

36. Oder haben sie die Himmel und die Erde erschaffen49? Doch nein, sie haben keine Gewissheit50.

49. Eine Vorstellung, die jeder Vernunft zuwiderläuft. Vergleiche auch den vorigen Aja. Da alle drei Vorstellungen absurd sind, muss es einen Schöpfer der Himmel und der Erde geben, und sie werden zugeben, dass dies Allah ist. Diese Wahrheit veranlasst sie jedoch nicht, zu begreifen und einen Grad der Gewissheit zu erlangen, der sich im Herzen als Imaan bemerkbar macht. (Qutb)

Damit wird ihre Weigerung ad absurdum geführt, die Existenz einer bewussten Ersten Ursache anzuerkennen, die aller Schöpfung zugrunde liegt. (Asad)

50. Offensichtlich haben sie die Wunder des Sternenhimmels und die fruchtbare Erdkugel nicht erschaffen können. Aber sie finden auch keine Erklärung dafür, denn sie haben keinen klaren Imaan an die Sache selbst. (Juusuf `Allii)

 

37. Oder verfügen sie über die Schätze deines Herrn51, oder sind sie (ihre) Hüter52?

51. Vergleiche Suura 6:50 und die entsprechenden Fußnoten. Die Schätze des Reiches sind unermesslich. Aber die Zweifler und die Kufar haben keinen Zugang dazu und können erst recht nicht die Angelegenheiten dieser Welt lenken. Sollten sie darum nicht Allahs Gnade und Offenbarung suchen? (Juusuf `Allii)

Die Schätze Seines unendlichen Wissens und Seiner Macht. (Asad)

52. Verteilen sie etwa Seine Gaben wie etwa die des Prophetentums? (Darjabaadi)

Nachdem klar ist dass sie nicht die Schöpfer der Welt sind, fragt Allah sie, ob sie Miteigentümer sind, oder ob ihnen die Verwaltung der Welt überlassen ist. (Qutb)

 

38. Oder haben sie eine Himmelsleiter, auf der sie lauschen53? Dann soll ihr Lauscher doch einen deutlichen Beweis bringen54,

53. Vergleiche Suura 6:35. Dies bezieht sich auf die kaafir Vorstellung, der Mensch könne mittels einer materiellen Leiter zum Himmel emporsteigen und seine Geheimnisse erfahren. (Juusuf `Allii)

54. Damit ist jeder gemeint, der von sich behauptet, er hätte dieses Wunder vollbracht. (Darjabaadi)

Nachdem klar ist, dass sie weder über den Besitz noch über die absolute Macht verfügen, fragt Er sie, ob sie laufend informiert werden über die Beschlüsse, die von dem Allmächtigen gefasst werden. Wenn ja, dann sollen sie einen klaren Beweis dafür erbringen. (Qutb)

 

39. Hat Er etwa Töchter, und ihr habt die Söhne55?

55. Selbst betrachteten die kaafir Araber ihre Söhne als ranghöher und wertvoller als ihre Töchter, und trotzdem behaupten sie in ihrem kaafir Diin, dass Allah ausschließlich Töchter hat, nämlich die Engel, welche sie Ihm als Nebengötter beigesellten. Es ist also überhaupt keine Logik in ihrem Denken und in ihrem Diin. (Qutb)

Vergleiche Suura 16:57-58 und die entsprechenden Fußnoten. Mit der Botschaft der Einheit ist es unvereinbar, Allah Söhne oder Töchter zuzuschreiben. Der altarabische Aberglaube, die Engel seien Töchter Allahs war besonders lästerlich, weil die Araber Töchter verachteten und als Demütigung empfanden. (Juusuf `Allii)

 

40. Verlangst du etwa Lohn von ihnen56, so dass sie mit Schulden beladen sind?

56. Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, verlangt für die Übermittlung seiner Botschaft keinen Lohn. Warum gehen die Menschen ihm dann aus dem Weg und verfolgen diejenigen, die ihnen Segen bringen? (Juusuf `Allii)

Wenn der Gesandte eigennützige Absichten hätte und persönliche Vorteile von euch wollte, dann gäbe es für euch einen vernünftigen Grund, ihn zu meiden. Ihr wisst aber selbst genau, dass er völlig uneigennützig seine Einladung verkündet und sich für euer Wohlergehen einsetzt. Warum wollt ihr ihm dennoch nicht zuhören? Diese Frage enthält auch eine feine Anspielung. Wie die selbsternannten religiösen Führer und Wächter der heiligen Stätten überall in der Welt, so waren auch die religiösen Führer, Priester und Gelehrten im kaafir Arabien mit dem Geschäft des Diins befasst. Auf der einen Seite befanden sich also diejenigen, die Geschenke, Opfergaben und Gebühren für ihre Dienste verlangten, auf der anderen Seite stand da ein Mensch, der sein eigenes Handelsgeschäft in seinen Bestrebungen ruiniert hatte, den Menschen mit vernünftigen Argumenten den rechten Weg zu weisen, und zwar völlig selbstlos. Ist es nicht völlig sinnlos, ihn zu meiden und sich von den anderen ausnutzen zu lassen? (Mauduudi)

 

41. Oder besitzen sie Kenntnis des Verborgenen, so dass sie es niederschreiben können57?

57. Das Unsichtbare in der geistigen Welt ist Inhalt der Offenbarung, auch wenn es durch das gewöhnliche Alltagsleben jedes Menschen wirkt. Menschen, die die Offenbarung ablehnen, nur weil sie sich außerhalb ihrer eigenen Erfahrung befindet, sollten im Gegenteil versuchen, mehr davon zu erfahren und daraus zu lernen. (Juusuf `Allii)

Die Betreffenden wussten selbst nur zu gut, dass sie nicht über das Unsichtbare verfügen konnten, ja es nicht einmal kannten, sondern dass allein Allah Seinem Willen entsprechend darüber verfügt und das verwirklicht, was Er beschließt. (Qutb)

Vergleiche auch Suura 68:47 und die entsprechenden Fußnoten. (Asad)

Auf der Grundlage welchen Wissens lehnen sie die prophetische Botschaft ab? Haben sie wirklich Wissen davon, dass Allah nicht Einer ist und ihre Gottheiten göttliche Eigenschaften und Fähigkeiten haben? (Mauduudi)

 

42. Oder wollen sie eine List anwenden58? Doch Leugner sind es, die überlistet werden59.

58. Oberflächliche Menschen, die sich gegen das Gute verschwören, sind selbst bereitwillige Opfer der Verschwörungen des Bösen. (Juusuf `Allii)

Dies bezieht sich in erster Linie auf die geheimen Pläne der makkanischen Götzendiener gegen den Propheten mit dem Ziel, seine Botschaft zu bekämpfen und ihn zu töten. (Mauduudi)

59. Alle Pläne der Feinde gegen den Propheten werden fehlschlagen. (Darjabaadi)

Sie sind es nämlich, die sich ständig in Widersprüche verwickeln, während die Botschaft des Qur’an frei davon ist. Vergleiche auch Suura 4:82 und die entsprechenden Fußnoten. (Asad)

Dies ist eine klare Voraussage. Im Anfangsstadium in Mekka, als unser Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, allem Anschein nach über keinerlei Macht und Hilfe verfügte außer ein paar schlecht ausgerüsteten Muslimen, während der größte Teil, des Volkes ihn anfeindete, schien die Auseinandersetzung zwischen Islam und Kufr völlig ungleich. Keiner konnte sich damals vorstellen, dass sich nach ein paar Jahren die Lage völlig umkehren würde. Ein oberflächlicher Beobachter hätte im Gegenteil vorausgesagt, dass der starke Widerstand der Quraisch letztendlich der Botschaft des Islam ein Ende setzen würde. Mit dieser Voraussage hier werden die Kufar herausgefordert. (Mauduudi)

 

43. Haben sie etwa einen Gott außer Allah60? Gepriesen (und erhaben) ist Allah über das, was sie Ihm zur Seite stellen61!

60. Der ihnen beisteht, sie beschützt und ihre Wünsche und Bedürfnisse erfüllt. (Qutb)

Dies ist die letzte und entscheidende Frage: Gibt es wirklich einen anderen Gott außer Allah? Alle Argumente verweisen auf das Gegenteil. Eine Serie von Fragen führt den Aberglauben der Kufar ad absurdum. Die Botschaft der Einheit der Offenbarung des zukünftigen Lebens ist somit durch eine kritische Überprüfung der Positionen der

verkündet worden. Die Suura endet mit der Ermahnung, diejenigen sich selbst zu überlassen, die nicht den Imaan verinnerlichen werden, weil sie nicht den Imaan verinnerlichen wollen, und es der Zeit zu überlassen, das Muster des Planes Allahs fertigzuweben. (Juusuf `Allii)

61. Mit dieser kompromisslosen Lehre von Gottes Einheit werden auch alle Mittlergestalten zurückgewiesen. (Darjabaadi)

 

44. Und wenn sie ein Stück vom Himmel herniederfallen sähen62, dann würden sie sagen63: „Das sind nur aufgeschichtete Wolken.

62. Selbst wenn sie (die Leugner) ein riesiges Stück des Himmels über sich herabstürzen sehen, werden sie nicht vor der Strafe Allahs zurückschrecken, sondern mit Arroganz, Trotz und Leichtsinnigkeit behaupten, da sei eine aufgeschichtete Wolke, die ihnen Segen bringe. Sie sind nicht bereit zuzugeben, dass Muchammad Wahrheit spricht. (Qutb)

63. In ihrer trotzigen Ablehnung. (Darjabaadi)

 

45. Überlasse sie also sich selbst, bis sie dem Tag begegnen, an dem sie vom Blitzschlag getroffen werden64,

64. Nämlich am Tag des Gerichts. Vergleiche auch Suura 39:68 und die entsprechenden Fußnoten. (Juusuf `Allii)

 

46. Dem Tag, an dem weder ihre List ihnen nützt65, noch ihnen je geholfen wird.

65. Worin sie sich für so großartig hielten. (Darjabaadi)

 

47. Und wahrlich, die Frevler werden noch einer Strafe ausgesetzt außer dieser66, aber die meisten von ihnen wissen es nicht67.

66. Das endgültige Gericht ist für alle. Aber zusätzlich haben die Ungerechten bereits in diesem Leben eine Strafe oder Vergeltung zu befürchten, sei es offen durch äußere Ereignisse oder seien es die innerlichen Gewissensqualen. (Juusuf `Allii)

Vergleiche auch Suura 32:21 und die entsprechenden Fußnoten. Der Qur’an betont die Tatsache, dass jede böse Handlung auf die eine oder andere Weise Folgen haben muss, selbst in diesem Leben, und zwar gegen denjenigen, der sie begeht, indem er entweder die Zuneigung der Menschen in seiner Umgebung verliert und innerlich vereinsamt, oder indem Umstände entstehen, die es ihm unmöglich machen, Glück und Zufriedenheit zu erlangen. (Asad)

Diese angedrohte Strafe im Diesseits traf sie in der Schlacht von Badr durch die Vielzahl der Gefallenen und der Gefangenen und die demütigende Niederlage, und bei allen folgenden Schlachten bis zur Eroberung von Mekka durch unseren Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, seine siegreichen Gefährten. (ibn Kasir)

67. Sie ziehen keine Lehren aus diesen Ereignissen. Sie begreifen nicht den Sinn der Unglücksfälle, die in der Welt geschehen. Sie erklären sie auf solche Weise weg, dass ihr Weltbild sie immer weiter von der Wirklichkeit entfernt, und sie lassen sich niemals auf eine Erklärung ein, die ihnen den Irrtum ihres Götzendienstes deutlich macht. (Mauduudi)

 

48. So ertrage geduldig was dein Herr bestimmt68, denn du bist unter Unseren Augen; und lobpreise deinen Herrn69, wenn du aufstehst70,

68. Es wird sicher eintreffen, wenn die Zeit reif ist. Damit ist in erster Linie unser Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, angesprochen. (Darjabaadi)

Eine andere Bedeutung ist folgende: Bleibe geduldig und standhaft bei der Ausführung des Auftrages deines Herrn. (Mauduudi)

69. Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, muss die äußerste Mühe aufwenden, Allahs Botschaft zu verkünden. Über die Ergebnisse hat er keine Verfügungsgewalt. Er muss geduldig abwarten in der Gewissheit, dass Allah ihn nicht vergessen hat, sondern ständig über ihm wacht und ihm Seine Liebe und Seinen Schutz zukommen lässt. Und da er Allahs Bote ist, soll er Sein Lob verkünden. (Juusuf `Allii)

70. Die Übersetzer und Kommentatoren verstehen fast alle "taqumu" تَقُومُ im Sinne von "Aufstehen vom Schlaf'. Entsprechend Sprachgebrauchs des Qur’ans (vergleiche Suura 26:218) übersetze ich jedoch im Sinne von "(im Gebet) stehen". (Juusuf `Allii)