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Von Suura 21 "Die Propheten" - Suura 22 "Die Hadsch" Aja 78
Einführung zu Suura 21 Die letzte Suura handelte von der individuellen geistigen Geschichte von Muusa und Haruun, Allahs Segen und Frieden auf ihnen beiden, und stellte diese dem Wachstum des Bösen in Individuen wie dem Pharao und Saamirii gegenüber. Sie schloss mit einer Warnung vor dem Bösen und einer Ermahnung, die Seele durch Gebet und Lobpreisung Allahs zu reinigen. Diese Suura nun beginnt mit den äußeren Hindernissen, die das Böse einer solchen Reinigung in den Weg legt, und sichert uns zu, dass Allah die Macht hat, den Menschen zu unterstützen. Dies wird durch die Geschichte vom Kampf Ibraahiims gegen die Abgötterei veranschaulicht, durch die von Luuts Kampf gegen widernatürliche Laster, Nuuchs Kampf gegen den Kufr, Dawuuds und Suleymaans Kampf gegen die Ungerechtigkeit und mangelnde Verehrung Allahs (die durch Nutzung der von Allah gegebenen menschlichen Kräfte und Fähigkeiten geschehen sollte), Ayjuubs Kampf gegen Ungeduld und mangelndes Selbstvertrauen, den Kampf von Ismaaiil 'Idriis und Sul-Kifl gegen mangelnde Ausdauer und Standhaftigkeit, den des Sun-Nuun gegen übereilten Zorn, den des Sakariijaa gegen geistige Isolation und den der Marjam gegen die Begierden dieser Welt, Allahs Segen und Frieden auf ihnen allen. In jeder dieser Anspielungen gibt es einen besonderen Hinweis auf einen Aspekt der Reinigung der Seele. Gemeinsam ist ihnen allen der Punkt, dass Propheten nicht, wie der Volksglaube annimmt, ohne Anfechtungen waren. Sie alle mussten sich Schritt für Schritt gegen Widerstand aller Art seitens des Bösen durchsetzen. (Juusuf `Allii) Wie alle makkanischen Suuras behandelt auch diese hauptsächlich die Frage des Imans, indem sie die Gesetze dieses Daseins aufführt und den Iman damit verbindet. Denn der Iman ist nichts anderes als ein Teil der Struktur des Daseins und er unterliegt auch deren Gesetzen. Man kann die Suura in vier Teile teilen: Der erste wird mit einer starken Bewegung eingeleitet, um die Menschen aus ihrer Achtlosigkeit und Eintönigkeit herauszureißen. Hierfür werden sie auf die nahende, drohende Gefahr des Gerichts aufmerksam gemacht, und der Untergang früherer Völker wird als Beispiel angeführt für diejenigen, die achtlos an Allahs Zeichen vorbeigingen. Der zweite Teil wendet sich an jene Kaafirs, die dem Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, mit Spott und Hohn begegneten, während es sich um eine sehr ernste Angelegenheit handelte, die ihrer ganzen Aufmerksamkeit und Wachsamkeit bedurft hätte. Im dritten Teil wird eine Serie von Propheten aufgeführt. Hier offenbart sich die Einheit aller Botschaften. Schließlich werden im vierten Teil in einer der aufregenden Szenerien des Jüngsten Tages das Ende und der Ausgang aufgezeigt. So wie Suura angefangen hat, endet sie auch - mit einer starken Bewegung und einer deutlichen Ermahnung. (Qutb)
Zusammenfassung: Der Mensch behandelt, wie er es schon immer getan hat, die ernsten Dinge des Lebens mit Verachtung und Spott. Aber das Gericht kommt mit Sicherheit, und die Wahrheit setzt sich durch. (Ajas 1-29) Die Einheit der Zielsetzung und die Sicherheit der Erfüllung der Verheißung Allahs: Allahs Schutz und Barmherzigkeit und Seine Gerechtigkeit. (Ajas 30-50) Wie Ibraahiim, Allahs Segen und Frieden auf ihm, den Sieg über die Götzen davontrug, und wie andere Auserwählte Allahs sich gegen verschiedene Formen des Bösen durchsetzten. (Ajas 51-93) Handelt recht, solange noch Zeit dazu ist, denn das Gericht kommt, und nur die Rechtschaffenen haben Erfolg. (94-112) (Juusuf `Allii)
Die Propheten Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen.
1. Nahegerückt ist für die Menschen der Zeitpunkt ihrer Abrechnung1, doch sie2 wenden sich in Achtlosigkeit ab.3 1. Jeden Augenblick kommen sie ihrem Urteil näher, und dennoch sind sie gleichgültig und wenden sich sogar absichtlich von der Botschaft ab, die sie retten könnte. (Juusuf `Allii) Die Zeit der Auferstehung, wo die Menschen vor ihrem Herrn erscheinen müssen, ist nicht weit. Die Ankunft des Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sollte ein Zeichen dafür sein, dass die Menschheit in die letzte Phase ihrer Geschichte eingetreten ist. Der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, selbst erklärte dies, indem er zwei Finger zusammenhielt und sagte: „Ich bin zu einer Zeit gesandt worden, die mit der Zeit der Auferstehung verbunden ist, so wie diese beiden Finger miteinander verbunden sind. Kehrt darum jetzt um, denn nach mir kommt kein anderer, der euch frohe Botschaft bringen und warnen kann." (Maududi) 2. Die Kaafir Makkaner, die den Tag der Auferstehung leugnen. (Al-Dschalalain) 3. Dieser Beginn ist erschütternd. Die Abrechnung nähert sich, aber sie stecken tief in ihrer Gleichgültigkeit. Die Zeichen werden deutlich sichtbar, aber sie wenden sich von der Rechtleitung ab. Die Lage ist ernst, aber sie wollen die Situation und ihre Bedeutung nicht begreifen. (Qutb) Sie lehnen jedes Nachdenken darüber ab. (Darjabadi)
2. Und es kommt keine erneute Ermahnung von ihrem Herrn zu ihnen,4 ohne dass sie ihren Spaß damit treiben,5 4. In jedem Zeitalter, wenn Allahs Botschaft erneuert wurde, haben gerade diejenigen, die es eigentlich besser gewusst haben und froh darüber gewesen sein sollten, dass mit menschlichen Hirngespinsten endlich aufgeräumt wurde, die Offenbarung mit amüsiertem Überlegenheitsgefühl empfangen, das sich später in aktive Feindseligkeit oder gleichgültige Indifferenz verwandelte. (Juusuf `Allii) In diesem Falle durch den Qur’an. (Darjabadi) 5. Wörtlich: "Während sie spielen." (Asad)
3. Mit Achtlosigkeit in ihren Herzen.6 Und jene, die freveln,7 flüstern einander insgeheim zu:8 „Ist dieser nicht ein Mensch wie ihr?9 Wollt ihr euch etwa auf Zauberei einlassen, obwohl ihr (doch deutlich) sehen könnt"10 6. Das "Herz" eines Menschen ist der Sitz der Betrachtung, der Überlegung und des Nachdenkens. Hier werden leere, müßige Seelen dargestellt, die keinen Ernst kennen, denn sie vergnügen sich in der gefährlichsten Situation und belustigen sich an Stellen, die äußerst ernst sind. Sie begegnen der Mahnung, die von ihrem Herrn kommt mit Spott, statt mit Respekt und würdiger Haltung. (Qutb) Völliges Fehlen des Interesses an Dingen, die das zukünftige Leben betreffen und eine skeptische Haltung allgemein waren charakteristische Eigenschaften der Kaafir Araber. Im Großen und Ganzen waren sie rücksichtslos, skeptisch und materialistisch und verinnerlichten nicht den Iman an ein zukünftiges Leben oder eine Abrechnung über Gut und Böse. Die Zeitgenossen des Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, ließen sich von religiösen Vorstellungen wenig beeinflussen. Es war eine der schwersten Aufgaben des Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, ihnen eine feste Geisteshaltung gegenüber ihrem Schöpfer einzupflanzen. (Darjabadi) 7. Die sich selbst gegenüber ungerecht sind, nämlich die Kaafirs. (Darjabadi) Allahs Botschaft ist frei und offen und jedem einsichtig. Seine Feinde konspirieren heimlich dagegen aus Furcht, ihre eigenen falschen Motivationen könnten ans Tageslicht kommen. Ihr Neid hindert sie daran, einen "Menschen wie sie selbst" als Lehrer, Warner oder Führer zu akzeptieren. (Juusuf `Allii) 8. Ihre heimlichen Ratschläge bezüglich des Propheten (Darjabadi) 9. Dieser, der euch aufruft, ist nichts anderes als ein Mensch wie ihr auch. Er unterscheidet sich durch nichts von euch, denn er nimmt Nahrung zu sich und treibt Handel auf dem Markt wie ihr auch. (Qurtubi) 10. Wörtlich: "in einem Zustand, in dem ihr (tatsächlich) seht (dass es sich um Zauberei handelt)". Wenn es sich erweist, dass der Gesandte Allahs ihnen moralisch, an Einsicht, Ernst und überzeugender Beredsamkeit überlegen ist, werfen sie ihm Zauberei vor, ein Wort, das sowohl gar nichts bedeuten kann als auch eine mysteriöse, betrügerische Kunst. (Juusuf `Allii) Die Kaafirs empfanden die Wirkung des Qur’an als zu stark, als dass sie ihn hätten ignorieren können. Nur auf diese Weise konnten sie ihn wegerklären. (Darjabadi) Obwohl ihre Herzen abgestorben sind und jedes Leben vermissen lassen, können sie nicht verhindern, dass sie von diesem Qur’an erschüttert werden. (Qutb) So suchen sie mit solchen Reden, seine Wirkung auf sie abzuwenden. (Qutb) Sichr السِّحْرَ (wörtlich: "Zauberei", "Magie") habe ich gelegentlich mit "fesselnder Beredsamkeit" übersetzt; vergleiche auch Suura 74:24, wo dieser Begriff chronologisch das erstemal im Qur’an gebraucht wird. Wenn die Gegner der Lehre des Qur’ans die Offenbarung mit der Begründung ablehnen, der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, ist nur ein Mensch, der mit fesselnde Beredsamkeit begabt ist, dann verbergen sie damit in Wirklichkeit ihre innersten Gedanken, denn ihre Ablehnung ist weniger auf sachlicher Kritik gegenüber dieser Lehre begründet als vielmehr auf ihrer instinktiven, tief greifenden Unwilligkeit, sich der moralischen und geistigen Disziplin zu unterwerfen, die daraus folgen würde, wenn sie den Aufruf des Propheten Muchammad, Allas Segen und Frieden auf ihm, akzeptieren. (Asad)
4. Er sprach:11 „Mein Herr kennt jedes Wort,12 das im Himmel und auf Erden geäußert wird.13 Denn Er ist der Allhörende, der Allwissende.14 11. Nach Ansicht der frühesten Gelehrten in Madina und Basra sowie auch einiger aus Kufa liest man dieses Wort als "qul" قُلْ, als Imperativ ("sprich"), während einige der makkanischen Gelehrten und einige aus Kufa es als "qaala" ("er sprach" - nämlich der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm,) lasen. In den frühesten Abschriften des Qur’an war die Rechtschreibung in diesem Fall offensichtlich auf die beiden Konsonanten "q" und "1" beschränkt; dadurch entstand die Möglichkeit, das Wort sowohl als "qul" als auch als "qaala" zu lesen. Wie Tabari betont haben beide Lesearten im Grunde dieselbe Bedeutung und sind daher gleichermaßen gültig, denn „als Allah dem Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, gebot, dies zu sagen, hat er es (zweifellos) gesagt ... daher ist es auf jeden Fall richtig, wie auch der Leser das Wort lesen mag." (Asad) Dasselbe ist unten in Aja112 und in Suura 23:112 der Fall. Vergleiche auch die entsprechenden Fußnoten. (Juusuf 'Allii) 12. Jedes Wort, ob es insgeheim geflüstert (vergleiche oben Aja 3) oder offen ausgesprochen wird, ist Allah bekannt. Die Ungerechten sollen nicht der Illusion verfallen, ihre geheimen Verschwörungen seien auch vor Dem geheim, Der alle Dinge kennt. (Juusuf 'Ali) 13. Er kennt folglich auch die geheimen Verschwörungen gegen den Islam und den Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, und vergilt dem Schuldigen dementsprechend. (Darjabadi) 14. Dies war die Antwort des Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, auf ihre falsche Propaganda und Flüsterkampagnen. Statt sich in einzelne Gegenargumente zu verwickeln, sagte er: „Mein Herr wird sich mit euch befassen, denn Er hört alles und weis alles." (Maududi) Siehe auch Suura 2:33. (Anm. d. Übers.)
5. Sie hingegen sagten:15 „Wirre Träume!"16 Er hat ihn ja nur ersonnen! Er ist ja nur ein Dichter!17 So soll er uns ein Zeichen bringen, wie sie den früheren Gesandten gegeben worden sind!"18 15. Über den Qur’an, in ihrem äußersten Hass. (Darjabadi) 16. Wörtlich: "verwirrende Gemische von Träumen". (Asad) 17. Die Vorwürfe gegen den von Allah inspirierten Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, häufen sich. "Magie!" sagt der eine; das heißt mit anderen Worten: "Es ist uns völlig unverständlich." Ein anderer will es ganz genau wissen: "Er hat wirre Träume." Wenn aber diese „Träume mit wirklichen Verhältnissen und tatsächlichen Erfahrungen übereinstimmen, findet sich gleich ein anderer zu der Erklärung bereit: „Warum auf Übernatürliches zurückgreifen? Er ist klug genug, es selbst zu fälschen!" Oder wieder ein anderer wendet ein: „Er ist ein Dichter! Dichter können sich Dinge ausdenken und sie in schöne Worte fassen!" Oder, jemand wirft ein: „Wir möchten Wunder sehen, so wie die, von denen wir in den Geschichten von früheren Propheten gelesen haben!" (Juusuf 'Allii) Nicht im künstlerischen Sinne ein Dichter metrischer Ajas, sondern ein ekstatischer Dichter, der von unsichtbaren Mächten beeinflusst magische Formeln, Ermahnungen und Weissagungen ausspricht. (Darjabadi) Nach einer bei ibn Ishaaq zitierten Überlieferung gaben die Quraisch in ihren internen Zusammentreffen durchaus zu, dass alle diese Vorwürfe gegen den Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, falsch waren. Nadr bin Haarit soll demnach zu einer Versammlung gesagt haben: „Mit den Methoden, die ihr anwendet, könnt ihr Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, nicht überwinden. Als er ein junger Mann war, betrachtetet ihr ihn als denjenigen, der sich am vorbildlichsten verhielt und äußerst ehrlich und zuverlässig war. Jetzt, im fortgeschrittenen Alter, sagt ihr, er sei ein Wahrsager, ein Magier, ein Dichter, ein Besessener. Bei Allah, er ist kein Magier, denn wir wissen ganz genau, welche Tricks Magier verwenden würden, und was für Menschen sie sind. Bei Allah, er ist kein Wahrsager, denn wir kennen ganz genau die Art von Vermutungen, mit denen Wahrsager arbeiten. Bei Allah, er ist kein Dichter, denn wir wissen genau, was Dichtung ist, und können sehr wohl beurteilen, dass seine Worte auf keine Weise in eine Kategorie der Dichtung eingeordnet werden können. Bei Allah, er ist nicht besessen, denn wir wissen alle, was für unsinnige Dinge Besessene aussprechen. Deswegen, ihr Führer der Quraisch, lasst uns einen anderen Plan ersinnen, um ihn zu überwinden." Daraufhin schlug er selbst vor, dass persische Geschichten bekannt gemacht werden sollten, die die Aufmerksamkeit vom Qur’an ablenkten, und trug selbst aktiv dazu bei. (Maududi) 18. Nachdem sie von einer Behauptung zur anderen übergingen und sich auf keine Bezeichnung einigen konnten, traten sie die Flucht aus ihrer misslichen Lage an mit der Forderung nach einem Wunder, wie es den früheren Gesandten gegeben worden war. Doch auch diese Wunder führten nicht zur Überzeugung derer, die sie erhielten. (Qutb)
6. Von den Völkern vor ihnen,19 die Wir vernichteten, verinnerlichten den Iman nicht eines. Würden sie also den Iman verinnerlichen?20 19. In längst vergangenen Zeiten. Wörtlich: "vor ihnen". (Asad) Wo sie noch widerspenstiger sind als jene vor ihnen? (Safwat Al-Bajan) 20. Wenn jene Wunder, von denen ihr gelesen habt, die Kaafirs vergangener Zeiten nicht überzeugen konnten, wie kann es dann möglich sein, dass diese Kaafirs zum Iman veranlasst werden? Es geschehen zwar Wunder, aber diese sind kein Wundermittel gegen Kufr. (Juusuf `Allii) Der Untergang jener früheren Völker, der im Qur’an immer wieder erwähnt wird, war regelmäßig darauf zurückzuführen, dass sie beschlossen hatten, alle geistigen Wahrheiten zu ignorieren, die ihrer eigenen materialistischen Lebenshaltung widersprachen. Ist es dann - so argumentiert der Qur’an - sinnvoll anzunehmen, dass die Gegner des Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, die ähnlich eingestellt waren, eher bereit sind, seine Botschaft sachlich auf ihren Inhalt hin zu prüfen? (Asad)
7. Und schon vor dir entsandten auch Wir nur Männer,21 denen Wir Offenbarungen zuteil werden ließen.22 So befragt diejenigen, die die Ermahnung erhalten haben, wenn ihr es nicht wisst.23 21. Vergleiche Deuteronomium 29,2-4 "Er sprach: Der Herr ist vom Sinai gekommen und ist ihnen aufgeleuchtet von Seïr her. Er ist erschienen vom Berge Paran her und ist gezogen nach Meribat-Kadesch; in seiner Rechten ist ein feuriges Gesetz für sie. Wie hat er sein Volk so lieb! Alle Heiligen sind in deiner Hand. Sie werden sich setzen zu deinen Füßen und werden lernen von deinen Worten. Mose hat uns das Gesetz geboten, das Erbe der Gemeinde Jakobs" und Matthäus 13,11-15. (Darjabadi) "Er antwortete und sprach zu ihnen: Euch ist's gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen, diesen aber ist's nicht gegeben. 12Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. c 13Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen. Denn emit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht; und sie verstehen es nicht. 14Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt, die da sagt (Jesaja 6,9-10): «Mit den Ohren werdet ihr hören und werdet es nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen und werdet es nicht erkennen." 22. Keine Halbgötter, Engel oder sonstigen übernatürlichen Wesen. (Darjabadi) Es gehört zu Allahs Weisheit, dass Propheten immer Menschen waren, die die Offenbarung erhalten, um damit die Menschen aufzurufen. Auch frühere Propheten waren nichts anderes als Menschen, die körperliche Bedürfnisse hatten, von gewöhnlicher Nahrung abhängig und sterbliche Geschöpfe waren. Wären die Gesandten keine Menschen ohne menschliche Bedürfnisse und Gefühle, so könnte keine Bindung zu ihnen entstehen. Weder könnten sie die Antriebe, die sie bewegen, nachfühlen, noch könnten die Menschen sie als Beispiel oder Vorbild nehmen. (Qutb) 23. Vergleiche Suura 16:43 und die entsprechende Fußnote. Dies ist eine Antwort auf die Herausforderung der Kaafirs: „Er ist nur ein Mensch wie wir." Dies ist wahr, aber alle Gesandten Allahs waren Menschen, nicht Engel oder irgend andere fremde Wesen, die die Menschen nicht verstehen oder von ihnen nicht verstanden werden konnten. (Juusuf `Allii) Wörtlich: "die Anhänger der Erinnerung", das heißt der Bibel, die in ihrer ursprünglichen, unveränderten Form eine Erinnerung Allahs für die Menschen war. (Asad) Menschen als Gesandte zu schicken ist eine Gesetzmäßigkeit Allahs (Sunna Allah), die den Schriftbesitzern durchaus bekannt sein musste, weil ihnen ja zuvor Gesandte geschickt worden waren. Ein Prophet ist ein Mensch und lebt wie ein Mensch; sein Leben ist vergänglich und Gesetzen unterworfen. (Qutb) Damit sind die Kenner der Thora und des Evangeliums gemeint. Der Qur’an nennt sie "Achlud-Sikr" أَهْلَالذِّكْرِ (wörtlich die Leute des Gedenkens), weil sie diejenigen waren, die sich die Geschichten der Propheten oft ins Gedächtnis riefen und sie zitierten. Und da diese den Arabern nicht bekannt waren, pflegten die Götzendiener Makkas sie in der Angelegenheit des Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, zu befragen. (Qurtubi)
8. Und weder machten Wir sie zu Wesen, die keine Nahrung zu sich nahmen,24 noch waren sie unsterblich.25 24. Im Gegensatz zu Engeln, die weder Speise noch Trank brauchen, waren die Propheten ausnahmslos Menschen, die Allahs Willen verkündeten, zu Seinem Gesetz standen, Gutes geboten und Böses verboten, jedoch gleichzeitig den gemeinsamen physischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen waren, die für Menschen gelten. (Darjabadi) Die Propheten hatten keinerlei übernatürliche Fähigkeiten. Vergleiche auch Suura 5:75; 13:38 und 25:30 sowie die entsprechenden Fußnoten. (Asad) 25. Als Menschen waren sie allen Naturgesetzen unterworfen, die für die körperliche Existenz des Menschen gültig sind. Sie aßen und tranken, und ihr Körper zerfiel im Tod. (Juusuf `Allii)
9. Dann hielten Wir ihnen gegenüber das Versprechen ein, indem Wir sie erretteten26 und (mit ihnen) jene, die Wir wollten,27 die Maßlosen hingegen ließen Wir zugrunde gehen.28 26. Von Unserem Zorn, der über die Ungerechten in ihrer Umgebung hereinbrach. (Darjabadi) 27. Die Unseren Gesandten folgten. (Darjabadi) Die Mu’mins (Asad)
10. Wir haben euch fürwahr ein Buch herabgesandt, das euch zum Ruhme gereichen sollte.29 Wollt ihr denn nicht verstehen?30 28. Wie schwierig (oder gar unmöglich) ihre Aufgabe ihnen auch erschienen sein mag, die Mu’mins setzten sich schließlich durch, auch wenn sie allem Anschein nach schon geschlagen waren. Beispiele werden im letzten Teil dieser Suura angeführt, besonders in Aja 51-93. Sie wurden von Allahs Zorn gerettet, der über die Kaafirs hereinbrach, und mit ihnen diejenigen, die Seine Botschaft akzeptierten und ihr Leben in Übereinstimmung mit Seinem Willen und Plan gestaltete. Das bedeutet der Ausdruck "wen Wir wollten". (Juusuf `Allii) Die Übertreter des Gesetzes Allahs. (Darjabadi) Die Geschichte lehrt uns nicht nur, dass die früheren Gesandten Allahs Menschen waren, sondern auch, dass sie Allahs Hilfe und Beistand erfuhren, wie Er es ihnen versprochen hatte, und dass ihre Feinde vernichtet wurden. Darum sollten wir uns gründlich überlegen, welches Ziel wir uns setzen. (Maududi) Auch hierbei handelt es sich um eine Gesetzmäßigkeit. Allah versprach Seinen Gesandten, mit ihnen jene Mu’mins zu retten, die ihre Überzeugung in ihre Handlungen und ihr Verhalten umsetzten. Doch diejenigen, die sich an ihnen vergriffen, ließ Er dementsprechend zugrundegehen. (Qutb) 29. Das Wunder des Qur’ans ist ein Wunder, das allen Generationen offenstes, ganz anders als die „materiellen Wunder", die mit der Generation vergingen und nur denjenigen zur Überzeugung gereichte, die sie zu sehen bekamen. (Qutb) Der Begriff "Sikr" ذِكْر, der in erster Linie "Erinnerung" bedeutet, oder, wie Radschib es definiert: "die Anwesenheit (einer Sache) im Bewusstsein", bezeichnet auch das, womit man sich an jemanden erinnert, nämlich ein Lob - mit anderen Worten, es bedeutet auch "Ruhm", "Berühmtheit" und damit im weiteren Sinne "Ehre" und "Würde". Der obige Satz enthält also abgesehen von der Vorstellung von der "Erinnerung" eine indirekte Anspielung auf die Würde und Glückseligkeit, die der Mensch erlangen kann, wenn er den im Qur’an niedergelegten geistigen und sozialen Vorschriften folgt. (Asad) 30. Was gibt es in dieser Schrift, was ihr nicht verstehen könnt? Warum betrachtet ihr es nicht mit der rechten Haltung? Es gibt keine Ungereimtheiten darin: es behandelt eure eigenen Angelegenheiten und Lebensprobleme; es beschreibt eure eigene Natur, euren Ursprung und euer Ziel; es unterscheidet zwischen Gut und Böse und verkündet hohe ethische Normen, die euer Gewissen befürwortet. Warum gebraucht ihr dann nicht eure Vernunft, um dies zu verstehen? (Maududi) Indem ihr daran glaubt. (Al-Dschalalain) Und diese Gnade annehmt. (ibn Kasir) Abschnitt 2 11. Und wie viele Städte haben Wir (bereits) völlig zerstört, weil sie Unrecht zu tun pflegten? Und nach ihnen,31 ließen Wir andere Völker entstehen. 31. Wörtlich: "Nach ihr", das heißt an ihrer Stelle. (Asad)
12. Doch wenn sie Unseren Zorn verspürten,32 versuchten sie, ihr zu entfliehen33. 32. Wenn sie Allahs Zorn auf sich zukommen sahen, beispielsweise in Form eines feindlichen Heeres oder einer Naturkatastrophe. (Darjabadi) Wenn sie bemerkten, dass Allahs Zorn tatsächlich über sie hereinbrechen würde. (Maududi) 33. Sobald ihnen deutlich wird, dass sie von Allahs Macht ergriffen werden, versuchen sie aus der betroffenen Stadt zu fliehen, als ob ihre Flucht sie vor Allahs Macht retten könnte. Dies kann nicht mehr als eine gedankenlose Panikreaktion sein. (Qutb) Solange sie Gelegenheit hatten, umzukehren und sich zu ändern, wiesen sie Allahs Botschaft zurück oder wandten sich vielleicht sogar offen dagegen. Als sie tatsächlich Allahs Zorn kommen sahen, begannen sie zu fliehen. Aber da war es zu spät. Wohin konnten sie außerdem vor Allahs Zorn fliehen? Daher auch die ironische Aufforderung im nächsten Aja. Vergleiche auch 'Isas, Allahs Segen und Frieden auf ihm, Aussage sage in Matthäus 3,7: "Ihr Otterngezüchte, wer hat denn euch gewiesen, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet?" (Juusuf `Allii)
13. Lauft nicht davon,34 sondern kehrt zu dem Wohlleben, das geboten worden ist und zu euren Wohnstätten zurück;35 damit ihr zur Rechenschaft gezogen werdet.36 34. Dies wird ihnen von den Engeln gesagt, um sie zu verspotten (Al-Dschalalain) 35. Das Wohlleben, das sie in Übermut stürzte. (Qurtubi) Vergleiche auch Suura 11:116 und die entsprechende Fußnote. (Asad) 36. Der Qur’an sagt nicht, wessen Worte dies sind, aber der Tenor dieses Abschnittes weist meiner Ansicht nach darauf hin, dass es die verächtliche, selbstanklagende Stimme Ihres eigenen Gewissens ist. (Asad) Diese Ironie ist selbst schon der Anfang der Strafe. Die Kaafirs sehen jetzt ein, wie Unrecht sie hatten. Aber ihr Bedauern nützt ihnen nichts mehr. Es ist zu spät. Nichts kann sie mehr retten. (Juusuf `Allii)
14. Da sagten sie: „Wehe uns! Wir pflegten wahrlich Unrecht zu tun!"37 37. Als Allahs Zorn über sie hereinbrach. (Darjabadi) Nun gaben sie ihre Fehltritte zu, als ihnen das nicht mehr zu nützen vermochte. (Qutb)
15. Und dieses war ihre unablässige Klage, bis Wir sie niedergemäht und ausgelöscht hatten.38 38. Diese beiden Gleichnisse stellen zwei verschiedene Aspekte in der Klage der Kaafirs dar. Wenn sie Allahs Zorn über sich hereinbrechen sehen, bricht Panik aus, aber wohin können sie fliehen? Ihre Klage ist jetzt ihr einziges Lebenszeichen. Aber auch sie verstummt, wie Getreide vom, Feld gemäht wird, oder wie ein Feuer erlischt. Sie sterben nicht. Sie wünschen jedoch, sie wären tot (vergleiche auch- Suura 78:40). (Juusuf `Allii) Wie ein mit der Sichel abgemähtes Feld und wie ein Feuer, das langsam erlischt. (Al-Dschalalain)
16. Und Wir39 haben gewiss den Himmel und die Erde und was zwischen beiden ist, nicht zum Zeitvertreib erschaffen.40 39. Als Beweis unserer Macht, und zum Nutzen unserer Geschöpfe (Al-Dschalalain) Dies ist eine Absage an ihre gesamte Lebenseinstellung, die besagt, der Mensch sei frei zu tun, was er will, und es gebe niemanden, der ihn zur Rechenschaft ziehen oder ihm Vorwürfe machen könnte; es gebe kein zukünftiges Leben, in dem gute Handlungen belohnt und böse bestraft würden. Ihre Vorstellung besagt im Grunde, das ganze Universum sei ohne einen ernsthaften Sinn entstanden, und insofern brauche man nicht auf die Botschaft der Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, zu achten. (Maududi) 40. Die hinduistische Lehre von Lila, alles sei zum Spiel und Zeitvertreib erschaffen, wird hier negiert. Aber der Gedankengang geht weit darüber hinaus: wir dürfen mit Allah nicht andere Vorstellungen verbinden als die der Wahrheit, Aufrichtigkeit, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und anderer Eigenschaften, die in Seinen schönsten Namen ausgedrückt sind. Er spielt nicht mit Seinen Geschöpfen. (Juusuf `Allii) Allah hat dieses Dasein aufgrund einer Weisheit erschaffen, nicht sinnlos oder als Spiel. Ebenso lenkt Er sie in Weisheit, nicht wahllos oder willkürlich. Mit demselben Ernst, den Er der Schöpfung von Himmel und Erde zugrunde gelegt hat, hat Er auch die Gesandten geschickt, die Schrift zu offenbaren, den Menschen ihre Pflichten aufzuerlegen und Vorschriften für sie zu erlassen. (Qutb) Vergleiche auch Suura 10:5 und die entsprechende Fußnote. (Asad)
17. Wenn Wir uns die Zeit hätten vertreiben wollen, so hätten Wir solches gewiss in Uns Selbst gefunden, wenn Wir überhaupt solches getan hätten.41 41. Wenn Allah, Der Erhabene, sich die Zeit hätte vertreiben wollen, dann hätte Er sich die Mittel dazu gewiss nicht aus den erschaffenen, vergänglichen Dingen nehmen müssen. Aber dies ist nur eine hypothetische Annahme, denn das Wort "lau" لَوْ ist, wie die Philologen sagen, ein Enthaltungspartikel, der die Unmöglichkeit des Tuns ausdrückt. (Qutb) Wenn Vorstellungen wie Spiel oder Zeitvertreib überhaupt mit Allah in Verbindung gebracht werden könnten, und wenn Er sich wirklich mit so etwas abgeben wollte, dann hätte Er es mit den Lichtwesen getan, die Ihm nahe stehen, nicht mit so etwas niedrigem wie der materiellen Schöpfung, wie wir sie um uns herum sehen. (Juusuf `Allii) Religion, was immer sie darüber hinaus sein mag, bedeutet immer eine ernste Geisteshaltung. "Göttlich" kann für uns nur ein solches Wesen sein, auf das das Individuum mit Ernst und Ehrfurcht reagiert, niemals mit Fluchen oder Scherz. (Darjabadi) Allah hätte genug Zeitvertreib in sich selbst finden können, wenn ein solches Bedürfnis bei Ihm überhaupt vorhanden wäre. Er hätte dazu nicht ein Universum zu erschaffen brauchen, das Seinen hypothetischen - und logisch unvorstellbaren - Willen, sich die Zeit zu vertreiben, verkörpern würde und somit sozusagen eine Projektion Seines eigenen Wesens wäre. In der elliptischen Vorgehensweise des Qur’an bildet dieser Abschnitt eine Feststellung der Transzendenz Allahs. (Asad) Wenn Allah hätte spielen wollen, dann hätte Er nicht ein fühlendes, vernünftiges und verantwortliches Wesen wie den Menschen erschaffen. Es ist vollkommen unvorstellbar, dass Allah den Menschen nur aus Scherz oder Spiel Prüfungen und Heimsuchungen aussetzt. (Maududi)
18. Nein!42 Wir schleudern die Wahrheit43 dem Falschen44 entgegen, und sie macht es zunichte, und siehe, es geht unter.45 Wehe euch also wegen dessen, was ihr (Ihm) zuschreibt!46 42. Dieses "Nein!" soll dem ganzen Gerede von Willkür und Sinnlosigkeit endgültig ein Ende bereiten. (Qutb) 43. Die Lehre von Allahs Einheit. (Darjabadi) 44. Die Lehren der Vielgötterei und Vielheit. (Darjabadi) Die Lehre der Transzendenz Allahs gegen die falsche Vorstellung von Seiner existenziellen Innewohnheeit in oder Koexistenz mit dem geschaffenen Universum. (Asad) 45. Die offensichtliche Tatsache, dass im geschaffenen Universum alles endlich und vergänglich ist, weist den Anspruch zurück, es könnte eine "Projektion" des Schöpfers sein, denn Er ist unendlich und ewig. (Asad)Dies ist eine feststehende Gesetzmäßigkeit, denn die Wahrheit ist tief verwurzelt in der Natur dieses Daseins und ist die Grundlage seiner Erschaffung. Sinnloses hat im Grunde keinen Platz in der Natur dieser Existenz. Es besitzt keine Festigkeit und keine Macht. Allah greift es an und schleudert ihm die Wahrheit entgegen. Nichts ist beständig, was Allah verworfen hat, und nichts kann überleben, dass von Allahs Hand angegriffen und besiegt wird. (Qutb) 46. Wie beispielsweise 1. Allah habe Partner (vergleiche unten Aja 22) oder 2. Er habe einen Sohn (vergleiche unten Aja 26) oder 3. Er habe Töchter (vergleiche Suura 16:57) oder irgendein anderer Aberglaube, der nicht zu Allahs Würde und Herrlichkeit passt. (Juusuf `Allii) Gegen Allah bezüglich Seiner Person und Seiner Attribute. (Darjabadi) Vergleiche auch den letzten Satz in Suura 6:100 und die entsprechende Fußnote. Die Vorstellung einer "Immanenz" Allahs in Seiner Schöpfung ist gleichbedeutend mit einem Versuch, Sein Wesen zu definieren. (Asad) Pein wird euch treffen im Jenseits, weil ihr Allah Charaktereigenschaften zugeschrieben habt, die seiner unwürdig sind. (Qurtubi) Ihr wisst selbst, dass in der Auseinandersetzung zwischen Wahrheit und Trug der Trug stets besiegt und vernichtet wurde. Deswegen solltet ihr über diesen Sachverhalt ernsthaft nachdenken, denn wenn ihr eure Lebensweise auf der falschen Annahme aufbaut, es sei nur Scherz und Spiel, dann müsst ihr dieselben Konsequenzen tragen wie frühere Generationen, die demselben Irrtum verfielen. Ihr solltet dementsprechend über eure gesamte Haltung gegenüber der euch übermittelten Botschaft Allahs nachdenken. Statt sie nicht ernst zu nehmen und den Gesandten zu verspotten, solltet ihr aus dem Schicksal früherer Volker lernen. (Maududi)
19. Und Ihm gehört, was in den Himmeln und auf Erden ist.47 Und die ihm nahe stehen,48 sind weder zu stolz, Ihm zu dienen,49 noch werden sie dessen müde.50 47. Er ist ihr Besitzer und Erschaffer. Wie könnte dann jemand aus Seiner Schöpfung Ihm zur Seite gestellt werden? (Qurtubi) Niemand außer Allah kennt alle Wesen, die im Himmel und auf der Erde sind, und niemand außer Ihm kennt ihre Zahl. Menschliches Wissen kann kaum mehr erfassen als die Kenntnis, die den Menschen betrifft. Aber die Mu'mins sind auch von der Existenz von Engeln und Dschinn überzeugt, weil diese im Qur’an erwähnt werden. Doch mehr als das, was uns ihr Schöpfer über sie mitteilt, wissen wir nicht. (Qutb) Das ganze System des Universums ist ein klarer Beweis, dass es einen einzigen Allah gibt, Der sein Schöpfer, Herr und Leiter ist, und dass es nicht verschiedene Götter geben kann, die Teilhaber an Seiner Herrschaft und Souveränität wären oder als Untergottheiten die Angelegenheiten Seines Reiches regeln könnten. Dieser Beweis basiert auch auf den vorigen Ajas, wo gesagt wurde, dass das Universum nicht aus Spaß oder Zeitvertreib erschaffen wurde, sondern für ein ernsthaftes Ziel, und dass es den Konflikt zwischen Wahrheit und Trug immer gegeben hat, wobei letztlich immer der Trug besiegt wurde. (Maududi) 48. Die, reinen Engel, die wir uns als herrliche Lichtwesen vorstellen, die in der geistigen Welt hoch in der Nähe von Allahs Thron stehen, sind dennoch Seine Geschöpfe und dienen Ihm unaufhörlich und sind stolz darauf. So groß ist die Herrlichkeit Allahs. (Juusuf `Allii) Nach Ansicht der klassischen Kommentatoren bezieht sich dies auf die Engel. Es ist jedoch auch möglich, diesen Ausdruck in einem weiteren Sinne zu verstehen, der nicht nur die Engel einschließt, sondern auch alle jene Menschen, die sich der Anwesenheit Allahs bewusst sind und sich Ihm ganz hingeben. In beiden Fällen ist der Ausdruck "die Ihm nahe sind" ein metaphorischer Hinweis auf ihre hohe geistige Stellung und ihren Ehrenplatz vor Allah. Offensichtlich geht es nicht um räumliche Nähe, denn Allah ist unbegrenzt in Raum wie in Zeit. Vergleiche auch Suura 40:7 und die entsprechende Fußnote. (Asad) Die arabischen Götzendiener hielten die Engel für Kinder Allahs und verehrten sie. (Maududi) 49. Sie sind nicht zu stolz, Ihm zu dienen, wie es bei den Götzendienern der Fall ist. (Qutb) 50. Bereitwillig und beständig dienen sie Allah und haben weder den Willen noch die Fähigkeit, sich gegen Ihn aufzulehnen. (Darjabadi) Ohne Murren und unermüdlich. (Maududi)
20. Sie lobpreisen Ihn unablässig bei Nacht und Tag.51 51. Auch Menschen sind in der Lage, ihr ganzes Leben in ununterbrochenem ‘Ibaada zu verbringen und Ihn unermüdlich zu preisen, wie es die Engel tun. Der Islam betrachtet jede Regung und jeden Atemzug als ‘Ibaada, wenn es auf Allah ausgerichtet ist, auch wenn es ein individueller Genuss der erlaubten weltlichen Güter ist. (Qutb)
21. Und dennoch,52 haben sie sich Gottheiten auf Erden genommen,53 die sie wiedererwecken sollen?54 52. Wörtlich: Ist es nicht so, dass ...? (Anm. d. Übers.) Der Partikel "am" أَمِ hat hier die Bedeutung von "hal" (ob). Somit heißt es: „Ob die Götter zum Leben erwecken?" (Qurtubi) 53. Im folgenden werden verschiedene Arten von Gottheiten aufgeführt, wie Menschen sie in ihrer Vorstellung entstehen lassen. In den Ajas 21-23 ist von den Göttern der Erde die Rede, seien es Götzen oder lokale Schutzgottheiten, vergötterte Helden, Tiere, Bäume oder Naturgewalten in unserer Umgebung, die Menschen gelegentlich verehrt haben. Sie haben keine eigenständige Existenz als Gottheiten, sondern nur das, was ihre Verehrer ihnen zuschreiben. (Juusuf `Allii) Das heißt von den Dingen oder Wesen, die sich auf der Erde befinden. Dieser Ausdruck spielt auf alle Arten falscher Gottheiten an - Götzen aller Art, Naturkräfte, vergötterte Menschen und schließlich abstrakte Vorstellungen wie Reichtum, Macht oder ähnliches. (Asad) 54. Die Antwort ist natürlich Nein. Niemand außer Allah kann die Toten zum Leben erwecken. Das Wunder in der Geschichte von ’Isa, Allahs Segen und Frieden auf ihm, geschah "mit Allahs Erlaubnis" (vergleiche Suura 3:49 und 5:113). Es war ein Wunder Allahs, nicht eins, das ’Isa, Allahs Segen und Frieden auf ihm, aus eigener Macht oder eigenem Willen vollbrachte. (Juusuf `Allii) Nur Der kann ein Gott sein, Der die Toten wieder zum Leben auferwecken kann. (Al-Dschalalain) Dies soll den Kaafirs folgendes verdeutlichen: wenn sie selbst davon überzeugt waren, dass niemand außer Allah leblose Materie zum Leben erwecken kann, warum sollten sie dann neben Allah andere Götter anerkennen? (Maududi)
22. Wenn es im Himmel und auf Erden55 andere Gottheiten außer Allah gäbe, so wären beide ganz gewiss von Unheil erfüllt.56 Gepriesen sei Allah, der Herr des Thrones,57 (erhaben ist Er über das), was sie Ihm zuschreiben.58 55. Nach den falschen Gottheiten der Erde im vorigen Aja werden hier die falschen Gottheiten aus Himmel und Erde erwähnt, wie beispielsweise die des griechischen Pantheon, die einander bekämpften und verleumdeten und ihren Olymp in das reinste Narrenhaus verwandelten. (Juusuf `Allii) "fiihimaa" فِيهِمَا : zwischen den beiden (Anm. d. Übers.) Gemeint sind Himmel und Erde. (Al-Dschalalain) Wörtlich: „in diesen beiden (Bereichen)", bezogen auf Aja 19 oben. (Asad) 56. Kannst du etwa zwei Könige in einem Land finden oder zwei Vorgesetzte in einer Behörde? (Safwat Al-Tafsir) Die gesamte Existenz beruht nämlich auf einheitlichen Gesetzmäßigkeiten, nach denen alle ihre Phänomene und Beziehungen auf angemessene Weise aufeinander abgestimmt und miteinander verknüpft sind. Diese einheitlichen Gesetzmäßigkeiten entstammen dem Willen eines einzigen gesetzgebenden Gottes. Gäbe es mehrere göttliche Wesen, dann müsste es auch mehrere verschiedene Willensäußerungen geben, und mehrere verschiedene Gesetzessysteme wären die Folge, denn Gesetze sind Ausdruck des Willens. Die Einheit, die das gesamte System des Daseins aufeinander abstimmt, wäre somit nicht mehr gewährleistet. (Qutb) Durch die natürlichen Kämpfe so mächtiger Antagonisten. Der Krieg der Götter ist ein vertrauter Zug in der Mythologie der Welt. (Darjabadi) Keine Institution, nicht einmal ein Haushalt, geschweige denn das riesige Universum mit seinen zahllosen Sternen kann ordentlich und reibungslos funktionieren, wenn da zwei Herren sind. Das tiefere Argument besagt, dass das System des gesamten Universums nach allumfassenden Gesetzmäßigkeiten funktioniert. Es könnte nicht einen Augenblick lang so funktionieren, wenn zwischen den verschiedenen Dingen und Kräften keine angemessenen Proportionen, Gleichgewicht, Harmonie und Koordination herrschen würden. Dies zeigt eindeutig, dass es ein allumfassendes und alles beherrschendes Gesetz und System gibt, das all dies veranlasst, zusammenzuwirken und sich in völliger Harmonie aufeinander einzustellen. Dies wäre nicht der Fall, wenn es zwei voneinander unabhängige Herrscher in diesem Universum gäbe. (Maududi) 57. Das heißt: der Herr des gesamten Universums. (Maududi) Der Thron ist das Symbol für Herrschaft, Macht und Herrlichkeit. Allah ist über alles erhaben, was sie Ihm zuschreiben. Das gesamte Weltsystem mit seiner Regelmäßigkeit und Fehlerlosigkeit straft sie Lügen. (Qutb) Vergleiche auch Suura 7:54 und die entsprechende Fußnote. (Asad) 58. Vergleiche auch den letzten Satz von Aja18 oben und Suura 6:100 sowie die entsprechenden Fußnoten. (Asad) Frei ist er von allen menschlichen Attributen. (Al-Dschalalain)
23. Er kann nicht zur Rechenschaft gezogen werden, was Er tut, doch sie werden Rechenschaft ablegen müssen.59 59. Nach ihren Taten (Al-Dschalalain)Allah ist Der aus Sich Selbst Bestehende. Alle Seine Geschöpfe sind Ihm verantwortlich und von Ihm abhängig, während es kein Wesen gibt, dem Er verantwortlich oder von dem Er abhängig wäre. (Juusuf `Allii) Wie könnte der Herrscher über das ganze Universum zur Rechenschaft gezogen werden? Und wer ist denn derjenige, der Ihn zur Rechenschaft ziehen könnte, wo er die absolute Macht über seine Geschöpfe besitzt. Sein Wille kann von keinem anderen Willen abgegrenzt werden, auch nicht von den Gesetzen, die die Menschen für sich erwählen. Eine Frage und Antwort kann es nur geben, wenn Grenzen gezogen und Maßstäbe gesetzt werden. Und diese werden vom absoluten Willen Allahs bestimmt. Während Er sich diesen nicht unterstellen muss, werden sich die Geschöpfe dafür verantworten müssen. (Qutb)
24. Oder haben sie sich andere Gottheiten außer Ihm60 genommen?61 Sprich: „Bringt her euren Beweis!62 Dies ist eine Ermahnung für die, die mit mir sind,63 und eine Ermahnung für die, die vor mir waren." 64 Die meisten von ihnen jedoch kennen die Wahrheit nicht,65 und so wenden sie sich ab.66 60. Somit heißt es: „Ob die Götter zum Leben erwecken?" (Qurtubi) 61. Vergleiche oben Aja 22, wo von zwei Arten falscher Gottesverehrung die Rede ist. Hier werden wir vor einer dritten Gefahr gewarnt, der Verehrung falscher Götter aller Art. Die Menschen sind sehr erfindungsreich, wenn es darum geht, abstrakte Bilder zur Verehrung zu entwerfen, einschließlich des eigenen Ich oder solcher Abstrakte wie Intelligenz und Macht. Unten in Aja 26 ist schließlich von einer vierten Art falscher Gottesverehrung die Rede, nämlich von der Vorstellung, Allah habe Söhne oder Töchter. (Juusuf `Allii) 62. Bringt irgendein Argument, das eure götzendienerischen Vorstellungen stützen kann. (Darjabadi) Für die Existenz anderer Gottheiten außer Allah sowie für die intellektuelle und moralische Rechtfertigung, andere Wesen als Ihn zu verehren. (Asad) 63. Die Zeitgenossen des Propheten, Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm. (Darjabadi) 64. An die sich die alten heiligen Schriften wenden. Die große grundlegende Lehre ist die von der Einheit Allahs, und diese ist dem Qur’an und den früheren heiligen Schriften gemeinsam. Nirgends gibt es eine Spur eines Hinweises darauf, es könnte Nebengötter geben. (Darjabadi) Dieser Aja sollte zusammen mit dem nächsten gelesen werden. Die gesamte Vernunft revoltiert gegen die Vorstellung miteinander konkurrierender Gottheiten und weist auf die Einheit der Schöpfung und die Einheit Allahs hin. Dies ist nicht nur die Botschaft des Islam ("die mit mir"), sondern die Botschaft aller Propheten, die vor dem Propheten Muchammad Friede sei mit ihm - auftraten ("die vor mir"). Diese Botschaft wurde allen Gesandten zu allen Zeiten gegeben, dass die Einheit die Grundlage von Plan und Ordnung in der materiellen, moralischen und geistigen Welt ist. (Juusuf `Allii) Götzendienerei ist weder durch rationale Argumente noch durch historische Beweismittel zu rechtfertigen. (Maududi) 65. Weil sie sich nie bemühen, die Wahrheit zu suchen. (Darjabadi) Die Wahrheit über den Iman an die Einheit Allahs. (Al-Dschalalain) 66. Ihr mangelndes Wissen von der Wirklichkeit hat diese Indifferenz gegenüber der Botschaft des Propheten verursacht, und aus demselben Grund wenden sie sich davon ab. (Maududi)
25. Und Wir haben auch vor dir keinen Gesandten geschickt,67 ohne ihm eine Offenbarung zuteil werden zu lassen, dass es keine Gottheit außer Mir gibt, so sollt ihr Mir allein dienen.68 67. Qatada erklärte: „Er hat keinen Propheten geschickt, es sei denn mit der Lehre von der Einzigkeit Allahs". (Qurtubi) 68. So sollt ihr euch zu Meiner Einheit bekennen. (Al-Dschalalain) Seitdem Allah für die Menschheit Propheten geschickt hat, war der Iman an die Einheit Allahs immer der Grundsatz des Glaubens gewesen, ohne jede Änderung oder Abweichung. Es ging um die Einheit Allahs, ebenso wie um die Einheit Dessen, Dem wir Menschen dienen und Den wir verehren. Denn zwischen Allah als Wesen und Allah als unserem Herrn kann es keine Unterscheidung geben, und es gibt weder in der Verehrung noch im ‘Ibaada Platz für Abgötterei. (Qutb)
26. Und sie69 sagen: „Der Barmherzige hat sich einen Sohn genommen."70 Gepriesen sei Er!71 Sie sind vielmehr nichts anderes als hochgeehrte Diener,72 69. Dies bezieht sich hier nicht auf die Christen, sondern auf die Kaafir Araber. (Darjabadi) 70. Dies bezieht sich sowohl auf den trinitarischen Aberglauben, Allah habe einen Sohn, als auch auf den arabischen Aberglauben, die Engel seien Töchter Allahs. Alle diese abergläubischen Vorstellungen vertragen sich nicht mit Allahs Ehre. Propheten und Engel sind nichts weiter als Diener Allahs. Sie sind zu einem ehrenvollen Rang erhoben worden und verdienen unseren Respekt, aber keine Verehrung Allahs. (Juusuf `Allii) Die Behauptung, Allah habe Kinder, hatte in der vorislamischen Zeit mehrere Gestalten. Die Kaafir Araber hatten die Vorstellung, die Engel seien Töchter Allahs; und die polytheistischen Juden hatten die Vorstellung, `Usair (vergleiche Suura 9:30 und die entsprechenden Fußnoten) sei Allahs Sohn. Die Polytheisten unter den Christen sahen in ’Isa, Allahs Segen und Frieden auf ihm, Allahs Sohn. Hier geht es in erster Linie um die Vorstellung der Araber von der Gotteskindschaft der Engel. (Qutb) Sie wird beantwortet mit der Erklärung über die Natur der Engel. Vergleiche auch Genesis 6,2-4. "da sahen die Gottessöhne, wie schön die Töchter der Menschen waren, und nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten. Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn auch der Mensch ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertundzwanzig Jahre. Zu der Zeit und auch später noch, als die Gottessöhne zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus die Riesen auf Erden. Das sind die Helden der Vorzeit, die hochberühmten." (Darjabadi) 71. Vergleiche auch Suura 19:92 und die entsprechende Fußnote. (Asad) Er ist erhaben über solchen gotteslästerlichen Aberglauben. (Darjabadi) 72. Sie sind zwar sehr geehrte Wesen, aber nicht mehr als Allahs Diener, keine Halbgötter oder Gotteskinder in irgendeinem Sinne. (Darjabadi)
27. Sie kommen Ihm beim Sprechen nicht zuvor73 und sie handeln (nur) gemäß seinem Befehl.74 73. Sie schlagen Ihm aus Wohlerzogenheit, Gehorsamkeit und Hochachtung nichts vor, sondern fügen sich ohne Widerrede Seinen Befehlen. (Qutb) Sie verkünden nur das, was Er ihnen offenbart und zu verkünden gebietet. (Asad) Sie sprechen kein Wort bevor Allah es ihnen nicht gebietet, und ebenso verhält es sich mit ihren Handlungen. Dies entspricht auch der Lehre ’Isas, Allahs Segen und Frieden auf ihm, in Johannes 12,49-50. (Juusuf `Allii) 74. Wie es sich für vollkommen gehorsame, treue und pflichtbewusste Diener gehört. (Darjabadi)
28. Er weiß, was vor ihnen liegt und was hinter ihnen,75 und sie legen keine Fürsprache ein76 außer für den, der Ihm wohlgefällig ist,77 und sie78 erzittern in Furcht vor Ihm.79 75. Er weiß alles, was offen vor ihnen liegt und was ihnen verborgen ist. Vergleiche auch Suura 2:255 und die entsprechenden Fußnoten. (Asad) Er weiß, was sie getan haben und was sie tun werden. (Qurtubi) 76. Wie es in Sahich Muslim und anderen namhaften Quellen heißt, werden die Engel am Tag der Auferstehung für die Mu'mins Fürbitte einlegen. Und wie an einigen Stellen im Qur’an steht, bitten sie im Diesseits bei Allah um Verzeihung für sie. (Qurtubi) 77. Vergleiche Suura 20:109. "Wohlgefällig sein" bedeutet, dass sie dem Willen Allahs entsprochen und Seinem Gesetz gehorcht und damit Sein Wohlgefallen erlangt haben. (Juusuf `Allii) Vergleiche auch Suura 19:87 und 10:3 und die entsprechenden Fußnoten. (Asad) 78. In der üblichen Interpretation wird das "sie" auf die Diener Allahs bezogen, die Fürbitte leisten; es kann sich jedoch auch auf diejenigen beziehen, für die Fürbitte geleistet wird: sie halten es nicht für selbstverständlich, sondern stehen ehrfürchtig Allahs großer Herrlichkeit und Barmherzigkeit gegenüber. (Juusuf `Allii) 79. Trotz ihrer Nähe zu Allah, ihrer Reinheit und ihrem absoluten Gehorsam. (Qutb)
Angesichts der weit verbreiteten
Engelverehrung muss dies besonders betont werden. (Darjabadi) 29. Und wer von ihnen80 sagen sollte: „Wahrlich, ich bin ein Gott außer Ihm", so werden Wir einem solchen mit der Hölle vergelten. Auf diese Weise vergelten Wir denjenigen, die Unrecht tun.81 80. Während Qatada, Dachhak und andere meinen, dass nur Iblis mit diesem Aja angesprochen wird, sagen andere, dass alle Engel einbezogen werden. Denn Iblis war einer der ihren. Doch dieser rief als einziger zu seiner eigenen Verehrung und Anbetung auf. (Qurtubi) 81. Denn dies ist die Strafe für alle Frevler, die diese üble Behauptung aufstellen gegen alle Wahrheit, gegen jedermann und gegen jedes Einzelne in diesem Dasein. (Qutb)
Abschnitt 3 30. Sehen denn diejenigen, die Kaafir sind, nicht, dass die Himmel und die Erde eine zusammenhängende Masse waren,82 die Wir dann teilten,83 und dass Wir alles Lebendige84 aus Wasser gemacht haben?85 Wollen Sie also nicht den Iman veerinnerlichen?86 82. Damit wird die Evolution der uns bekannten geordneten Welt angedeutet. Je weiter sich der intellektuelle Blick des Menschen über die physische Welt hinwegbewegt, umso mehr sieht er, wie in Allahs wunderbarem Universum die Einheit den Ton angibt. Allein wenn wir unser Sonnensystem betrachten, stellen wir beispielsweise fest, dass die höchste Intensität der Sonnenflecken der höchsten Intensität der magnetischen Stürme auf dieser Erde entspricht. Das universale Gravitationsgesetz scheint alle Maße miteinander zu verbinden. Physikalische Tatsachen weisen darauf hin, dass Planeten aus Materienebel entstehen, deren zentrales Stück die Sonne ist. (Juusuf `Allii) 83. Wir sind von dieser Wahrheit überzeugt, weil sie im Qur’an erwähnt wird; auch wenn wir nicht wissen können, wie Himmel und Erde voneinander getrennt oder Himmel und Erde gespalten wurden. (Qutb) Wir akzeptieren jene astronomischen Theorien, die nicht mit der zusammengefassten Darstellung des Qur’an in Widerspruch stehen, laufen jedoch nicht mit dem Text im Qur’an jeder Theorie nach, um die Wahrheit des Qur’ans in den menschlichen Theorien zu beweisen. (Qutb) Es ist in der Regel sinnlos, eine Erklärung des Qur’ans von "wissenschaftlichen Befunden" abhängig zu machen, die heute als wahr erscheinen, aber genauso gut morgen durch andere Befunde widerlegt werden können. Dennoch nimmt diese eindeutige Bezugnahme auf den einheitlichen Ursprung des Universums ("Himmel und Erde") eindrucksvoll die Ansicht fast aller modernen Astrophysiker vorweg, dieses Weltall sei als eine Einheit aus einem einzigen Element, nämlich Wasserstoff, entstanden, das durch die Schwerkraft zusammengepresst und dann in einzelne Nebel zerteilt wurde, die wiederum neue Einheiten in Form von Sternen, Planeten und Satelliten bildeten. Vergleiche auch Suura 51:47. (Asad) 84. Dies ist tatsächlich eine Wahrheit, die unsere Aufmerksamkeit wecken sollte, obwohl ihre Erwähnung im Qur’an uns nicht erstaunt, unsere Überzeugung von der Wahrheit des Qur’ans jedoch festigt. Denn wir beziehen unseren Iman an seine absolute Wahrheit, in allem was er festlegt von unserer Überzeugung, dass er von Allah offenbart worden ist, und nicht weil die wissenschaftlichen Entdeckungen und Theorien mit ihr übereinstimmen. (Qutb) Etwa 72 Prozent der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt, und es wird vermutet, dass die ganze Oberfläche unter Wasser stünde, wenn man die Unebenheiten ausgleichen würde. Dies zeigt, welche große Rolle das Wasser auf unserem Planeten spielt. Dass alles Leben im Wasser begann, ist eine Schlussfolgerung, auf die die neuesten biologischen Erkenntnisse hinweisen. Abgesehen von der Tatsache, dass Protoplasma, die Grundlage aller lebenden Materie, flüssig oder halbflüssig ist und sich ständig im Fluss befindet, zeigen Landtiere wie die höheren Wirbeltiere einschließlich des Menschen in ihrer embryologischen Geschichte Hinweise auf ihren Ursprung im Wasser. Protoplasma besteht zu 80 bis 85 Prozent aus Wasser. (Juusuf `Allii) Wasser ist Ursprung und Ursache allen Lebens. (Maududi) 85. Regenwasser ist direkt oder indirekt die letztendliche Stütze allen Lebens auf dieser Erde. (Darjabadi) 86. Dass "alles Lebende aus dem Wasser erschaffen" ist, drückt kurz und bündig eine Wahrheit aus, die heute allgemein von der Wissenschaft akzeptiert wird: 1. Wasser und speziell das Meer war die Umgebung, in der der Prototyp aller lebenden Materie entstand; 2. unter all den unzähligen existierenden und vorstellbaren Flüssigkeiten hat nur Wasser die besonderen Eigenschaften, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Leben notwendig sind; und 3. das Protoplasma, die physische Basis jeder lebenden Zelle, ob in der Pflanze oder im Tier, ist die einzige Form der Materie, in der sich die Phänomene des Lebens manifestieren. Es besteht zum größten Teil aus Wasser und ist völlig von diesem abhängig. Im Zusammenhang mit der vorherigen Aussage vom einheitlichen Ursprung des physikalischen Universums weist die Entstehung des Lebens aus einem ebenfalls einheitlichen Element auf einen einheitlichen Plan hin, der aller Schöpfung zugrunde liegt, und damit auf die Einheit des Schöpfers. Diese Betonung der Einheit Gottes und der Einheit Seiner Schöpfung wird unten in Aja 92 wieder aufgenommen. (Asad) Wollen Sie nicht an das glauben, was sie sehen, und dass dies nicht von allein hätte entstehen können? (Qutb) Wollen sie nicht die Allmacht Allahs anerkennen. (Safwat Al-Tafsir)
31. Und Wir haben auf der Erde festgegründete Berge geschaffen, damit sie nicht mit ihnen wanke,87 und Wir haben darin breite Pfade88 gemacht, auf das sie89 rechtgeleitet werden mögen.90 87. Vergleiche Suura 16:15 und die entsprechenden Fußnoten. "Damit sie nicht mit ihnen schwanke": das "ihnen" bezieht sich hier auf das "sie" im vorigen Aja, nämlich auf die Kaafirs. Sicher ist auch die Menschheit an sich gemeint, aber die Anrede richtet sich vor allem an diejenigen, die Allahs Barmherzigkeit nicht erkennen und begreifen, um ihnen die Tatsache vorzuhalten, dass Allahs Fürsorge sie unter normalen Umständen vor Naturkatastrophen wie Erdbeben schützt, dass sie aber ihrer Verbrechen wegen sofort auf diese Weise vernichtet werden könnten, wie es mit früheren Völkern bereits geschah. Wie bereits oben in Fußnote 84 erwähnt wurde, würde sich die ganze Erdoberfläche unter Wasser befinden, wenn alle Unebenheiten ausgeglichen würden. Deswegen sind die festen Gebirge eine weitere Ursache der Sicherheit für das Leben, das sich zu terrestrischen Formen entwickelt hat. Auch wenn die Berge als unüberwindliche Barrieren erscheinen, hat Allah in Seiner Fürsorge breite Pässe geschaffen, die Verkehrsverbindungen unter den Menschen ermöglichen. (Juusuf `Allii) 88. "Offene Wege" oder "breite Pfade" sind die Pässe in den Gebirgen sowie die Täler und Schluchten, die Flüsse in die Berglandschaft schneiden, aber auch andere natürliche Wege, die verschiedene Gebiete dieser Erde miteinander verbinden. (Maududi) 89. Dies ist ein sehr bedeutungsvoller Satz. Er kann bedeuten, dass die Menschen Wege finden, um auf der Erde herumzureisen; er kann aber auch die Weisheit bezeichnen, die ihrer Schöpfung zugrunde liegt und sie zur Realität führt. (Maududi) 90. Sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne. Wörtlich verstanden führen diese Gebirgspässe die Menschen zu ihrem Reiseziel. Im übertragenen Sinne wenden diese wunderbaren Beispiele der Fürsorge Allahs die Gedanken der Menschen zu Allahs wahrer Rechtleitung im Leben und zum geistigen Fortschritt. (Juusuf `Allii)
32. Und Wir haben den Himmel zu einem wohlbewahrten Dach gemacht.91 Und doch wenden sie sich von ihren Zeichen ab.92 91. Der Himmel bildet ein befestigtes Zelt, das nicht herabfallen kann: er bildet auch einen erhabenen Anblick und ein Geheimnis, das der Mensch nur entfernt ergründen kann. (Juusuf `Allii) Himmel bedeutet alles was oben ist. Wir sehen über uns etwas, das einem Zeltdach oder Baldachin ähnelt. Der Qur’an bezeichnet dies als "wohlbewahrtes" Zeltdach, "wohlbewahrt" von jeder Mangelhaftigkeit und von jedem Makel, aber auch als Symbol jener Höhe, aus der Allahs Zeichen herabkommen: dennoch wenden sie sich von Seinen Zeichen ab. (Qutb) Vergleiche auch Suura 13:2 und die entsprechende Fußnote. (Asad) 92. Die darauf hinweisen, dass Allah sie geschaffen hat. (Darjabadi) Zeichen, die im oder am Himmel sind. (Maududi) Ihre Zeichen wie Sonne, Mond und Sterne. Sie denken nicht darüber nach. Täten Sie das, so würden sie erkennen, dass ihr Schöpfer ohne Teilhaber ist. (Al-Dschalalain)
33. Und Er ist es, Der die Nacht und den Tag erschaffen hat und die Sonne und den Mond.93 Jedes schwimmt in seiner Umlaufbahn dahin.94 93. Alle diese sind geschaffene Dinge, keine Gottheiten. (Darjabadi) Nacht und Tag sind zwei Erscheinungen des Daseins, und Sonne und Mond sind zwei gewaltige Himmelskörper. Sie stehen zueinander im Zusammenhang und sind von großer Bedeutung für das menschliche Leben auf dieser Erde und das Leben überhaupt. (Qutb) Wer die Präzision ihrer ununterbrochenen Aufeinanderfolge und die Bewegung von Sonne und Mond betrachtet, müsste zu der Erkenntnis führen, dass ihr Schöpfer und Lenker ein Einziger ist. (Qutb) 94. Im Gegensatz zu anderen Übersetzern habe ich in der Übersetzung das Gleichnis des Schwimmens zum Ausdruck gebracht, wie es auch im Original enthalten ist ("sie schwimmen in ihren Sphären"). Wie schön ist es doch, die Himmelskörper zu beobachten, wie sie vor unseren Blicken im Raum dahinschwimmen! (Juusuf `Allii) Der Gebrauch der arabischen Worte weist darauf hin, dass hier nicht nur Sonne und Mond gemeint sind, sondern auch alle übrigen Himmelskörper. Sie alle treiben auf ihren jeweiligen Umlaufbahnen dahin, und keiner von ihnen steht fest. (Maududi) 34. Und Wir haben keinem Menschen vor dir ewiges Leben gegeben.95 Wenn du also sterben wirst,96 werden sie97 dann ewig leben?98 95. Nämlich auf der Erde. (Al-Dschalalain) Die Götzendiener nannten den Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, einen Dichter und warteten sehnlichst auf seinen Tod. Allah entgegnete ihnen hier, dass die Propheten vor ihm auch gestorben waren. Doch Allah hatte Seine Diin bewahrt und ihr zum Sieg verholfen. Und genauso wird Allah auch nach dem Tod Muchammads (Allahs Friede sei mit ihm) seine Diin und sein Gesetz bewahren. (Qurtubi) Hier wird die Thematik des Konfliktes zwischen dem Propheten und den Kaafirs wieder aufgegriffen, die durch die Ajas19-33 unterbrochen wurde. (Maududi) Mache diejenigen, die dich ablehnen, darauf aufmerksam. Dies bezieht sich auf den in Aja 3 dieser Suura erwähnten Einwand der Kaafirs, "Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sei nur ein Mensch wie sie selbst", und schließt auch an die Ajas 7-8 an, wo betont wird, dass alle Gesandten Allahs sterbliche Menschen waren. Vergleiche auch Suura 3:144. (Asad) 96. Alles Geschehene vergeht und alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende. Und wenn selbst der Prophet Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, nicht ewig leben sollte, werden sie etwa diejenigen sein, denen ewiges Leben beschert wird? Und wenn sie also sterblich sind, warum tragen sie ihrem Tod keine Rechnung? (Qutb) Auf diesem Planeten ist keinem Menschen ein Leben ohne Tod gewährt, und entsprechende Volkslegenden haben keine Grundlage im Qur’an. Daher waren die Sticheleien der Kaafirs dem Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, gegenüber von vornherein sinnlos. Konnte etwa irgendeiner von ihnen irgendwann ohne Tod leben? Konnten sie etwa jemanden nennen, bei dem dies der Fall war? (Juusuf `Allii) Vergleiche auch Suura 39:30. (Asad) 97. Nämlich deine Feinde. (Darjabadi) 98. Dies beinhaltet einen Hinweis auf ihre Annahme, sie würden bei ihrem eigenen Tod und ihrer Auferstehung nicht zur Rechenschaft gezogen. (Asad) Die Frage dient der Missbilligung. (Al-Dschalalain) Erhoffen sie denn, dich zu überleben? (ibn Kasir)
35. Jedes lebende Wesen wird den Tod zu kosten bekommen.99 Und Wir stellen euch mit Schlimmem100 und Gutem101 auf die Probe.102 Und zu Uns werdet ihr zurückgebracht.103 99. Dies ist eine unausweichliche, unveränderliche Gesetzmäßigkeit, die alles Leben bestimmt. Der Tod ist das Ende allen Lebens, und alles kehrt zu Allah zurück. (Qutb) Vergleiche auch Suura 3:185. (Juusuf `Allii) 100. Durch unangenehme Zustände wie Schmerzen, Krankheit, Verlust von Familienangehörigen, Armut und so weiter. (Darjabadi) 101. Durch angenehme Zustände wie Gesundheit, Reichtum, Kinder und so weiter. (Darjabadi)102. Um zu sehen, wer sich dankbar und wer sich undankbar zeigt. Wer sich in Geduld übt, und wer sich der Verzweiflung hingibt. (ibn Kasir) In unserem Leben auf Bewährung hier auf dieser Erde werden unsere Tugend und unser Iman auf verschiedene Weise geprüft, manchmal durch Unheil und manchmal durch die guten Dinge dieses Lebens. Wenn wir unser Bestes tun, bestehen wir alle diese Prüfungen. In jedem Fall aber kehren wir alle zu Allah zurück, und dann wird unser Leben nach seinem wahren Wert geschätzt. (Juusuf `Allii) Anhand dieser Prüfungen wird Allah feststellen, ob Reichtum die jeweiligen Menschen arrogant oder grausam oder zu Sklaven ihrer Wünsche werden lässt, oder ob sie Ihm dankbar sind. Er prüft sie auch mit Unglück, um zu sehen, ob sie standhaft sind oder den Mut verlieren und verzweifeln. Ein vernünftiger Mensch sollte sich deswegen nicht von Erfolg oder Misserfolg täuschen lassen, sondern daran denken, dass es sich um eine Prüfung handelt und es darauf ankommt, dass er sie besteht. (Maududi) 103. Um euch für eure Taten zu vergelten. (Qurtubi)
36. Und wenn dir diejenigen, die Kaafir sind, begegnen,104 dann machen sie dich nur zum Gegenstand ihres Gespötts, indem sie sagen:105 „Ist das der, der eure Götter bemängelt?"106 Und sie sind es doch, die die Ermahnung des Allbarmherzigen ablehnen.107 104. Gemeint sind die Kaafirs unter den Quraisch, wie Abu Dschachl und seinesgleichen. (ibn Kasir) 105. Die Botschaft des Propheten Muchammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, und seine Warnungen ernteten nichts als ihre Verachtung und ihren Spott. (Darjabadi) Für einen rechtschaffenen Menschen ist die Unterscheidung zwischen falscher und richtiger Allahsverehrung eine sehr ernste Angelegenheit. Für Skeptiker und Kaafirs ist es ein Scherz. Sie nehmen es leicht und lachen über den Mutaqi. Aber nicht nur das, sondern sie lästern Allah, wenn immer die Rede von Ihm ist. Die Entgegnung darauf finden wir im nächsten Aja. (Juusuf `Allii) 106. Und wagt er, ihre Existenz zu leugnen, obwohl er selbst nur ein Sterblicher ist? (Asad) Dieser Satz gibt nur den Grund ihres Spottes wieder, nicht den Inhalt ihrer spöttischen Aussagen. (Maududi) 107< |