Von Suura 27 "Die Ameisen" Aja 56 –

Suura 29 "Die Spinne" Aja 45

 

 56. Doch die Antwort seines Volkes war nichts anderes als: „Vertreibt die Familie164 Luuts aus eurer Stadt. Sie sind fürwahr Menschen, die sich rein halten wollen165."

 164. Der Begriff al` (Familie) umfasst nicht nur die Familienangehörigen einer Person, sondern auch ihre Anhänger. (Darjabadi)

 165. Sie schoben ihnen einen Fehler zu, der gar keiner war, nämlich, dass sie sich der üblen Tat enthalten. (Qurtubi) Sie halten sich fern von dem, was wir tun. (ibn Kasir)

Vergleiche auch Suura 7:82-84. Statt sich im Bewusstsein ihrer Vergehen zu schämen, greifen sie die Reinen sarkastisch an, als ob nicht sie selbst, sondern die Reinen im Unrecht wären mit ihrem Versuch, sie auf den rechten Weg zu bringen. (Juusuf `Allii)

 

 57. Alsdann erretteten Wir ihn und seine Leute bis auf seine Frau; für sie bestimmten wir, dass sie unter denen sein sollte, die zurückbleiben166.

166. Vergleiche auch Suura 7:83; 11:81 und 66:10 sowie die entsprechenden Fußnoten. (Asad)

Die der Strafe unterzogen wurden. (Safwat Al-Tafsir)

 

58. Und Wir ließen einen Steinregen auf sie niedergehen167, und übel war der Regen für die (zuvor) Gewarnten168.

167. Einen Regen aus Steinen. (Darjabadi)

168. Denen genug Beweise erbracht wurden und zu denen Warnungen gelangt waren. (ibn Kasir)

Vergleiche auch Suura 26:173 und die entsprechenden Fußnoten. (Asad)

 

Abschnitt 5

59. Sprich: „Preis sei Allah und Friede sei mit seinen Dienern169, die Er auserwählt hat170. Ist also Allah besser oder die, die sie Ihm als Teilhaber beigesellen171?

169. Dieser Aja leitet den folgenden Absatz ein und lehrt die Muslime, wie sie eine Ansprache beginnen sollten, nämlich mit dem Lob Allahs und Segenswünschen (الْحَمْدُ لِلَّهِ وَسَلَامٌعَلَى عِبَادِهِ) für Seine rechtschaffenen Diener. Leider fühlen sich viele Muslime heute gehemmt, auf diese Weise eine Ansprache einzuleiten. (Maududi)

170. Nachdem Allahs Offenbarung als Licht, Führung und Barmherzigkeit geschildert worden ist, sollten wir Ihm um so dankbarer dafür sein. Wir sollten auch die, Dienste der Diener Allahs schätzen, die erwählt wurden, uns eine Botschaft zu übermitteln, indem wir ihnen Segen und Frieden wünschen, denn diese Gesandten Allahs erleiden Schwierigkeiten aller Art und verzichten auf vielerlei Vorteile in ihrem Dienst an der Menschheit. Allah ist Wahrheit und Güte, und alle unsere Phantastereien der Abgötterei sind Unwahrheit und Böses. Sollten wir Unwahrheit und Böses der Wahrheit und Güte vorziehen? (Juusuf `Allii)

Die Er auserwählt hat, die Last Seiner Botschaft zu tragen, Seinen Aufruf zu verkünden und Seinen Weg aufzuzeigen. (Qutb)

171. Dies schließt indirekt nicht nur vergötterte Lebewesen oder Naturkräfte ein, sondern auch falsche gesellschaftliche und moralische Normen, denen der Brauch und die althergebrachte Tradition fast religiöse Bedeutung beigelegt haben. (Asad)

Auf den ersten Blick erscheint diese Frage absurd. Falsche Gottheiten können zweifellos nichts Gutes in sich haben und daher nicht mit Allah verglichen werden. Nicht einmal die Götzendiener fielen diesem Irrtum zum Opfer. Diese Frage sollte sie auf ihre falschen Vorstellungen aufmerksam machen. Offensichtlich tut kein Mensch in der Welt etwas, worin er nicht etwas Gutes sieht. Wenn also die Götzendiener ihren Gottheiten dienten und sie anriefen, dann wäre dies sinnlos, wenn sie nicht in ihnen etwas Gutes sähen. Deswegen werden sie hier aufgefordert, sich einmal Gedanken über die wahren Verhältnisse zu machen. Wenn der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, diesen Aja  vortrug, antwortete er immer spontan darauf, indem er sagte: „Nein, sondern Allah ist besser, und Er allein ist der Ewige, Hohe und Erhabene." (Maududi)

Das was sie an Götzen und Figuren, an Engeln und Dschinn oder, anderen Geschöpfen Allahs anbeten, kann niemals an Allah heranreichen, geschweige denn besser sein als Er. Kein verständiges Herz könnte einen solchen Vergleich anstellen. Daher erscheint die Frage in dieser Form als reiner Spott und absoluter Tadel, der keiner Antwort bedarf. (Qutb)

 

60. Oder Wer hat die Himmel und die Erde erschaffen172 und für euch vom Himmel Wasser herabgesandt173? Damit bringen Wir wunderschöne Gärten hervor. Es obliegt nicht euch, ihre Bäume hervor zubringen174. Gibt es also eine Gottheit neben Allah175? Nein, sie sind ein ungerechtes Volk176.

172. Hier wird auf die Ordnung, Schönheit und Herrlichkeit des Universums hingewiesen. Sie zeigen eine Einheit von Plan und Ziel auf. Wie können ungerechte, unvernünftige, achtlose Menschen an eine Vielzahl von Gottheiten dahinter denken oder auch nur überhaupt an eine andere Gottheit außer dem Einen wahren Gott? (Juusuf `Allii)

Himmel und Erde sind Realitäten, deren Existenz niemand leugnen kann. Ebenso wenig könnte man annehmen, die angerufenen Götzen hätten sie erschaffen, ob es sich nun um Bilder oder Statuen, Engel oder Teufel oder Sonne und Mond handelt. (Qutb)

173. Auch der Regen ist eine solche nachdenkenswerte Realität, die niemand leugnen kann und die man nicht anders erklären kann, als dass sie von Einem lenkenden Schöpfer kommt. Mit den Worten "für euch" lenkt der Qur’an die Herzen und den Verstand zu dem belebenden Einfluss des Wassers, das gemäß ihren Bedürfnissen herabgesandt wird. (Qutb)

174. Es liegt nicht in der Macht des Menschen, auch nur ein einziges Samenkorn keimen und zu einem Baum heranwachsen zu lassen. Bei einem großen schönen Garten würde niemand auf den Gedanken kommen, er sei ohne die Kunst eines Gärtners entstanden. Der Garten ist jedoch mehr als die Bäume darin: er ist mit Überlegung und nach Gesichtspunkten der Schönheit angelegt; zwischen den Bäumen ist genug Platz für die Wurzeln, für die Durchlüftung des Bodens unter ihnen und für das Sonnenlicht, das durch ihre Äste und Zweige dringt. Wie könnte man sich dann das ganze wunderbare Universum vorstellen, ohne den harmonischen Plan dahinter zu sehen, der auf den Einen wahren Gott hinweist? (Juusuf `Allii)

175. Etwa ein Himmelsgott, ein Erdgott, ein Regengott oder ähnliches. (Darjabadi)

Kein Götzendiener hätte diese Frage jemals mit "ja" beantworten können. Vergleiche auch beispielsweise Suura 42:9; 29:63 und 10:31. Diese und auch die folgenden Fragen weisen nicht nur jede Form von Polytheismus, sondern auch von Atheismus zurück. (Maududi)

176. Das Wort "jadiluun" يَعْدِلُون kann auf zwei Weisen ausgelegt werden. Entweder "Gleichheit herstellen" das heißt: Sie stellen in ihrer Anbetung die Götzen mit Allah auf die gleiche Stufe. Oder aber bedeutet das Wort, dass sie von der klaren Wahrheit abweichen oder abweichen, indem sie andere neben Gott anbeten, wobei Er Der alleinige Schöpfer ist, Dem niemand bei der Schöpfung zur Seite gestanden hat. (Qutb)

 

61. Wer hat die Erde zu einer Wohnstatt gemacht177 und durch sie178 Ströme fließen und auf ihr festgegründete Berge erstehen lassen179 und zwischen den beiden Meeren eine Schranke errichtet180? Ist es also eine Gottheit neben Allah? Nein, doch die meisten von ihnen besitzen kein Wissen181.

177. Die damals mit diesen Worten Angesprochenen konnten all diese Wunder nicht erklären. Das, was sie sehen konnten, war, dass die Erde im allgemeinen ein bestens für das Leben geeigneter Standort ist. Auch konnten sie nicht behaupten, dass ihre Götzen einen Anteil an der Erschaffung der Erde hatten, was allein schon genügt hätte. Der Text bleibt offen für die darauf folgenden Generationen. Je höher der Wissensstand der Menschen im Laufe der Zeit steigt, desto mehr können sie etwas von dem Sinn dieser Worte begreifen. (Qutb)

Die nicht mit ihren Bewohnern hin und her schwankt. (Al-Dschalalain)

Wörtlich: "Einen Ruheplatz" (qaraar قَرَار). Vergleiche aber auch Suura 77:25-26. (Asad)

Es ist nicht so leicht für die Erde, die Heimat für zahllose Lebewesen zu sein. Wenn der Mensch die weise Harmonie und das Zusammenwirken beobachtet, das in diesem Bereich vorherrscht, dann kann er einfach nur verwundert sein und spüren, dass alle diese harmonischen Beziehungen nicht ohne den Plan eines allweisen Schöpfers hätten entstehen können. (Maududi)

178. "Halal" bedeutet Zwischenräume, Unterbrechungen zwischen zwei Dingen. (Darjabadi)

179. Es sind feststehende Berge, die ihr Halt geben und sie daran hindern, sich in unkontrollierte Bewegung zu setzen. (Qurtubi)

Wir trafen uns mit einem Wissenschaftler ganz besonderer Art. Es ist Professor Siaveda. Er ist einer der bekanntesten Meeresgeologen in Japan und auch international bekannt. Sein Kopf war voll von falschen Vorstellungen von überhaupt allen Religionen.

Als wir uns mit ihm das erste mal trafen sagte er: "Ihr Religiösen solltet überhaupt nicht zu Wort kommen! Ihr solltet auf der ganzen Welt still sein! Wenn ihr zu Wort kommt, sät ihr Krieg zwischen den Menschen in der ganzen Welt." Ich sagte ihm: "Und was ist mit dem Warschauer Pakt und der NATO, die die Erde vollspicken mit nuklearen Waffen? Ist etwa die Religion der Grund dafür?" Er schwieg. Wir sagten: "Wir wissen, dass sie Vorurteile gegen Religionen haben, aber da sie noch nichts über den Islam wissen würden wir uns wünschen, wenn sie uns zuhören würden." Wir stellten ihm daraufhin eine Reihe von Fragen über sein Spezialgebiet und zeigten ihm diejenigen Ajas und Hadise, die die wissenschaftlichen Phänomene beschrieben von denen er sprach. Ein Thema davon handelte von den Bergen. Wir fragten ihn nach der Form der Berge und ob sie die Form von Pflöcken hätten.

Und das war seine Antwort: "Die kontinentalen und ozeanischen Berge haben jeweils eine eigene stoffliche Zusammensetzung. Die kontinentalen Berge sind grundsätzlich aus Schichten zusammengesetzt und durch Druckkräfte entstanden. Während die ozeanischen aus vulkanischen Gesteinen bestehen und mit Hilfe von Ausbreitungskräften entstanden sind. Die Gemeinsamkeit der beiden Arten von Bergen ist jedoch, dass beide Arten Wurzeln unter der Erde haben durch die sie gefestigt werden. Im Fall der kontinentalen Berge ist der leichte Anteil des Bergmaterials, welcher eine geringe Dichte besitzt, unter der Erde als Wurzel ausgebreitet. Im Fall der ozeanischen Berge gibt es ebenfalls eine leichte Stoffmasse, die unter der Erde als Wurzel ausgebreitet ist. Das Material, welches aus der Wurzel des Berges verläuft ist jedoch nicht etwa deswegen leicht, weil deren stoffliche Elemente leicht sind, sondern eine geringe Dichte hat infolge der hohen Temperatur unter der Erde. Vom Gesichtspunkt der Dichte aus gesehen, erfüllen beide jedoch dieselbe Aufgabe, nämlich den Berg zu festigen mit Hilfe des Archimedesgesetzes."

Professor Siaveda erläuterte uns, dass jeder Berg auf der Erde gleich ob er sich auf den kontinentalen Festland oder im Ozean befindet die Form eines Pflockes hat. Hat dies aber jemand zur Zeit von Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, gewusst? Hätte sich irgendein Mensch vorstellen können, dass ein Berg eine riesige Masse mit unterirdischer Fortsetzung ist, welche von den Wissenschaftlern als Wurzel bezeichnet wird? Viele Bücher in denen etwas über Geographie steht, die jedoch keine speziellen geographischen Fachbücher sind, beschreiben lediglich den Teil eines Berges, der sich oberhalb der Erdoberfläche befindet. Das was die Wissenschaft jedoch entdeckt hat, ist das was im Qur´an über die Berge im folgendem Aja steht:

"Und haben Wir nicht die Berge zu Pflöcken gemacht?" (78:7)

Als wir Professor Siaveda nach der Aufgabe der Berge fragten oder ob sie dazu beitrügen die Erdkugel zu festigen sagte er: "Zu dieser Erkenntnis ist die Wissenschaft bis jetzt noch nicht gekommen." Daraufhin stellten wir Nachforschungen an und stellten anderen Geologen dieselbe Frage. Die meisten von ihnen gaben uns die gleiche Antwort. Zu den wenigen Ausnahmen, die uns etwas anderes berichteten, gehören die Autoren des Buches "Die Erde". Es ist ein wissenschaftliches Nachschlagewerk, das an vielen Universitäten der Welt benutzt wird. Einer dieser Autoren ist Frank Press, der Direktor der wissenschaftlichen Akademie in den USA. Was sagt er in diesem Buch? Wie wir sehen zeigt die Darstellung, dass der Berg die Gestalt eines Pflockes hat.

Auch auf der Abbildung sehen wir den sichtbaren Teil des Berges als kleinen Teil des Gesamtgebildes dessen Wurzel unterhalb der Erdoberfläche verläuft. Es wird zudem über die Aufgabe der Berge gesprochen. Es wird gesagt, dass die Berge einen großen Beitrag zur Festung des Erdmantels leisten. Genau diese Tatsache bestätigt der Qur´an vor 1400 Jahren.

"Und die Berge hat Er fest verankert." (79:32)

In einem anderen Aja heißt es:

"Und haben Wir nicht die Berge zu Pflöcken gemacht?" (78:7)

Und in einem weiteren Aja sagt Allah:

"Und Er hat in der Erde feste Berge gegründet, damit die Erde nicht ins Wanken gerät." (16:15)

Das letztere wird sinngemäß auch in einem Hadis gesagt. Hierauf fragten wir Herrn Siaveda nach seiner Meinung über dieses Phänomen, dass im Qur´an und in den Hadisen Geheimnisse dieses Universums beschrieben werden, welche die Wissenschaft erst in unseren Tagen entdeckt. Er antwortete mit folgenden Worten: "Mir kommt dies äußerst merkwürdig und nahezu unglaublich vor. Wenn dies, was sie mir gesagt haben wirklich stimmt dann ist dieses Buch äußerst beachtenswert und ich gebe ihnen recht."

Ja, was können die Wissenschaftler sagen. Sie können das Wissen, welches Allah Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, im Qur´an geoffenbart hat nicht einer menschlichen oder wissenschaftlichen Quelle in der damaligen Zeit zuschreiben, denn weder den Wissenschaftlern noch der Menschheit überhaupt waren diesen Geheimnissen bekannt. Und so können sie nur die eine Erklärung finden, nämlich dass das Wissen im Qur’an von einer anderen Seite stammt, von einer Seite, die dieses Universum geschaffen hat und es lenkt.

In der Tat ist es eine Offenbarung von Allah, welche Er seinem Diener den Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, der ein Analphabet war, offenbarte und welche Er zu einem bleibenden Wunder für die Menschheit bis zum Tage der Auferstehung machte. (As-Sandani)

180. Vergleiche Suura 26:15 und die entsprechenden Fußnoten. Die feste Erde, das fließende Wasser und der Wasserkreislauf - Meer, Verdunstung, Wolken, Regen, Flüsse und wieder das Meer - alles ist eins und dennoch unterschieden, wobei es eine Art wunderbare Trennung zwischen Salzwasser und Süßwasser gibt. Kann ein Mensch dies alles sehen und dennoch Allah nicht erkennen? (Juusuf `Allii)

Das eine ist das Meer mit seinem bittersalzigen Wasser und das andere ist der Fluss mit seinem angenehm süßen Wasser. Beide jedoch werden als Meere bezeichnet, da diese den überwiegenden Teil der Gewässer ausmachen. (Qutb)

Vergleiche Suura 25:53 und die entsprechenden Fußnoten. (Juusuf `Allii)

181. Die meisten Götzendiener kennen die Wahrheit nicht, so dass sie Allah andere beigesellen. (Safwat Al-Tafsir)

Wissen wird hier besonders betont, denn diese Realität des Daseins sowie die darin wirksamen Gesetzmäßigkeiten sind dem Wissen zugänglich. Hierin liegt auch der Zusammenhang mit der Gesamtthematik dieser Suura. (Qutb)

 

62. Wer ist es, Der die in Not geratene Seele erhört, „wenn sie Ihn anruft182, und das Übel abwendet183 und Der euch zu Statthaltern auf Erden macht184? Kann es also eine Gottheit geben neben Allah? Wie wenig ist es, dessen ihr gedenkt185!

182. Dieser Tatsache gegenüber sind die Menschen gleichgültig in Zeiten von Wohlstand und Glück. Sie suchen Hilfe und Schutz bei schwachen irdischen Kräften. Sobald sie jedoch von Drangsal genötigt werden, weicht diese Unachtsamkeit von ihnen ab und sie kehren in Reue zu ihrem Herrn zurück. (Qutb)

183. Neben; den Zeugnissen der äußeren Natur gibt es einen viel vertrauteren Hinweis im inneren Gewissen und Herzen des Menschen. Allah hört den Schrei des Menschen in seiner Not und nimmt sein Leiden von ihm. Er hat den Menschen Überlegenheit über alle anderen Geschöpfe der Erde gegeben. Sollte der Mensch dann trotzdem niedrigeren Wesen nachlaufen und Allah vergessen? (Juusuf `Allii)

Auch die arabischen Götzendiner wussten und bestätigten, dass Allah allein Unheil abwenden konnte. Deswegen erinnert der Qur’an sie immer wieder, dass sie Allah in der Not anrufen sollten. Sobald das Unheil jedoch vorüber ist, rufen sie andere außer Allah an. Dies gilt nicht nur für die alten Araber, sondern für alle Polytheisten und sogar Atheisten. (Maududi)

184. Vergleiche Suura 4:165 und die entsprechenden Fußnoten. (Juusuf `Allii)

Vergleiche auch Suura 2:30 und die entsprechenden Fußnoten. Im hier vorliegenden Fall liegt der Schwerpunkt darauf, dass Allah veranlasst hat, dass die Menschen die Erde "erben", und zwar durch ihre besonderen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Dies ist eine implizite Verneinung des menschlichen Anspruches, "Herr seines eigenen Schicksals" zu sein. (Asad)

Zwei Bedeutungen sind hierin enthalten:

1. Er lässt eine Generation nach der anderen entstehen; und

2. Er gibt euch Macht und Fähigkeiten, diese Erde zu regieren. (Maududi)

185. Was euch zur Wahrheitsfindung und zum rechten Pfad führen könnte. (Ibn Kasir)

Würde der Mensch sich an diese Wahrheiten erinnern und über sie nachdenken so würde er in seiner ihm angeborenen Bindung zu Allah verbleiben. Seine Gleichgültigkeit gegenüber seinem Herrn würde er aufgeben und Ihm niemanden beigesellen. (Qutb)

 

63. Oder ist es Der, Der den Weg durch die Finsternisse zu Land und auf dem Meer weist186, und Der die Winde als Freudenboten Seiner Barmherzigkeit vorausschickt187? Kann es also eine Gottheit geben neben Allah188? Hocherhaben ist Allah über das, was sie Ihm beigesellen189.

186. Im übertragenen Sinne durch all die scheinbare Kompliziertheit des menschlichen Lebens. (Asad)

Durch die irdischen und himmlischen Wegweiser, die er erschaffen hat. (ibn Kasir)

Durch Allahs weise Anordnung ist es dem Menschen möglich, sich auf Reisen über Land und auf dem Meer zu orientieren und den Weg zu seinem Ziel zu finden. Vergleiche auch Suura 16:16 und die entsprechenden Fußnoten. (Maududi)

187. Vor dem Regen. (Qurtubi)

Vergleiche Suura 25:48 und die entsprechenden Fußnoten. Nach dem Blick auf die äußere Natur wurde unsere Aufmerksamkeit auf das innere Bewusstsein gelenkt; jetzt folgt ein Blick auf unser gesellschaftliches und gemeinschaftliches Leben, in dem wir die Naturphänomene für internationalen Verkehr, Handel, Landwirtschaft und wirtschaftliche Aktivitäten ganz allgemein nutzen. Im nächsten Aja werden wir dann aufgefordert, die Schöpfung seit ihrem Anfangsstadium durch die verschiedenen Entwicklungsstadien hindurch zu beobachten bis zu ihrem Ziel, einer neuen Schöpfung - einem neuen Himmel und einer neuen Erde. (Juusuf `Allii)

Vergleiche auch Suura 7:57 und die entsprechenden Fußnoten. (Asad)

188. Die dies tut und Ihm dabei hilft? (Qurtubi)

Irgendein Windgott oder Lichtgott oder ähnliches? (Darjabadi)

189. Sobald sich die irrende Menschheit eine Vorstellung von einer Vielzahl von Gottheiten macht, nimmt die Vervielfältigung kein Ende. Die Römer beispielsweise vergötterten letztendlich jedes feststellbare Naturphänomen und jeden Vorgang im menschlichen Leben. (Darjabadi)

 

64. Oder ist es Der, Der die Schöpfung hervorbringt und sie alsdann erneut ins Leben ruft190 und Der euch Versorgung vom Himmel und aus der Erde gewährt191? Kann es also eine Gottheit geben neben Allah192? Sprich: „Bringt euren Beweis herbei, wenn ihr die Wahrheit sagt193?"

190. Vergleiche Suura 10:34 und die entsprechende Fußnote. (Juusuf `Allii)

Dies bezieht sich auf das Leben des Menschen auf der Erde und die Auferstehung nach seinem leiblichen Tod, aber auch auf den in dieser Welt vorhandenen Zyklus von Leben, Tod und Regeneration in der ganzen organischen Natur. (Asad)

Es ist eine wissenschaftliche Tatsache, dass bloßes Arrangement lebloser Materie allein noch kein Leben zustande bringen kann. Obgleich die Atheisten ohne wirklich wissenschaftliche Begründung annehmen, Leben könne "automatisch" oder "zufällig" entstehen, sobald die notwendigen Elemente auf die entsprechende Weise miteinander in Verbindung kommen, ist nach dem mathematischen Wahrscheinlichkeitsgesetz die Chance gleich null. Zwar ist der DNA, der Grundbestandteil einer lebenden Zelle, nachgebildet worden, aber dies ist noch nicht Leben selbst. Dies ist bis heute ein Wunder, das nicht einfach wissenschaftlich wegerklärt werden kann. Darüber hinaus existiert Leben nicht in einer einzelnen Form, sondern in einer Vielfalt von Formen. Bisher hat der Mensch über eine Million von Tierarten und hunderttausende von Pflanzenarten entdeckt, die sich völlig voneinander unterscheiden und ihre charakteristischen Eigenschaften seit der frühesten bekannten Zeit beibehalten haben, so dass nicht einmal ein Darwin eine rationale Erklärung dafür bringen konnte. Jede Theorie, die im Laufe der Zeit immer wieder einmal angeblich ein "fehlendes Glied" in der Entwicklungskette erklären will, wird bald darauf durch die Fakten widerlegt. Als unausweichliche Schlussfolgerung bleibt, dass ein allweiser Schöpfer dies alles hervorgebracht hat. Soweit über den Anfang der Schöpfung. Hier wollen wir jedoch ihre Wiederherstellung betrachten. Der Schöpfer hat in jedes Lebewesen einen wunderbaren Mechanismus gelegt, der dafür sorgt, dass sich die Art durch zahllose Generationen hindurch fortpflanzt und vermehrt, wobei die charakteristischen Eigenschaften beibehalten werden, und niemals ist dabei "aus Versehen" eine andere Art entstanden. Diese Grundvoraussetzung für das Überleben der Art ist in einem Teil jeder einzelnen Zelle vorhanden und steuert die gesamte Entwicklung, wie es dieser Art entspricht. Kein Individuum, ob Pflanze, Mensch oder Tier, ist jemals für sich allein entstanden, sondern überall ist ständig Reproduktion im Gange, und aus jedem Einzelwesen entstehen immer wieder neue Einzelwesen derselben Art. Es bedarf also nicht nur eines allweisen Schöpfers, diesen Vorgang einmal in Gang zu setzen, sondern auch zur Aufrechterhaltung. Diese Tatsachen widersprechen sowohl der Ansicht eines Atheisten als auch der eines Polytheisten. (Maududi)

191. Der Lebensunterhalt aus der Erde zeigt sich in vielerlei Formen. Die augenscheinlichsten sind Pflanzen und Tiere, Wasser und Luft. Zu ihnen gehören auch die Bodenschätze und die Schätze des Meeres. Dazu kommen die wunderbaren Kräfte, wie Magnetismus und Elektrizität und andere Kräfte, von denen keiner Kenntnisse besitzt außer Allah. Und in Bezug auf den Lebensunterhalt vom Himmel, so bekommen wir für unser irdisches Leben Licht, Wärme und Regen und die Kräfte und Energien, die Allah uns zur Verfügung stellt. (Qutb)

Durch Regen und Vegetation. (Darjabadi)

Vergleiche auch Suura 10:31 und die entsprechenden Fußnoten. (Asad)

Die Frage des Lebensunterhalts ist nicht so einfach, wie es aus einem kurzen Satz auf den ersten Blick erscheinen mag. Auf der Erde existieren Millionen Arten von Pflanzen und Tieren, die jeweils wieder aus Millionen von Einzelwesen bestehen, jedes mit seinen ganz speziellen Bedürfnissen an Nahrung. Der Schöpfer hat dafür gesorgt, dass jedes Einzelwesen jeder Art seine Nahrung bekommt. Verschiedene Faktoren in Himmel und Erde wirken zusammen, um dies zu bewerkstelligen. Wenn zwischen Wärme, Licht, Wasser, Luft und verschiedenen Substanzen der Erde nicht die rechte Harmonie herrscht, kann nicht ein einziger Nahrungspartikel entstehen. Wäre es vorstellbar, dass dies alles zufällig und ohne das Wirken eines allweisen Schöpfers entstanden ist? (Maududi)

192. Irgendein Nebenschöpfer, Nebenerhalter oder Nebenversorger? (Darjabadi)

193. Den Beweis erbringen dafür, dass Ich einen Teilhaber habe, oder dass ein anderer solche Taten vollbracht hat außer Allah. (Qurtubi)

Der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, soll damit die Polytheisten auffordern, ihre Gegenargumente zu bringen. Lange vor der Zeit der modernen Wissenschaft und auch unabhängig von allen jüdisch-christlichen Einflüssen hat der suchende Geist des Menschen seit jeher die Einheit des Daseins gespürt, selbst hinter den vielfältigen Gottheiten des Volksglaubens den Einzigen Gott. (Darjabadi)

Wörtlich: „Wenn ihr wahrhaftig seid": dies bedeutet, dass die meisten Menschen, die sich eine Vielzahl von Göttern oder auch eine "Inkarnation" des einzigen Gottes vorstellen, dies unreflektiert tun, manchmal unter dem Einfluss ererbter Kulturtraditionen und Denkgewohnheiten, nicht aus vernünftiger Überzeugung. (Asad)

 

65. Sprich194: „Niemand in den Himmeln und auf Erden kennt das Verborgene außer Allah195“, Und sie wissen nicht, wann sie auferweckt werden sollen196.

194. Zur Belehrung der Geschöpfe. (ibn Kasir)

Zu den Götzendienern, die den Propheten nach der Stunde der Auferstehung gefragt hatten. (Qurtubi)

 

195. Das Jenseits gehört zu den verborgenen, unsichtbaren Dingen. Und niemand kennt das Unsichtbare außer Allah. Die Leugner verlangten jedoch stets seinen Zeitpunkt zu definieren oder sie würden die Ermahner nicht anerkennen. Sie hielten es für Fabeln, die schon des öfteren wiederholt worden waren, ohne jedoch ihre Erfüllung zu finden. (Qutb)

Die Kenntnis vom Augenblick der Auferstehung gehört zu den verborgenen Dingen. (Darjabadi)

In diesem Zusammenhang übersetze ich den Begriff "Al-Rayb"  غَيْب mit "verborgene Realität", denn er bezieht sich offensichtlich auf die endgültige Realität, die allen sichtbaren Aspekten des Universums zugrunde liegt, den Sinn und Zweck aller Schöpfung. Damit nicht das Missverständnis entsteht, Allah sei hier unter die „Wesen im Himmel und auf der Erde" eingereiht worden, habe ich noch einmal als Betonung eingeschoben: "niemand außer Allah". (Asad)

Vergleiche auch Suura 6:59; 31:34 und die entsprechenden Fußnoten; letzteren Aja trug der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, vor, als jemand mit Fragen zu ihm kam: „Wann wird die Auferstehung stattfinden? Unser Gebiet leidet unter einer Dürre; wann wird es regnen? Und meine Frau ist schwanger; bekommt sie einen Jungen oder ein Mädchen? Ich weiß, was ich heute verdient habe, aber was werde ich morgen verdienen? Ich weiß, wo ich geboren bin, aber wo werde ich sterben?" Vergleiche auch Suura 6:50; 7:187; 9:101 und viele andere Stellen sowie die entsprechenden Fußnoten. (Maududi)

 

66. Nein, erst recht unzureichend ist ihr Wissen197 über das Jenseits198. Nein, sie befinden sich im Zweifel darüber. Nein, sind ihm gegenüber blind199.

196. Die Götzendiener von Makka, gleichermaßen wie die anderen. (Al-Dschalalain)

Diejenigen, von denen man annimmt, sie hätten Einblick in das Verborgene und die daher als gottgleich angesehen werden, kennen ihre eigene Zukunft nicht. Sie wissen nicht, wann die Auferstehung stattfindet und wann Allah sie wieder zum Leben erweckt. (Maududi)

Sie bemerken es nicht einmal, wenn es herannaht. (Qutb)

197. Das Wissen derer, die das zukünftige Leben leugnen. (Darjabadi)

198. Sie begreifen nicht einmal die Sache selbst, geschweige denn ihren Zeitpunkt. (Darjabadi)

Sie können sich ein zukünftiges Leben nicht vorstellen, denn seine Realität liegt jenseits all dessen, was für Menschen in dieser Welt erfahrbar ist. Dies ist, wie nicht oft genug betont werden kann, eine indirekte Erklärung für den Grund, warum jede Bezugnahme des Qur’an auf den Zustand des Menschen nach seinem Tode, sei es im guten oder im Schlechten, notwendigerweise in rein allegorischen Begriffen ausgedrückt werden muss. (Asad)

199. Kaafirs sind in der Regel Materialisten, die nicht über die Erfahrungen ihrer sinnlichen Wahrnehmung hinausdenken. Was eine geistige Zukunftsvision betrifft, so würden ihre physischen Sinne sie nur in Unsicherheit und Zweifel lassen. (Juusuf `Allii)

Sie sind blind gegenüber der logischen Notwendigkeit innerhalb des Schöpfungsplanes Allahs. Denn nur mit der Voraussetzung eines zukünftigen Lebens hat die Vorstellung von der Verantwortlichkeit des Menschen und Allahs letztendlichem Gericht einen Sinn. Wo es keine moralische Verantwortlichkeit gibt, da gibt es auch keine Frage einer moralischen Wahlfreiheit, und dann hat auch alle Unterscheidung zwischen Richtig und Falsch keinen Sinn mehr. (Asad)

 

Abschnitt 6

67. Und jene, die kaafir sind, sprachen: „Sollen wir etwa, nachdem wir und auch unsere Väter zu Staub geworden sind, wieder erweckt werden200?

200. Aus den Gräbern. (Al-Dschalalain)

Dies ist immer die Schwierigkeit, vor der die Kaafirs stehen: Wie sollte es möglich sein, dass wir, wenn wir einmal gestorben und unsere Körper längst verwest und in den Gräbern verstreut und zu Staub geworden sind, wieder zum Leben erweckt werden? Sie können sich ein zukünftiges Leben nicht vorstellen, obgleich sie wissen, dass alles Leben bereits ein erstes Mal aus dem Nichts entstanden ist. (Qutb)

 

68. Uns ist dies bereits vordem versprochen worden, ebenso wie unseren Vätern. Das sind wahrlich nichts anderes als Fabeln der Alten201."

201. Sie kennen bereits von früheren Propheten her die Vorstellung von einer Auferstehung, wie sie ihren Vorfahren versprochen wurde. Da diese Verheißung sich nach ihrer Erfahrung nicht realisiert hat, nehmen sie das zum Anlass der Verspottung dieser neuerlichen Verheißung. (Qutb)

 

69. Sprich: „Reist doch umher auf Erden und seht, wie das Ende der Übeltäter war202.“

202. Seht mit eurem Herzen und mit eurem Verstand. (Qurtubi)

Selbst wenn die Kaafirs nicht bereit sind, eine "mystische" Lehre anzunehmen, brauchen sie nur zu beobachten, was in ihrer irdischen Umwelt vor sich geht, und sie werden feststellen, dass Böses immer ein böses Ende findet, und dass Wahrheit und Gerechtigkeit sich letztendlich immer durchsetzen. (Juusuf `Allii)

Derer, die die Realität eines zukünftigen Lebens und damit die letztendliche Verantwortlichkeit des Menschen für sein Handeln leugneten. Wie oben aus Fußnote 199 hervorgeht, folgt aus der Ablehnung dieser Tatsache unweigerlich der Verlust allen Gefühls für Gut und Böse, und dies wiederum führt seinerseits zu gesellschaftlichem und geistigem Chaos und damit zum Untergang von Nationen und Kulturen. (Asad)

 

70. Doch so betrübe dich nicht über sie und ärgere dich nicht über das, womit sie dich zu hintergehen versuchen203.

203. Sei nicht traurig über die makkanischen Leugner, wenn sie nicht zur Überzeugung gelangen wollen. Auch ihre Machenschaften sollten dich nicht betrüben, denn Allah wird dich davor beschützen. (Safwat Al-Tafsir)

Vergleiche auch Suura 16:127 und die entsprechenden Fußnoten. Die Rechtschaffenen sollen den Ungerechten nicht nachtrauern. Die Machenschaften der Ungerechten können Allahs Plan nicht außer Kraft setzen oder stören. (Juusuf `Allii)

Vergleiche auch Suura 10:21 und die entsprechende Fußnote, wo der Begriff "makr" erläutert wird. (Asad)

 

71. Und sie fragen: „Wann wird dieses Versprechen in Erfüllung gehen, wenn ihr wahrhaft seid204?"

204. Wann kommt das Strafgericht, das du uns androhst? Warum werden wir nicht bestraft, wo wir doch nicht nur Allahs Botschaft abgelehnt, sondern alles getan haben, um deinem Auftrag im Wege zu stehen? (Maududi)

Spöttisch und verächtlich richten sie diese Frage an den Propheten und an die Mu'mins.

(Safwat Al-Tafsir)

 

72. Sprich: „Vielleicht steht euch schon unmittelbar bevor ein Teil dessen, was ihr zu beschleunigen fordert205!"

205. Die Bestrafung könnte schon an ihren Fersen haften, wie ein nachfolgender Reiter dem Vordermann ohne das dieser ihn bemerkt hat. Sie aber spotten und spielen weiter die Unbekümmerten. (Qutb)

Die Kaafirs  - oder auch Menschen, die nur halbherzig den Imaan verinnerlicht haben - sagen sich vielleicht: „Warum sollten wir uns über die ferne Zukunft Gedanken machen? Nehmt jeden Tag so, wie er kommt!" Dies ist jedoch ein Trugschluss. Das letztendliche Gericht ist sicher und vielleicht ist gerade diese Stunde für ein bestimmtes Individuum die entscheidende. Dies ist die Stunde der Umkehr und Wiedergutmachung. Denn Allah will für die ganze Menschheit das Beste, trotz ihrer Undankbarkeit. (Juusuf `Allii)

Das Ende des eigenen Lebens, das der Auferstehung vorausgeht. (Asad)

Wenn Worte wie "vielleicht" oder "es mag sein" in einer heiligen Schrift auftauchen, dann enthalten sie nicht ein Moment des Zweifels, sondern bringen Allahs Unabhängigkeit zum Ausdruck. Wenn Allah eine Sache will, dann ist dies und seine Verwirklichung sozusagen ein und dasselbe. Es ist unvorstellbar, dass Er eine Sache will, und diese dann nicht geschieht. Wenn Er darum sagt: „Vielleicht wird es so sein," dann heißt dies: „Es wird sicherlich so sein, wenn ihr nicht umkehrt." (Maududi)

 

73. Und wahrlich, dein Herr ist voll der Güte gegenüber den Menschen206 doch die meisten von ihnen sind nicht dankbar207.

206. Seine Huld offenbart sich in der Gewährung einer Frist und in der Zurückstellung ihrer Bestrafung trotz ihrer Sündhaftigkeit und Nachlässigkeit, auf dass sie zur Umkehr und zum rechten Weg gelangen mögen. (Qutb)

207. Die meisten Menschen sind dafür jedoch nicht dankbar und nutzen die ihnen eingeräumte Frist nicht zu ihrer Besserung. Im Gegenteil, wenn sie feststellen, dass ein Strafgericht nicht unmittelbar über sie hereingebrochen ist, verfallen sie der Illusion, sie würden nicht zur Rechenschaft gezogen und seien damit frei, alles zu tun, was ihnen gefällt, ohne auf Ermahnungen hören zu müssen. (Maududi)

Sie zeigen sich undankbar gegenüber dieser Huld. (Qutb)

 

74. Und wahrlich, dein Herr weiß gewiss, was ihre Herzen verbergen und was sie kundtun208.

208. Allah ist nachsichtig und räumt den Menschen eine Frist zur Umkehr ein, obgleich Er weiß, was in ihrem Inneren verborgen ist, und dessen, was sie offen aussprechen und tun. Diese Verzögerung geschieht also aufgrund Seines Wissens und Seiner Gnade. (Qutb)

 

75. Und es gibt nichts Verborgenes im Himmel und auf Erden, das nicht in einem deutlichen Buch (verzeichnet) ist209.

209. Die Kette aus Ursachen und Wirkungen ist sicher und eindeutig. Wir stehen und fallen mit dem Bericht von unseren Taten. In diesem Sinne ist die Karma-Lehre wahr, muss aber durch die Lehre von der Gnade modifiziert werden, denn der Mensch kann umkehren und Allahs Barmherzigkeit erlangen, und Allahs Barmherzigkeit ist wie ein guter Engel, der immer wieder versucht, den Menschen zurückzugewinnen. (Juusuf `Allii)

 

76. Wahrlich, dieser Qur’an erklärt210 den Kindern Israels das meiste von dem, worüber sie uneins sind211.

210. "Jaqussu" يَقُصُّ bedeutet hier "er erklärt" oder "er erläutert". Vergleiche dazu auch Suura 12:3 und die entsprechende Fußnote. (Asad)

211. Ihr Streit ging so weit, dass sie einander verfluchten. (Qurtubi)

Unter den Juden gab es zahlreiche Sekten. Einige galten als völlig unorthodox, wie beispielsweise die Samariter, die eine andere Thora hatten; sie hassten die übrigen Juden und wurden von diesen gehasst. Aber selbst im orthodoxen Judentum gab es zahlreiche Splittergruppen, von denen hier nur einige erwähnt werden sollen:

1. Die Pharisäer, die Literalisten, Formalisten und Fatalisten waren und eine umfassende Traditionsliteratur besaßen, die das mosaische Gesetz überlagerte.

2. Die Sadduzäer, die Rationalisten waren und allem Anschein nach die Lehre von einer Auferstehung oder einem zukünftigen Leben leugneten.

3. Die Essener, die Askese und eine Art Gütergemeinschaft praktizierten und ehelos lebten. Über viele der verschiedenen Lehren gab es bittere Auseinandersetzungen, die durch den Qur’an bereinigt werden, indem dieser das mosaische Gesetz ersetzt und vervollkommnet. Er erklärt darüber hinaus eindeutig das Wesen Allahs und der Offenbarung sowie die Lehre vom zukünftigen Leben. (Juusuf `Allii)

Dazu kommen auch die Meinungsverschiedenheiten unter den späteren Christen, wobei es hauptsächlich um 'Isa und seine Mutter Marjam, Allahs Segen und Frieden auf ihnen beiden, geht. es verschiedene Ansichten:

1. Er ist wahrer Mensch.

2. Gott der Vater, 'Isa, selbst und der heilige Geist sind verschiedene Seinsweisen, durch die sich Gott selbst den Menschen offenbart und demnach konstituiert sich Gott aus drei Grundelementen, dem Vater, dem Sohn und dem heiligen Geist.

3. Der Sohn ist nicht gleich ewig wie der Vater, sondern vor Anbeginn der Welt geschaffen und damit untersteht er dem Vater.

4. Eine weitere Gruppe leugnet den heiligen Geist als ein Grundelement der Trinität. Unterschiedliche Ansichten gibt es auch über die Kreuzigung;

so wie zuvor die Juden bereits den eigentlichen Sinn der Thora verdrehten und ihre Gesetze änderten. So kam der Qur’an, um den Ursprung festzusetzen, so wie Allah selber ihn offenbarte. Er erzählt die Geschichten ihrer Propheten, frei von aller Unreinheit, die sie den Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, zu unterstellen versuchten. (Qutb)

Der Begriff "Kinder Israels" umfasst hier sowohl Juden wie auch Christen, da für beide das Alte Testament verbindlich ist, wenn auch in veränderter Form. Aber gerade wegen dieser Veränderungen und wegen des großen Einflusses, den jüdisches und christliches Gedankengut auf große Teile der Menschheit ausübt, erklärt der Qur’an beiden Gemeinschaften gewisse ethische Wahrheiten. Der Gebrauch des Wortes "die meisten" (nicht "alle") im Zusammenhang mit den Problemen, auf die dieser Text anspielt, zeigt, dass es hier nur um die moralische Perspektive des Menschen und sein gesellschaftliches Leben in dieser Welt geht, nicht um letztendliche metaphysische Fragen, die - wie der Qur’an oft betont - erst im zukünftigen Leben ihre endgültige Antwort finden. (Asad)

 

77. Und er ist gewiss eine Rechtleitung212 und eine Barmherzigkeit213 für die Mu'mins214

212. Der Qur’an ist eine Führung: er schützt sie vor Streit und Irrtümern, vereinheitlicht den Weg, hilft auf dem Pfad zu bleiben und verbindet die Menschen mit den Gesetzmäßigkeiten des Daseins, die weder schwanken, noch sich verändern. (Qutb)

213. Dadurch bewahrt Allah die Menschen vor Zweifeln, Unruhe und Ratlosigkeit. Sie werden mit Allah verbunden, wo sie Zufriedenheit und Sicherheit finden. So leben sie im Frieden mit sich und mit den Mitmenschen in ihrer Umgebung. Schließlich gelangen sie zu Allahs Zufriedenheit und Seiner reichlichen Belohnung. (Qutb)

214. Für alle, die die Botschaft des Qur’an akzeptieren und an seinen Inhalt den Imaan verinnerlichen. Sie werden vor den Irrtümern bewahrt, in die ihre Völker verstrickt sind. (Maududi)

Speziell für die Mu'mins, da sie diejenigen sind, die bereit sind, Nutzen daraus zu ziehen. (Qurtubi)

 

78. Wahrlich, dein Herr wird zwischen ihnen entscheiden durch Seinen Richtspruch215 und Er ist Allmächtig, Allweise216.

215. Am Tage des Gerichts. (ibn Kasir)

"Hukm" حُكْم bedeutet hier "Entscheidung" oder "Urteil". Die Meinungsverschiedenheiten der unterschiedlichen Sekten können nur durch Allahs Entscheidung beigelegt werden, und zwar:

1. In der Form einer Offenbarung, wie es mit dem Qur’an der Fall war; oder

2. Durch die Logik der Ereignisse, denn hunderte von Sekten sind im Laufe der Zeit untergegangen oder in Vergessenheit geraten; oder

3. Durch das endgültige Urteil Allahs beim Jüngsten Gericht, wo alle Sekten schließlich ihre Irrtümer einsehen müssen. (Juusuf `Allii)

216. Weder kann irgendeine Macht Sein Urteil zunichte machen oder verhindern, noch kann Er selbst einen Fehler machen oder sich irren. (Maududi)

Der Allbesiegende, Dessen Gebot von niemandem zurückgewiesen werden kann. Der Allwissende, Dem nichts verborgen bleibt. (Qurtubi)

 

79. Darum vertraue auf Allah217. Denn du bist offenkundig im Recht218.

217. Damit wird in erster Linie der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, aufgefordert, sich völlig auf Allahs Beistand zu verlassen. (Darjabadi)

218. Wörtlich: "Du bist (oder "stehst") auf der offensichtlichen (oder "selbstverständlichen") Wahrheit", das heißt "das, woran du den Imaan verinnerlichst, ist die offensichtliche Wahrheit". (Asad)

 

80. Wahrlich, du kannst weder die Toten hörend machen219, noch kannst du die Tauben dazu bringen dem Aufruf Gehör zu schenken, wenn sie sich abwenden und den Rücken kehren220.

219. Die Toten: deren Gewissen tot ist, und deren Starrsinn und Traditionsgläubigkeit ihnen jeden Unterscheidungssinn für Wahrheit und Trug genommen hat. (Maududi)

Denn sie haben weder Gefühl noch Verstand. (Qurtubi)

220. Die Schwerhörigkeit eines Tauben nimmt an Intensität zu sobald er den Rücken kehrt.

(Safwat Al-Tafsir)

Der Qur’an beschreibt den Zustand der Erstarrung der Herzen, der Regungslosigkeit der Seele, und die Stumpfheit der Sinne einmal als Tote, denn Tote können nichts empfinden. Ein anderes Mal bezeichnet er ihn als Taubheit, denn Taube können nichts hören. Ein weiteres Mal als Blinde, die auf ihrer Blindheit beharren, denn Blinde können den Anrufer nicht sehen. (Qutb)

Die Aufgabe des Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, War es, die Botschaft zu verkünden und den Weg zu zeigen. Männer und Frauen, die guten Willens waren, verinnerlichten den Imaan und nahmen die Botschaft auf. Er war jedoch nicht verantwortlich für den Starrsinn derjenigen Menschen, die sich von Allahs Zeichen abwandten und die Wahrheit ablehnten. (Juusuf `Allii)

Die nicht nur ihre Ohren vor dem verschließen, was du zu sagen hast, sondern dir auch sonst aus dem Wege gehen. (Maududi)

 

81. Und du wirst auch nicht die Blinden aus ihrem Irrtum zur Rechtleitung führen können221. Du kannst fürwahr nur die hörend machen, die an Unsere Zeichen den Imaan verinnerlichen und sich in Allahs Willen ergeben222.

221. Solange sie nicht willens sind, sich selbst daraus zu befreien. (Darjabadi)

Es ist nicht deine Aufgabe, sie auf den rechten Weg zu zwingen. Du kannst ihnen nur mit Worten und durch dein eigenes Verhalten mitteilen, dass dies der rechte Weg ist, aber wie kannst du jemanden führen, der absichtlich die Augen verschlossen hat und überhaupt nichts sehen will? (Maududi)

222. Die sich Allah hingegeben haben. (Darjabadi)

Dieser Abschnitt entspricht der im Qur’an oft wiederholten Aussage, dass Allah denjenigen leitet, der sich leiten lassen will. (Asad)

 

82. Und wenn das Wort223 über sie ergangen ist224, dann werden Wir ein Tier225 aus der Erde für sie hervorbringen, das zu ihnen sprechen (und ihnen sagen) wird226, dass die Menschen nicht an Unsere Zeichen den Imaan verinnerlichen wollten.

223. "Das Wort": die Entscheidung oder das Urteil, das die Frist beendet und in einer neuen Welt die wahren Werte von Richtig und Falsch wiederherstellt. Dann ist ihr Maß voll. (Juusuf `Allii)

224. Wenn sie Unseren Unwillen zu Recht verdient haben. (Al Qurtubi)

Das heißt: Wenn die Frist der Umkehr abgelaufen ist, und das Urteil über die, die kein Nutzen daraus ziehen wollen, ergehen wird. (Qutb)

Wenn ihnen entgegen allen ihren Erwartungen die Wahrheit deutlich wird und sie völlig in Verwirrung bringt: eine Anspielung auf das Nahen der letzten Stunde, der Auferstehung und des Gerichts, also alles dessen, was sie als "Fabeln der Alten" abgetan hatten (vergleiche oben Aja 67-68). (Asad)

225. In vielen Aussprüchen des Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, an denen nur einige authentisch sind, ist die Rede von dem hier erwähnten Tier. Doch diese beinhalten keine genaue Beschreibung. Darum übergehen wir die in ihnen genannten Merkmale, weil diese uns nichts nützen. Was uns genügt, ist, dass nach dem Text im Qur’an und dem authentischen Hadis sein Erscheinen eins der Zeichen für die Nähe der Stunde des jüngsten Tages ist. (Qutb)

226. Dieses "Tier" ist allem Anschein nach ein Gleichnis für die "irdische" Einstellung des Menschen, mit anderen Worten, für den die Seele zerstörenden Materialismus, der für die der Letzten Stunde vorangehende Zeit charakteristisch ist. Es "sagt" den Menschen, dass ihre Verstrickung in einem ausschließlich materialistischen Wertesystem - und damit ihre Selbstzerstörung - ihrem fehlenden Imaan an Allah entstammt (vergleiche auch Suura 7:175-176 und die entsprechenden Fußnoten). (Asad)

Nach einer Überlieferung geschieht dies, wenn niemand mehr übrig ist, um die Menschen zum Guten aufzufordern und Böses zu verbieten. Sobald also der Mensch diese Pflichten vergisst, bringt Allah dieses Tier als letzte Warnung vor dem Tag des Gerichts hervor. Es ist nicht deutlich, ob es sich dabei um ein einzelnes Tier oder um eine ganze Gattung handelt, denn das Wort könnte beides bedeuten. Über andere Einzelheiten gibt es widersprüchliche Überlieferungen, die in diesem Zusammenhang nicht relevant sind. Dass es zu den Menschen spricht, ist eine Manifestation der Macht Allahs, Der schließlich auch nach der Auferstehung den einzelnen Gliedern die Fähigkeit gibt, zu sprechen und Zeugnis abzulegen (vergleiche Suura 41:20-21). (Maududi)

 

Abschnitt 7

83. Und eines Tages werden Wir aus jeder Gemeinschaft eine Schar von denen, die Unsere Zeichen als Lüge verworfen haben, in Reih und Glied versammeln227.

227. Zum Ort ihrer Abrechnung. (Qurtubi)

Alle Menschen werden versammelt. Die Leugner jedoch werden gesondert aufgestellt, um ihre Willen-, Ziel- und Wahllosigkeit zu demonstrieren. (Qutb)

 

84. Bis dann, wenn sie (alle)228 gekommen sind, Er sprechen wird: „Habt ihr Meine Zeichen als Lüge verworfen229, obwohl ihr keine umfassenden Kenntnisse darüber besaßet230, oder was habt ihr sonst getan231?“

228. Vor Allahs Richterstuhl. (Darjabadi)

229. Diese erste Frage soll sie beschämen und tadeln. (Qutb)

Ihre Anklage lautet: „Ihr hattet kein Wissen, und dennoch lehntet ihr hochmütig Meine Zeichen ab - ist das wahr, oder habt ihr irgendeine Entschuldigung für euer Verhalten?" (Juusuf `Allii)

230. Ihr habt euch nie Mühe gegeben, sie zu verstehen. (Asad)

Ihr habt Meine Zeichen nicht aufgrund wissenschaftlicher Forschungsergebnisse abgelehnt, sondern ohne jeden vernünftigen Grund. (Maududi)

231. Was habt ihr sonst auf der Welt getan, außer zu leugnen. Darin liegt ein Tadel und ein Verweis.

(Safwat Al-Tafsir)

 

85. Und das Wort232 wird über sie kommen, um dessentwillen, was sie an Unrecht begangen233, und sie werden nicht sprechen können234.

232. Jetzt wird das Urteil gesprochen und vollstreckt. (Juusuf `Allii)

233. Während ihres irdischen Lebens. (Darjabadi)

Durch ihre Götzendienerei. (Qurtubi)

Vergleiche auch oben Aja 32 und die entsprechenden Fußnoten. (Asad)

234. Um etwas zu ihrer Verteidigung vorzubringen. (Darjabadi)

Im Gegensatz zu dem Tier kurz zuvor, werden die Menschen nicht mehr sprechen können. (Qutb)

 

86. Sehen sie denn nicht, dass Wir die Nacht machten, damit sie darin zur Ruhe kommen235, und den Tag erhellten236? Wahrlich, darin sind gewiss Zeichen für Leute, die mu’min sind237.

235. In deren Dunkelheit ihr Tun zum Stillstand kommt, und sie sich von den Anstrengungen des Tages ausruhen. (ibn Kasir)

236. Um darin ihre Geschäfte abzuwickeln, zu reisen und Handel zu treiben und vieles mehr. (ibn Kasir)

Nacht, Tag, Ruhe und Licht: sowohl im buchstäblichen als auch im übertragenen Sinne. Jeder, der ein Fünkchen Einsicht oder Imaan besitzt, kann sehen, dass die Nacht ein Segen ist, wenn sie zum Ausruhen genutzt wird, aber ein Fluch, wenn sie missbraucht wird, Unwissenheit und Vergehen zu verheimlichen. Ebenso sieht er, dass der Tag zur Arbeit und Erleuchtung zur Verfügung steht und sein Missbrauch grobe Undankbarkeit gegenüber Allah ist. (Juusuf `Allii)

Vergleiche auch Suura 10:67 oder 40:61. Die gottgegebene Fähigkeit des Menschen, durch vernünftige Überlegung ("der Tag, der die Menschen sehen lässt") und Intuition, die durch zuversichtliches Hören auf die Stimme des eigenen Herzens zu Stande kommt ("die Nacht, die zur Ruhe gemacht ist"), Einsicht zu gewinnen, bezeugen beide, dass Allahs Existenz eine logische Notwendigkeit ist, und dass wir uns mit einer Ablehnung Seiner Botschaft gegen uns selbst vergehen. (Asad)

Dies sind nur zwei der zahllosen Zeichen Allahs, die wir jederzeit beobachten können. (Maududi)

237. Und sich dadurch ermahnen lassen. (Safwat Al-Tafsir)

 

87. Und an dem Tag, an dem in die Posaune gestoßen wird, werden die, die in den Himmeln und auf Erden sind, von Schrecken erfüllt sein238 außer denen, die Allah bestimmt, und alle werden zu Ihm kommen in Demut239.

238. Ihm allein gehört die Herrschaft am Tag des Gerichts, und niemand wird etwas gegen Seinen Willen äußern dürfen. (Siddiqi)

239. Arroganz und Unwissenheit verschwinden, und übrig bleibt das Selbst in seiner wahren Stellung - in Demut und Bescheidenheit - wenn die Schuppen der Unwissenheit von seinen Augen fallen.

(Juusuf `Allii)

 

88. Und du siehst240 die Berge und meinst, sie würden nach wie vor feststehen241, sie werden doch wie Wolken vorüberziehen242. Das ist das Werk Allahs, Der alle Dinge geordnet hat243. Wahrlich, Er ist wohl vertraut mit dem, was ihr tut244.

240. Damit ist der Leser angesprochen. (Darjabadi)

Wenn in die Posaune gestoßen wird. (Al-Dschalalain)

241. Dies verhält sich so in der gegenwärtigen Phase der phänomenalen Dinge, sowohl buchstäblich als auch im übertragenen Sinne. Nichts erscheint fester oder dauerhafter als das "ewige Gebirge"; wenn jedoch die neue Ordnung der Dinge in Kraft tritt und die neue Welt entsteht, ist es so schwach und nichtig wie Wolken. Auch Personen, Dinge oder Ideen, die jetzt so fest und beständig erscheinen, vergehen bei der Neuordnung der Dinge in der geistigen Welt wie Phantasiegebilde und machen Allahs Realität Platz. (Juusuf `Allii)

242. So leicht wie Wolken; so schnell wie Wolken. (Darjabadi)

243. "Atqana" أَتْقَنَ : Dinge kunstvoll arrangieren, so dass die vollkommensten Ergebnisse erzielt werden. Die gegenwärtige phänomenale Welt und die Zukunft, die erst noch verwirklicht werden soll, haben beide in Allahs Plan ein Ziel und einen Sinn. Er weiß vollkommen, was wir sind, was wir tun, was wir denken und was wir brauchen. Wer kann Seine Kunstfertigkeit angemessen preisen? (Juusuf `Allii)

In vollkommener Übereinstimmung mit dem Zweck, für den Er sie erschaffen hat. In diesem besonderen Zusammenhang wird betont, dass Allah die Vergänglichkeit der Welt, wie wir sie kennen, ebenso wollte wie im Gegensatz dazu die dauerhafte Realität des zukünftigen Lebens. Vergleiche auch Suura 14:48 und 20:105-107 sowie die entsprechenden Fußnoten. (Asad)

Auch dieser Tag, der Tag des Gerichtes, ist von Allah, Der allem seine Vollendung gab, bestimmt worden, um seine Rolle im Schöpfungsplan zu erfüllen und die Ordnung zwischen dem Handeln und der Vergeltung in diesem und in jenem Leben zu erfüllen. (Qutb)

244. Und Er wird euch entsprechend vergelten. (Darjabadi)

Nachdem Allah euch alle Fähigkeiten der Vernunft, der Unterscheidung und der Kontrolle über die Dinge gegeben hat, könnt ihr doch nicht erwarten, dass Er euren Handlungen gegenüber gleichgültig ist und nicht darauf achtet, wie ihr die euch auf der Erde übertragene Autorität benutzt habt! (Maududi)

 

89. Wer mit Gutem kommt245, dem wird daraus Besseres erwachsen246, und sie werden vor dem Schrecken dieses Tages verschont247.

245. Am Tage des Gerichtes. (Al-Dschalalain)

Abn Darr erzählte: „Ich bat den Gesandten Allahs, mir einen Rat zu geben. Er sagte: „Fürchte Allah und lass einer bösen Tat eine gute folgen, um sie zu löschen.“ Daraufhin sagte ich: „Gehört la ilaha illa 'llah" zu den guten Taten?' Der Gesandte antwortete: „Sie ist die beste.“ (Qurtubi)

246. Als Lohn dafür. (Darjabadi)

Damit betont der Qur’an die Lehre, dass alles das, was metaphorisch als "Lohn" oder "Strafe" bezeichnet wird, die guten oder bösen Folgen der Einstellung und Handlungsweise eines Menschen auf dieser Erde sind. Auf einer anderen Ebene kann dieser Satz auch folgendermaßen verstanden werden: „Wer eine gute Handlung bringt, gewinnt etwas Besseres als (oder: durch) sie", eine Anspielung auf die Tatsache, dass die Verdienste einer Handlung dauerhaft sind, während diese selbst vergänglich ist. (Asad)

Der Lohn ist in zweierlei Hinsicht besser:

1. Er ist höher als das Verdienst des Menschen:

2. Er ist dauerhaft, obwohl die Handlung vorübergehend und ihr Einfluss nur auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt war. (Maududi)

247. Vor der Angst vor dem Urteil am Tag des Gerichts. (Darjabadi)

Die Verschonung vor Schrecken ist in sich schon eine Belohnung. (Qutb)

Während die Schrecken der Auferstehung die Kaafirs lähmen, bleiben die Mu'mins davor sicher, denn im zukünftigen Leben wird sich alles so verhalten, wie sie es erwartet haben. Sie hatten bereits aus der durch die Propheten vermittelte Offenbarung erfahren, dass die Auferstehung stattfindet und eine neue Welt entsteht, wo jeder für seine Handlungen zur Rechenschaft gezogen wird. Darum sind sie weder verwirrt noch bestürzt wie diejenigen, die einen solchen Tag geleugnet haben. Stattdessen sind sie zufrieden, weil sie sich auf diesen Tag vorbereitet und sich Mühe gegeben haben, die jetzt ihre Früchte trägt. (Maududi)

 

90. Und wer mit Bösem kommt248, die werden diese mit ihren Gesichtern voran ins Feuer gestürzt249: „Werdet ihr denn anders belohnt250 als für das, was ihr selbst erwirkt habt251?"

248. "Böses" ist hier gleichbedeutend mit Kufr. (Darjabadi)

Das heißt, diejenigen, die nur Böses taten oder deren böse Handlungen bei weitem die guten überwiegen. (Asad)

249. Mit den Gesichtern, die sich von der klaren Wahrheit abgewandt hatten. (Qutb)

Möglicherweise sind gerade die Dinge, auf die wir am stolzesten waren oder die wir in unserer hier bestehenden Weltordnung für besonders wertvoll halten, diejenigen, die zuerst ins Feuer kommen. (Juusuf `Allii)

250. Dies wird ihnen gesagt, entweder von Allah selbst oder von den Engeln. (Qurtubi)

Wörtlich: „Wird euch für irgendetwas anderes vergolten als ..." (Asad)

251. Strafe gibt es nur in dem Maße, wie der Mensch sie durch sein tatsächliches Verhalten in diesem gegenwärtigen Leben verdient hat. (Juusuf `Allii)

Vergleiche hierzu auch Suura 10:26-27; 28:84; 29:7; 34:37-38 und 40:40 sowie die entsprechenden Fußnoten. (Maududi)

 

91. Wahrlich, mir252 ist geboten worden, dass ich dem Herrn dieser Stadt253 diene, die Er geheiligt hat und Dem alle Dinge gehören. Und mir ist geboten worden, dass ich einer von denen sein soll, die sich (in Allahs Willen) ergeben254,

252. Dies soll der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagen. (Darjabadi)

253. Der Herr dieser Stadt: dies wurde in Mekka etwa 5 Jahre vor der "Hidschra" gesagt, als der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, und seine Anhänger als Gegner des makkanischen Kultes verfolgt wurden. Ihr Diin richtete sich nicht gegen den wahren Geist der heiligen Stadt, sondern brachte im Gegenteil gerade diesen Geist wieder zur Geltung, nachdem er von der Götzendienerei und den Lastern der Quraisch überlagert worden war. Hier wird den Quraisch mitgeteilt, dass diese Lehre vom Herrn Makkas selbst stammt, dem Einen wahren Gott, der die Stadt in der Zeit Ibraahiims, Allahs Segen und Frieden auf ihm, selbst geheiligt hatte. Damit sie nicht dem Missverständnis zum Opfer fallen, es handle sich nur um ein Stammesdiin oder einen eingefassten Lokalkult, wird hinzugefügt, dass Er nicht nur der "Herr dieser Stadt", sondern der Herr der Welten ist, "dem alle Dinge gehören". Dies ist eine universale Botschaft; traurig ist es, wenn gerade die Makkaner, zu denen sie als erste kam, sie ablehnen. (Juusuf `Allii)

Makka, wo der erste dem Einen Gott geweihte Tempel erbaut wurde. Vergleiche auch Suura 3:96 und die entsprechenden Fußnoten. (Asad)

In der kein menschliches Blut vergossen, keinem Unrecht zugefügt, keine Jagdbeute gemacht und keine Bäume gefällt werden dürfen. Mit dieser Heiligung machte Allah Makka zu einem sicheren Ort, der frei war von all den Auseinandersetzungen und dem Leid, die in den anderen Orten Arabiens weit verbreitet waren. Dies war zweifellos eine Huld Allahs für die Quraisch. (Al-Dschalalain)

Vergleiche auch Suura 106:3, wo Allah als "Herr dieses Hauses" bezeichnet wird. Beide Bezeichnungen für Allah wurden auch von den arabischen Christen zur Zeit des Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, auf der arabischen Halbinsel verwendet. Der Sprachgebrauch ist ein Indiz dafür, dass aus ihrer Verwendung nicht eine Schlussfolgerung zu ziehen ist, wie die, der Islam sei von seinem Selbstverständnis her erst ein lokaler Diin gewesen und habe erst später seine Universalität gewonnen. (Anm. d. Übers.)

254. Die sich zur Einheit Gottes bekennen und Ihm treu ergeben sind. Die Seine Gebote befolgen und Ihm gehorsam sind. (ibn Kasir)

 

92. Und dass ich den Qur’an vortragen soll255. Und wer sich rechtleiten lässt, der lässt sich fürwahr um seiner selbst willen rechtleiten. Und wer irregeht256, zu dem sprich: „Wahrlich, ich bin nur einer von den Warnern257."

255. Während im vorigen Aja die Rede von der Grundlage der Botschaft war, folgen hier die Hilfsmittel für ihre Übermittlung. Denn der Qur’an ist nicht allein das Buch dieser Botschaft, sondern auch ihr Gesetz und ihr Führer. (Qutb)

Die Pflicht des Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, und seiner Anhänger bestand zunächst darin, den Islam anzunehmen und selbst leuchtende Beispiele für Allahs Gnade und Barmherzigkeit zu werden, wie es auch tatsächlich der Fall war. Danach sollten sie Allahs Botschaft verkünden und Sein Licht überall verbreiten. Es war nicht ihre Aufgabe, Zwang auf unwillige Menschen auszuüben, denn jeder, der Allahs Botschaft ablehnte, tat dies zu seinem eigenen Nachteil. Sie mussten die Menschen jedoch eindeutig vor solchen Folgen warnen. (Juusuf `Allii)

 

93. Und sprich: „Preis sei Allah258; Der euch Seine Zeichen zeigen wird259, und dann werdet ihr sie erkennen." Und dein Herr ist nicht achtlos dessen, was ihr tut260.

256. Nachdem der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, die wahre Lehre verkündet hat. (Darjabadi)

Wer sich leiten lässt, der wird selbst die Früchte seiner Rechtleitung ernten. Und wer den rechten Weg verfehlt, wird die Folgen seines Irrtums selbst zu kosten bekommen. (Safwat Al-Tafsir)

257. Der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, nicht für die Ergebnisse verantwortlich. (Darjabadi)

Mein Beispiel sind die Gesandten vor mir, die ihre Völker ermahnten, ihre Aufgabe der Übermittlung erfüllten und die Verantwortung und die Abrechnung Allah überließen. (ibn Kasir)

258. Für Seine Wohltaten und Seine Rechtleitung. (Qurtubi)

Der niemanden bestraft, bevor Er ihm Zeichen und Warnung zukommen ließ. (ibn Kasir)

259. Wenige Jahre nach der Offenbarung dieser Ajas geschahen wunderbare Dinge, die die Zweifel der Wankelmütigen zerstreuten und das Vertrauen der Mu'mins stärkten. Sie zeigten, wie die Logik der Ereignisse dem Auftrag des Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, Recht gaben. Anderes mag vielleicht schwer zu begreifen sein, aber die Logik der Ereignisse ist für alle leicht einsichtig. (Juusuf `Allii)

260. Prüfungen und Heimsuchungen, Verfolgung und Exil sowie die Geduld und Standhaftigkeit, mit der die Mu'mins sie ertrugen - das alles ist Allah bekannt und wird ihnen als geistiges Verdienst gutgeschrieben. (Juusuf `Allii)

Die Beweise Seiner Allmacht und Einzigkeit in euch selber und auf allen Ebenen des Seins. (Qurtubi)

 

Einführung zu Suura 28

Diese Suura schließt thematisch an die vorige an und befasst sich weiter mit der Offenbarung und der Reaktion der Völker darauf. Betont wird dabei jedoch ein neuer Aspekt: wie der Empfänger einer Offenbarung auf seine große Aufgabe vorbereitet wird, selbst im Verlauf seines gewöhnlichen Alltagslebens, wie jedoch andererseits die ablehnende Haltung einiger Einzelpersonen oder Gruppen durch deren Arroganz oder Neid entsteht. Das Los derjenigen, die die Wahrheit ablehnen, wird dem Lohn der Rechtschaffenen gegenübergestellt.

Diese Suura wurde, möglicherweise mit Ausnahme einiger Ajas, in der späten makkanischen Zeit kurz vor der Hidschra offenbart.

Zusammenfassung:

Pharao war arrogant und ungerecht, aber es war Allahs Plan, die Schwachen zu stärken. In seiner Kindheit bereits wurde Muusa auf seine Aufgabe vorbereitet; in der Jugend vertraute er auf seinen Herrn und wurde geleitet; im Exil fand er Hilfe und Liebe; und als er schließlich berufen wurde, wurde er von Gott unterstützt. (Ajas 1-42)

Auf die gleiche Weise wurde der Prophet Muhammad - (Friede sei mit ihm) - durch Allahs Gnade mit geistiger Nahrung versehen, und seine Botschaft wurde von denen anerkannt, die frühere Offenbarungen kannten. Sie kam in ein altes, geheiligtes Zentrum, um von dort aus diejenigen zur Besinnung zu rufen, die durch das Leben dieser Welt verführt worden waren. (Ajas 43-60)

Die Zukunft gehört denen, die umkehren, glauben und Gutes tun, denn von Allah kommt alle Barmherzigkeit und Wahrheit. (Ajas 61-75)

Menschen jedoch, die wie Qarun mit ihrem Reichtum prahlen, finden ein böses Ende, während die Rechtschaffenen Gottes Gnade erlangen. (Verse 76-88) (Juusuf `Allii)

Diese makkanische Suura wurde zu der Zeit offenbart, als die Muslime eine kleine unterdrückte Minderheit waren. Sie wurde herabgesandt, um die wahren Gesetze der Macht und der Werte aufzustellen. So setzte sie die Macht Gottes als einzig existierende Macht in diesem Dasein fest und den Glauben als den einzigen Wert, der zählt. Wer nun die Macht Gottes auf seiner Seite hat, der braucht nichts zu befürchten. Wer hingegen Gottes Macht gegen sich hat, der findet keine Sicherheit und keine Ruhe, auch wenn alle möglichen Mächte ihn unterstützen würden. Das gleiche gilt auch für den Wert des Glaubens. Wer ihn besitzt, für den ist alles ein Gewinn, und wer ihn vermissen lässt, für den ist alles verloren. Auf dieser Basis beruht die Geschichte von M Muusas und Pharao am Anfang und die Geschichte Qaruns und seines Volkes, das das Volk Muusa war, am Ende der Suura. Während die erstere sich auf die Stärke von Herrschaft und Macht bezieht, beschreibt die letztere den Wert von Geld und Wissen. Die Suura schließt mit dem Versprechen Gottes an Seinen Propheten, dass Er ihn, nachdem er aus Mekka vertrieben und von den Götzendienern verfolgt war, auf jeden Fall wieder in seine Heimat zurückkehren lassen und ihn den Sieg über die Götzendiener davontragen lassen wird. (Qutb)

 

Die Geschichten

Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen.

 1. „Ta Siiiin Miiiim“1.

1. Vergleiche auch Suura 26:1 und die entsprechenden Fußnoten. (Juusuf `Allii)

Die Suura beginnt mit diesen Buchstaben, um darauf hinzuweisen, dass die Ajas der "deutlichen Schrift" (vergleiche unten Aja 2) aus Buchstaben wie diesen zusammengesetzt sind. Sie sind jedoch im Vergleich zu jenen, von Menschen gewöhnlich abgefassten Schriften, weitreichender und weitaus hochrangiger. (Qutb)

 

2. Dies sind die Ajas des deutlichen Buches2.

2. Vergleiche auch Suura 26:2 und die entsprechenden Fußnoten. (Juusuf `Allii)

Diese deutliche oder auch verdeutlichende Schrift ist nicht Menschenwerk - dazu waren die Menschen gar nicht fähig - sondern eine Offenbarung, die Allah Seinem Diener hat zukommen lassen. Deutlich wird darin die Unnachahmlichkeit ihrer Zusammensetzung und die Darlegung der Wahrheit, wie sie dabei im Großen wie im Kleinen charakteristisch ist. (Qutb)

Vergleiche auch Suura 12:1 und die entsprechenden Fußnoten, wo der Begriff "mubiin" مُبِين ("deutlich" oder auch "verdeutlichend") ausführlich erläutert wird. (Asad)

 

3. Wir tragen dir etwas von der Geschichte von Muusa und Pharao vor (so wie es sich) in Wahrheit (zutrug)3 für Leute, die mu’min sind4.

3. Vergleiche auch Suura 2:47-59; 7:100-141; 10:75-92; 11:96-109; 17: 101-111; Suura 19:51-52; Suura 20:1-39 und viele andere Stellen sowie die entsprechenden Fußnoten. (Maududi)

Die Geschichte Muusa, Allahs Segen und Frieden auf ihm, beginnt hier im Gegensatz zu allen anderen Stellen in den vielen anderen Suuras, mit der Kunde über seine Geburt. Dies, weil die erste Phase seiner Geschichte, mit all ihren unbarmherzigen Umständen, seiner Hilflosigkeit als Kind und der Ohnmacht seines Volkes und ihrer Erniedrigung durch den Pharao zum Hauptziel dieser Suura hinführt. Sie zeigt auf, wie die Allmacht Allahs daraufhin arbeitet, die Ungerechtigkeit und die Tyrannei allein zu zerschlagen, wenn die Menschen dies nicht zu tun vermögen, und die Unterdrückten und die Gefolterten zu befreien. Und dies war die Lehre, die die unterdrückte muslimische Minderheit in Makka so dringend benötigte, und die der tyrannischen Mehrheit zur Kenntnis gebracht werden sollte. (Qutb)

4. Zum Nutzen derer, die nicht starrsinnig oder hartnäckig sind, denn es wäre sinnlos, Menschen anzusprechen, die gar nicht zuhören wollen. (Maududi)

Die davon überzeugt sind, dass der Qur’an von Allah kommt. (Qurtubi)

 

4. Wahrlich, (der) Pharao war voll Überheblichkeit im Lande5 und er spaltete seine Bevölkerung in Gruppen, wobei er einen Teil von ihnen unterjochte6, indem er ihre Söhne hinmetzelte und (nur) ihre Frauen am Leben ließ7. Er gehörte wahrhaftig zu den Unheilstiftern.

5. Wenn ein König oder Regierender sein Volk spaltet - besonders dann, wenn er damit einen Teil davon unterdrücken oder ausbeuten will - handelt er damit seiner Regierungspflicht zuwider, für deren Erfüllung er vor Allah verantwortlich ist. (Juusuf `Allii)

Bevor die eigentliche Geschichte beginnt, werden zuerst die Umstände erläutert, die die Ereignisse begleiteten. Wer dieser Pharao war, ist nicht genau definiert, da nicht die historische Festsetzung das Ziel der Qur’anischen Geschichten darstellt und ihre Bedeutung nicht zu bereichern vermag. Uns genügt, zu wissen, dass diese Ereignisse sich nach der Zeit abspielten, der seinen Vater und seine Brüder hatte nachkommen lassen, und dass diese Israeliten die Nachkommen Israels (Ja’quubs) waren, die sich in Ägypten stark vermehrt und sich zu einem großen Volk entwickelt hatten. Dies veranlasste diesen tyrannischen Pharao, die Bevölkerung in Gruppen zu spalten und jede Gruppe mit der Bewältigung eines seiner Geschäfte zu betrauen. Dabei verfolgte er in besonderem Maße die Kinder Israels, da diese einer anderen Diin angehörten als der seinen, auch wenn diese in mancher Hinsicht von ihrem Ursprung abgewichen war. Sie stützte sich jedoch auf dem Imaan an die Einheit Allahs und lehnte die Göttlichkeit Pharaos gänzlich ab. So empfand er sie durch die Existenz dieser Sekte als große Gefährdung für seine Herrschaft. (Qutb)

Wörtlich: "In Parteien" oder "Sekten". Damit ist zweifellos gemeint, dass er das Volk in "hohe" oder "niedrige" Klassen spaltete, ein Vorgehen, das der Qur’an streng verurteilt. Die Israeliten nahmen in dieser Gesellschaftsordnung den niedrigsten Rang ein, und ihnen wurden nicht einmal die grundlegenden Menschenrechte zugestanden. (Asad)

6. Nämlich die Kinder Israel. (Darjabadi)

7. Nachdem er diesen Anteil der Bevölkerung, deren Anzahl auf mehrere hunderttausend angewachsen war, nicht vertreiben konnte, um nicht seine Feinde in den Nachbarländern durch diese zu mehren, suchte er