Sayjid Qutb  

 

Sayjid Qutb wurde in Kairo (Ägypten) geboren. Der Autor zahmreicher literarischer  Werke war zunächst überzeugter SoziAlliist. Sein Interesse für die Muslimbruderschaft, deren vielleicht berühmtester Sprecher er später war, wurde geweckt bei einem Amerika-Aufenthalt durch die für ihn befremdliche Genugtuung der amerikanischen Massenmedien über den Mord an Hassan Al-Banna, den Begründer der Bruderschaft.

Nach seiner Rückkehr nach Ägypten nahm er Kontakt zu den Muslim-Brüdern auf, und studierte Al-Bannas Schriften. Er wurde selbst aktiv und nahm bald eine führende Position in der Verkündung ihrer Lehre und als Herausgeber ihrer Zeitschrift aus. Je schneller sich die Bewegung in der ägyptischen Bevölkerung ausbreitete, desto massiver wurde sie von dem diktatorischen Regime bekämpft. Eine welle von Beschlagnahmungen und Verhaftungen überschwemmte 

Ägypten. Unter den Gefangenen war auch Sayjid Qutb, der 15 Jahre im Gefängnis verbrachte und 1965 in einem Schauprozess mit zwei anderen Führern der Muslimbrüder zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, was weltweite Empörung auslöste.

Sayjid Qutb nutzte seine Gefangenschaft, um sich dem Buch Allahs zu widmen. Seine 8-Bändige Auslegungen nannte er bescheiden "Im Schatten des Qur'an". Seine Auslegung beinhaltet alle früheren Auslegungen, und er ergänzt sie durch Erkenntnisse moderner Wissenschaften und neuer politischer Schulen. Wegen ihrer modernen Darlegungsweise und ihrer kraftvollen, politischen Sprache ist sie weit verbreitet und wurde in mehrere Sprachen übersetzt.